Handball-Bezirksoberligist darf nicht am 19. Januar spielen 

Ärger um das Spielverbot: DHB setzt Nachholpartie der HSG Jestädt/Grebendorf ab

Der Handball ruht: Wegen der Weltmeisterschaft dürfen keine Ligaspiele ausgetragen werden. Foto: privat/nh

Eschwege – Natürlich ist die Begeisterung groß rund um die Handball-Weltmeisterschaft, die vom 10. bis 27. Januar gemeinsam in der Bundesrepublik und in Dänemark ausgerichtet wird. Aber müssen deshalb seitens des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am 19. Januar sämtliche Meisterschaftsspiele abgesetzt werden?

Eine Entscheidung, die schwer nachzuvollziehen ist, zumal bei Nichteinhaltung Strafen drohen. Aus heimischer Sicht betroffen ist Bezirksoberligist Jestädt/Grebendorf. Auf den 19. Januar verlegt wurde die Partie zwischen den Meinhardern und Hünfeld II vom ersten Spieltag im September, damals wegen der Hochzeit des Spielertrainers der HSG. Niemand in den Lagern beider Mannschaften hat seinerzeit an die Handball-Weltmeisterschaft gedacht. Schon gar nicht an ein Spielverbot.

Ein ganz dickes Kompliment geht hier an den Hünfelder SV mit seinem Abteilungsleiter Martin Abel an der Spitze sowie auch an Trainer Konstantin Neuhann. Beide haben schon im September sehr fair der Verlegung zugestimmt. Und auch jetzt, nach dem vom DHB verhängten Spielverbot, signalisierten die zwei Herren sportliche Fairness. Binnen weniger Stunden wurde der neue Termin abgesegnet, die Meisterschaftspartie um einen Tag vorverlegt, sie findet nun am Freitag, 18. Januar, um 20 Uhr in der Meinhard-Sporthalle in Grebendorf statt.

Übrigens: Am 19. Januar beginnen die Spiele der Hauptrunde, Deutschland müsste im Falle des Weiterkommens um 20.30 Uhr antreten. Das Duell zwischen Jestädt/Grebendorf und Hünfeld stand um 17 Uhr auf dem Terminplan. Berührungspunkte sind folglich nicht gegeben, selbst die Verlegung um eine weitere Stunde nach vorne auf 16 Uhr wäre möglich gewesen.

Hohe Hürden

Der Abteilungsleiter aus Hünfeld und der stellvertretende HSG-Leiter Harald Triller haben den Faden weitergesponnen, machten deutlich, dass Deutschland noch lange nicht in dieser Hauptrunde steht, denn erst müssen die hohen Hürden Russland, Frankreich und Serbien übersprungen werden, um mindestens Platz drei der Vorrunde zu erreichen.

Geht das schief, wartet die Loserrunde, der sogenannte Presidents-Cup, bei dem die Ränge 13 bis 24 ermittelt werden.

Auch Klassenleiter Horst Schäfer kann die Anordnung vom DHB nicht begreifen. Aber er gibt im Zuge dieser notwendigen Spielverlegung in der Bezirksoberliga zu verstehen, dass er sich zu keinem Kommentar hinreißen lässt. Fakt ist aber auch: Manchmal drücken keine Worte mehr aus als lange Erklärungen und Feststellungen.

Im Rahmen der Verlegung kam es zu einem weiteren Austausch der beiden Vereine mit Blickrichtung nach oben: „Es ist schade, dass der DHB sich von dem Privatsender Sky abhängig gemacht hat. Es fehlt das lieb gewordene Bundesligaspiel am Mittwoch bei Sport 1. Dafür müssen unsere Bundesligisten jetzt zum Teil Anwurfzeiten am Sonntag in der Mittagszeit akzeptieren, um Überschneidungen mit dem Fußball aus dem Weg zu gehen“, so die Aussagen der Verantwortlichen aus Hünfeld und von Jestädt/Grebendorf, die von einem unhaltbaren Zustand sprechen.

Und da steht noch die Frauenhandball-WM 2017 in Deutschland im Raum. Auch damals hat der DHB Spielverbote angeordnet bis hinunter zur niedrigsten Klasse. Die Männer-Bundesliga hat aber parallel den Spielbetrieb fortgesetzt. Ob das alles zusammenpasst, was die hohen Herren an der DHB-Spitze da ausbaldowern? ht

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