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Energiekrise: In den Sporthallen im Werra-Meißner-Kreis wird es kälter

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Von: Maurice Morth

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Wasserzähler an der Dusche: Der Werra-Meißner-Kreis möchte in der kommenden Heizperiode aufgrund der anhaltenden Energiekrise sparen, heimische Sportler können in den kreiseigenen Sporthallen nur kalt duschen.
Wasserzähler an der Dusche: Der Werra-Meißner-Kreis möchte in der kommenden Heizperiode aufgrund der anhaltenden Energiekrise sparen, heimische Sportler können in den kreiseigenen Sporthallen nur kalt duschen. © Imago

Die anhaltende Energiekrise in Europa hat nun auch erste direkte Auswirkungen auf den Sport im Werra-Meißner-Kreis.

Eschwege – Wie aus einem Schreiben an die Nutzer der kreiseigenen Sporthallen aus der vergangenen Woche hervorgeht, hat sich der Sportbeirat jüngst mit dem Thema Einsparung beschäftigt und ist sich einig darüber geworden, dass auch der Sport seinen Anteil leisten müsse: So wird die Temperatur in den kreiseigenen Sporthallen gesenkt werden, eine warme Dusche ist bereits seit der vergangenen Woche für die Sportler nicht mehr möglich.

Die Hallentemperatur

Zwischenzeitlich hat der Werra-Meißner-Kreis unter anderem für den Schulbetrieb einen Maßnahmenkatalog im Hinblick auf Einsparungen erstellt. Darin ist laut dem Schreiben an die Vereine festgelegt, dass die Temperatur in den Schulsporthallen auf 17 Grad Celsius (-1 Grad) während der Heizperiode, die ab dem 1. Oktober beginnt, abgesenkt wird.

„Damit folgen wir nicht der vom Deutschen Olympischen Sportbund empfohlenen Absenkung der Raumtemperatur um zwei Grad“, heißt es in der Mitteilung an die Sportvereine.

Kein Warmduschen

Während die Absenkung der Hallentemperatur bei den heimischen Sportvereinen zumeist als akzeptable Einsparung hingenommen wird, sorgt vor allem die Änderung beim Duschen für Gesprächsstoff. Denn bereits ab sofort ist das Duschen in den kreiseigenen Sporthallen nur noch mit kaltem Wasser möglich.

Laut dem uns vorliegenden Schreiben gelten diese für den Schulbetrieb aufgestellten Regelungen analog für die Nutzung der kreiseigenen Sportstätten durch Sportvereine. Um über weitere Einsparungsmöglichkeiten zu sprechen, hat der Werra-Meißner-Kreis die Hallennutzer darüber hinaus für Anfang Oktober zu einer digitalen Gesprächsrunde eingeladen.

(Maurice Morth)

Das sagen heimische Hallensportler zur Entscheidung

Julian Triller, Handballtrainer Eschweger TSV: „Ich kann die Entscheidung des Werra-Meißner-Kreises nachvollziehen, auch wenn es sicherlich nicht optimal ist. Aktuell finde ich es zu dieser Jahreszeit noch unproblematisch, im kommenden November/Dezember muss man dann aber sehen, wenn es sowieso schon allgemein kalt ist in den Sporthallen. Ich hoffe einfach darauf, dass es da keine Erkältungswelle geben wird.“

Petra Heckmann, Handball-Abteilungsleiterin SV Reichensachsen: „Mit 17 Grad in der Sporthalle kommen wir schon klar, auch wenn es nach meinem Empfinden bereits letztes Wochenende schon erheblich kälter war in der Halle. Das Kaltduschen nach dem Spieltag geht aber für mich gar nicht. Über das Duschen nach dem Training kann man sicherlich reden, zumindest im Spielbetrieb sollte es aber möglich sein, warm zu duschen.“ 

Andreas Neitzel, Volleyballer TSV Herleshausen: „Es ist für mich schon verständlich, denn irgendwo müssen wir mit dem Sparen ja anfangen. Problematisch ist aber, wenn du beispielsweise Mannschaften aus anderen Landkreisen zu Gast hast, die diese Entscheidung mit den kalten Duschen nicht kennen, dann hast du sicher gleich unnötige Diskussionen. Im Training ist es für mich deswegen okay, beim Spiel nicht.“

Marion Möhrke, Handballerin HSG Datterode/Röhrda/Sontra: „Das Duschen zu Hause verbraucht mehr Energie – es ist nur eine Kostenumlegung auf die Privathaushalte. Man hätte das Wasser kälter drosseln können, kalt ist eine Zumutung. Wir haben Gegner, die 1,5 Stunden und länger fahren. Man kann nicht erwarten, dass sie im Winter ungeduscht und geschwitzt heimfahren oder nur kalt duschen. Die niedrigere Hallentemperatur ist okay.“ 

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