Tipps für Fußballvereine, die zu wenige Schiedsrichter haben

Steigende Wertschätzung und ein regelmäßiger Austausch sind wichtig

Er entscheidet: Schiedsrichter, in dieser Szene Bundesliga-Schiri Deniz Aytekin (links), haben eine verantwortungsvolle Aufgabe: die Leitung des Spiels. Im Werra-Meißner-Kreis wird derzeitig vieles versucht, um mehr Schiris zu gewinnen. Foto: Uwe Anspach/dpa

Niddawitzhausen –  Jahr für Jahr werden Fußballvereine mit Geldstrafen und Punktabzügen belangt, weil sie das Schiedsrichter-Soll nicht erfüllen. Dem soll  gegengewirkt werden.

Deshalb fand in Niddawitzhausen nun auf Einladung von Kreisfußballwart Horst Schott und Schiedsrichterobmann Friedhelm Mühlhausen der erste Infoabend Schiedsrichterwesen in der Region statt.

Ein Verein müsse laut der aktuellen Bestimmungen des Hessischen Fußballverbandes pro gemeldeter Seniorenmannschaft Herren und Frauen sowie für die Jugendabteilung je einen Schiedsrichter stellen. Um für seinen Verein angerechnet zu werden, müsse der Schiri pro Saison zwölf Spiele leiten und fünf Lehrgänge besuchen sowie eine jährliche Leistungsprüfung absolvieren. Das teilte Mühlhausen mit und stellte den rund 50 anwesenden Vereinsvertretern die Schiedsrichtervereinigung Werra-Meißner vor. Diese bestünde aus 108 aktiven Schiris, die pro Saison gut 3100 Spiele abzudecken hätten. „Das sind zirka 30 Spiele pro Schiedsrichter“, sagt er.

Über die Frage, wie ein Verein einen Unparteiischen für sich gewinnen könne, referierte Kreislehrwart Felix Berger. Er gab an, dass insbesondere Ex-Spieler prädestiniert für die Aufgaben einer Spielleitung seien. Zudem teilte er mit, welche Voraussetzungen Neulinge zu erfüllen hätten.

In erster Linie müsse laut Berger die Wertschätzung der Schiedsrichter in den eigenen Vereinen gestärkt und gesteigert werden. Hierbei seien die Schiedsrichterbeauftragten die Bindeglieder, auf die es ankomme.

Berger: „Es sollte ein regelmäßiger Austausch bestehen, damit die Schiedsrichter sich im Vereinsleben integriert fühlen und auch merken, dass der Verein Interesse an ihrer Schiedsrichtertätigkeit hat.“ Er gab an, dass unter anderem die Anschaffung der Ausrüstung von den Vereinen getragen werden könne, um Anreize für die Schiedsrichter zu schaffen. Aus der Versammlung kam der Vorschlag, dass der Verband seine finanzielle Unterstützung hierfür verbessern sollte. Auch will der Kreisschiedsrichterausschuss in Zukunft neue Schiedsrichter noch besser betreuen. Die Einführung des Modells „Tandem-Schiedsrichter“ bei den ersten Spielleitungen solle demnach forciert werden.

Dann berichtete der Vorsitzende des Kreissportgerichtes, Joachim Kraus, zum Thema Gewalt gegen Schiris. Da es in der Vergangenheit hessenweit zu immer mehr Übergriffen gegen Schiedsrichtern gekommen sei, habe der Hessische Fußballverband reagiert, um seine Schiedsrichter zu schützen, sagt er. Die Bestrafungen für solche Taten seien vom Verband angezogen worden.

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