"ETSV und Wanfried auf Augenhöhe"

Eschweger Handball-Legende Matthias Müller blickt auf die neue Saison

Einer der größten ETSV-Handballer überhaupt: Matthias Müller (Mitte), hier 2018 als Trainer des ETSV. Archivfoto: Claus

Die Handball-Saison 2020/21 startet im Amateurbereich in Hessen offiziell am Samstag, 17. Oktober. Wir haben mit dem früheren Spitzenhandballer Matthias Müller gesprochen.

VON NICO BECK

Eschwege – Vor zwei Jahren trat Matthias Müller als Trainer des Handball-Landesligisten Eschweger TSV zurück und beendete damit seine bis heute vorerst letzte Trainerstation. Dennoch hat die Legende, die von der Jugend bis zur 2. Bundesliga Kapitän des ETSV war, das Geschehen im heimischen Handball stets im Blick. Zum heutigen Saisonstart haben wir mit dem 51-Jährigen über die ranghöchsten Teams gesprochen.

Matthias, hat die Coronapandemie dafür gesorgt, dass deine Vorfreude auf die neue Handball-Saison getrübt wird?

Vielleicht ein kleines bisschen, aber im Grunde ist es so, dass man sich als Sportler doch immer darauf freut, wenn es wieder losgeht. Auch wenn es jetzt unter etwas anderen Bedingungen sein wird. Man freut sich trotzdem, wieder Ergebnisse zu lesen und das Ligageschehen zu verfolgen. Ich bin gespannt, wie es atmosphärisch in den heimischen Hallen wird mit nur wenigen Zuschauern. In diesem Punkt wird es vor allem beim ETSV in der Landesliga spannend.

Wieso?

Weil die Eschweger wegen der Probleme in der Halle der Beruflichen Schulen in die Heuberghalle ausweichen müssen. Die Heuberghalle – ja, da werden Erinnerungen wach. Dort habe ich jahrelang gespielt und da sind uns große Erfolge gelungen. Als wir Ende der 1990er-Jahre in die Halle der Beruflichen Schulen gewechselt sind, da war das schon eine krasse Umstellung, weil wir die Heuberghalle geliebt haben. Und jetzt wird dieser umgekehrte Fall interessant zu sehen sein, wie der ETSV und seine Zuschauer damit umgehen werden und sich in der neuen Halle zurechtfinden.

Es wird in jedem Fall eine andere Atmosphäre, oder?

Ganz klar. Vor allem auch, weil die Beschränkung auf 100 Zuschauer beim ETSV dazukommt und die Mannschaft sonst immer weitaus mehr Fans in der Halle hat. Ich bin gespannt, wie sich das auf die Leistung der Mannschaft auswirkt. Selbst in der Landesliga hatte Eschwege schon immer mit den besten Zuschauerschnitt und das hat so manchen Gegner auch beeindruckt. Diese Stärke wird dem Team nun etwas genommen.

Welche Hoffnungen hast du für die Handballsaison?

In den letzten Tagen sind die Zahlen der positiven Coronafälle stark angestiegen und man kann einfach nur hoffen, dass die sportlichen Aktivitäten einigermaßen gut über die Bühne gehen. Aber man kann es derzeit nicht vorhersehen. Es wird eine Saison mit ganz vielen Fragezeichen. Die Gesundheit steht natürlich über allem und man kann nur hoffen, dass nichts Schlimmeres passiert. Ich will nicht in der Haut der Verantwortlichen stecken, die die Entscheidungen treffen müssen.

Wirst du dir dennoch Spiele in den Hallen anschauen?

Ja, ganz klar. Aber ich habe mir keine Dauerkarte irgendwo gekauft. Einer meiner beiden Söhne spielt Fußball in der B-Junioren-Bundesliga in Jena und da bin ich an den Wochenenden oft bei den Spielen dabei. Aber natürlich drücke ich den heimischen Vereinen die Daumen und wenn’s passt, werde ich mal in einer Halle sein.

Du bist eine Legende des ETSV-Handballs. Was kann das Team erreichen?

Der Kader ist zusammengeblieben und sie haben mit Dino Bacic eine gute Verstärkung an Land gezogen, das hat man vergangene Saison schon gesehen. Ich bin optimistisch, dass das Team richtig gut in Form sein wird und auch weiter oben in der Tabelle landen kann, denn die Trainer machen einen guten Job und generell stehen die Vorzeichen recht gut dafür.

Was traust du dem VfL Wanfried zu?

Wanfried hat einen sehr kleinen Kader, da ist die Frage, ob sie noch wen dazubekommen können? Aber insgesamt ist es eine sehr erfahrene Truppe und ich sehe Wanfried und Eschwege auf Augenhöhe und traue beiden viel zu in diesem Jahr.

Auch die Damen des SV Reichensachsen haben den Sprung auf Landesebene geschafft.

Trainer Matthias Meinl hat das Team vorangebracht und ich hoffe, dass sie für Furore sorgen werden. Aber ohne richtige Verstärkungen aufzusteigen, das ist immer sehr schwierig und so wird es eine große Herausforderung.

Die Spiele in der Landesliga

Sa., 17.30 Uhr ETSV - Hünfeld

Sa., 18 Uhr Wanfried - Körle/Guxhagen

So., 16.30 Uhr: SV Reichensachsen - TSV Vellmar

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare