Große Liebe und erste Treffer

Nach dem Pfingstturnier-Aus: Handballer erinnern sich an tolle Momente

Aus und vorbei: Das Spektakel auf Sand unter freiem Himmel wird in Datterode nicht mehr stattfinden.

Wir haben uns umgehört, an welche besonderen Ereignisse während des Pfingstturniers sich Handballer erinnern. 

Datterode – Knapp eine Woche liegt es zurück, dass die Organisatoren das Aus des traditionellen Handball-Pfingstturnieres der HSG Datterode/Röhrda/Sontra verkündet haben. Und auch wenn die Entscheidung für viele Handballfans und Aktive nachvollziehbar ist, so überwiegt doch die Enttäuschung über das Ende der Leuchtturmveranstaltung in der Region, die 27 Jahre lang die Vereine des Kreises in einzigartiger Weise für ein gemeinsames Wochenende auf dem Sportplatz in Datterode vereinigte. Wir haben uns auf die Suche nach besonderen Erlebnissen gemacht, welche mit dem Turnier verbunden werden und in der Erinnerung der Protagonisten für ewig ihren Platz gefunden haben.

Stefanie BakeSpielerin HSG Datt./Rö./So.

Dass sie die Liebe ihres Lebens ausgerechnet auf einem Sportplatz finden würde, das war für Stefanie Bake, die damals 17 Jahre alt war und noch Stefanie Scholz hieß, nicht vorstellbar, als sie im Jahr 2005 mit dem TuS Bothfeld erstmals den Weg nach Datterode antrat. Denn genau dorthin hatte es die in Halle an der Saale geborene Handballerin im Rahmen ihrer Ausbildung verschlagen. „Es war Liebe auf den ersten Blick zwischen dem Turnier und mir“, erinnert sie sich noch genau an ihre erste Teilnahme. Und neben dieser sportlichen Liebe fand sie ein Jahr später auch die private während des Aufenthalts in Datterode. Während des Pfingstturniers kreuzten sich ihre Wege mit denen von Trainer Tommy Bake – und sie sollten sich nicht mehr trennen. Seit fast acht Jahren mittlerweile verheiratet, hat die Leistungsträgerin der HSG nicht nur ihren Mann, sondern auch eine neue Heimat im Ringgau gefunden. „Das Flair war einfach einzigartig. Ich habe so viele tolle Menschen kennenlernen dürfen, großartige Begegnungen gehabt und immer jede Menge Spaß“, kann sie es kaum fassen, dass sie in diesem Jahr ihr Pfingstfest nicht mehr auf dem Handballplatz verbringen wird.

Nicole KüchSpielerin SV Reichensachsen

Ähnlich geht es Nicole Küch. Die Spielmacherin des SV Reichensachsen, die in Datterode aufgewachsen ist, hat ebenfalls keine Ahnung, was sie Pfingsten ohne Handball anstellen wird.

„Ich bin mit dem Turnier groß geworden, schon als Kind bin ich jedes Jahr mit meinen Eltern dort gewesen, um meinem Bruder zuzuschauen. Und ich glaube, dass mich das wesentlich beeinflusst hat bei meiner Entscheidung, Handballerin zu werden. Ich wollte auch ein Teil dieses Turnieres sein“, sagt sie und schwärmt von der einzigartigen Atmosphäre der Kultveranstaltung. Das siegreiche Beachturnierfinale vor drei Jahren im strömenden Regen ist ihre prägende Erinnerung neben viele weiteren einzigartigen Erlebnissen auf und neben dem Sportplatz unweit ihres Elternhauses.

Matthias MeinlHandballtrainer

Auch ihr jetziger Trainer Matthias Meinl ist traurig über das Aus. „Datterode war für mich immer eine Ehre. Ob als Aktiver oder Trainer – für mich war immer klar, dass wir dieses Turnier hegen und pflegen müssen mit seiner Strahlkraft. Gerade für die Jugend. Wenn aber irgendwann schon einige Vereine aus dem Kreis nicht mehr teilnehmen, dann ist das irgendwann die logische Konsequenz, was wir jetzt erleben“, sagt er. „Es steckt so viel Arbeit für die Verantwortlichen dahinter, da müssen Aufwand und Ertrag einfach passen“, so Meinl weiter und sieht vor allem in der fehlenden Jugendarbeit vieler Vereine eines der Kernprobleme. Aber auch ihm bleiben positive Erinnerungen. „Ich weiß nicht mehr, wann es genau war, aber einmal haben wir ein Halbfinale im Flutlicht gespielt, kaum noch etwas gesehen und am Ende nur noch mit dem Gegner gemeinsam gelacht. So was vergisst du nicht.“

Matthias MüllerETSV-Legende

Während seiner aktiven Laufbahn war er nie in Datterode, doch auch Eschweges Handball-Legende Matthias Müller hat eine prägende Erinnerung. Er erzählt schmunzelnd: „Als Jugendtrainer war ich mit meinen Jungs dort und durfte miterleben, wie mein Sohn Lennie seinen ersten Treffer erzielte. Dumm nur, dass er den Ball im eigenen Tor versenkte hat.“ Müller bedauert das Ende des Turniers, das ein Höhepunkt für alle Handballer war.

Von Stefan Konklowsky

Fotos: Beck/Konklowsky/Triller

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