16-Jähriger mit herausragende Leistung im Siebenkampf

Ein Wackler ohne Folgen: Jan Volkmar aus Eschwege wird Deutscher Vizemeister

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Stolz: Jan Volkmar (links) auf dem Siegerpodest.

Halle. Der Eschweger Leichtathlet Jan Volkmar hat bei den Deutschen Meisterschaften in Halle (Saale) den zweiten Platz erreicht und erstmals bei einem solchen Wettkampf eine Medaille geholt. 

Über die Höhe seines Pulses kann nur gemutmaßt werden. Genau wie über die Menge des Adrenalins, das durch Jan Volkmars Körper schießt. Denn die Situation, in der sich der 16-jährige Leichtathlet des Eschweger TSV in seiner Altersklasse befindet, die könnte prekärer kaum sein, der Druck nicht höher. Sein Abschneiden bei den Deutschen Meisterschaften im Siebenkampf in der Halle hängt maßgeblich von diesem einen Versuch ab. Es geht um seinen dritten und letzten Anlauf, um beim Stabhochsprung die Einstiegshöhe von 3,90 Metern zu meistern. Eigentlich kein Problem für den Hessenkader-Athleten, dessen Bestmarke bei 4,30 Metern liegt. Doch bei einem solchen Wettkampf, da ist eben alles anders.

Von außen leidet Volkmars Vater Klaus mit. Er sieht seinem Sohn die Nervosität an und dass dieser alles versucht, um sich zu fokussieren, seine gewohnten Leistungen abzurufen – in seinem mit Abstand wichtigsten Sprung. Der Eschweger läuft an, springt, alles passt. Die Latte ist deutlich überstiegen. „Da ist uns ein Stein vom Herzen gefallen“, sagt Klaus Volkmar, der ganz fest die Daumen gedrückt hat.

„Dieser eine Sprung hat so viel bedeutet“, erzählt er nach dem Wettkampf in Halle (Saale), „und die Freude ist riesig, dass letztlich alles so gut geklappt hat. Ein großer Erfolg, Jans erste Medaille bei Deutschen Meisterschaften.“

Nach allen sieben Disziplinen, die auf zwei Tage aufgeteilt waren, stand Jan Volkmar auf dem Siegerpodest. „Er hat von einem Ohr zum anderen gestrahlt“, berichtet sein Vater über den zweiten Platz – Jans bislang beste sportliche Leistung.

Stolz: Jan Volkmar (links) auf dem Siegerpodest

Im Nachhinein wurde Klaus Volkmar richtig deutlich, dass die Medaille während des Stabhochsprung-Wettkampfs, der vierten Disziplin, am seidenen Faden hing. „Das war schon kurios, dass es ausgerechnet bei seiner Paradedisziplin nicht so recht klappen wollte,“ sagt er und gibt an, dass im Vornherein klar war, dass bei diesem Wettkampf Punkte aufgeholt werden sollten. Es kam anders. „Beim ersten Versuch wählte er den falschen Stab, beim zweiten vor lauter Nervosität die falsche Griffhöhe.“ Der weitere Verlauf ist bekannt, wenngleich er nicht über 4,10 Meter hinauskam, jedoch 617 Punkte erzielte und mit einem Vorsprung von 231 Punkten auf den dritten Rang den ersten Tag beendete.

Dass er bereits so viele Punkte auf dem Konto hatte, das belegt, wie gut es bis dato für ihn lief. Drei Disziplinen, drei Bestleistungen. Klaus Volkmar: „Beim Sieben- oder Zehnkampf, seiner eigentlichen Disziplin, muss alles passen. Es kommt auf jede Disziplin an.“ Und sein Sohn zeigte, was er drauf hat. 7,54 Sekunden auf 60 Meter, 6,29 Meter beim Weitsprung mit 13,45 Meter beim Kugelstoßen bedeuteten drei persönliche Bestleistungen. Jeder wusste: Mit dem Eschweger ist zu rechnen.

Auch ihm war klar, dass alles möglich sei. Das bewies er bei den abschließenden 60 Metern Hürden, (2./8,57 s), beim Hochsprung (1,65 m) und der letzten Disziplin, dem 1000-Meter-Lauf (2:58 min). Nur Favorit Felix Neudeck (Filstal) war besser als Volkmar, der mit 4691 Punkten die Silbermedaille einfuhr und mit fünf Bestleistungen aus sieben Disziplinen einen sensationellen Wettkampf erlebte. Bis auf den Wackler beim Stabhochsprung.

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