Start bei den Deutschen Kegelmeisterschaften in Rheinland-Pfalz

Die Erinnerungen an den letzten Auftritt in Morbach ermutigen Willi Kalepp

Konzentrierte Leistung muss her: Wilfried Kalepp startet bei den „Deutschen“. Foto: Kopp

Willi Kalepp, Kegler der SKG Eschwege in der Verbandsliga, startet am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften des Behindertensportverbandes. Vor fünf Jahren holte er Bronze.

VON NICO BECK

Morbach/Eschwege – Sein persönlicher Schlachtruf „Willi goooo...“ wird am Wochenende wieder in voller Lautstärke zu hören sein. Willi, das ist Wilfried Kalepp, kreisweit bekannter Kegler der SKG Eschwege in der Sportkegel-Verbandsliga. Am morgigen Samstag und am Sonntag steht aber nicht etwa ein Meisterschaftswettkampf an, die Saison ist unlängst beendet, Eschwege schloss die Liga auf einem guten fünften Platz von zehn Mannschaften ab. Sondern Kalepp nimmt an den Deutschen Meisterschaften des Behindertensportverbandes teil.

Die Großveranstaltung findet in Morbach (Rheinland-Pfalz) statt. Kalepp startet in der Schadensklasse vier mit 30- bis 50-prozentiger Behinderung (die Klasse zehn weist die größte auf). „Ich hoffe, dass ich einen guten Tag erwische und unter die besten sechs Kegler komme. Das wäre wichtig, denn dann erhält Hessen im kommenden Jahr einen weiteren Startplatz“, sagt der 58-Jährige und denkt dabei uneigennützig, auch wenn er alles geben und um einen vorderen Platz kämpfen wird.

Dass er den Sprung zu den „Deutschen“ überhaupt geschafft hat, „das habe ich irgendwie gar nicht so richtig für möglich gehalten“, sagt er und bezieht sich auf ein starkes Starterfeld bei den Hessenmeisterschaften. „In dieser Klasse haben in den vergangenen Jahren immer die meisten Spieler gekegelt und das Niveau war immer richtig gut.“ Viele seiner Gegner kegelten aktiv eine Klasse höher in der Hessenliga, weshalb sich der Eschweger Verbandsligaspieler keine großen Chancen ausgerechnet hatte. Er sagt: „Klar war auch, dass nur die besten drei Kegler zu den Deutschen Meisterschaften fahren. Und dann habe ich es irgendwie doch geschafft.“ Am Ende des Wettkampfes stand er auf dem Podium – inklusive Ticket für die „Deutschen“.

Den ersten Platz belegte Björn Georg aus Herborn, der für Wetzlar startet, mit 786 Holz. Zweiter wurde Michael Wieczorek aus Fulda, der auch für Wetzlar startet, mit 779 Holz. Danach wurde es mal wieder sehr spannend. „Ich hatte am Ende insgesamt 772 Holz. Es folgenden noch einige Kegler, aus Fulda, Wettenberg, Heuchelheim und Wetzlar, die ebenfalls in der Hessenliga kegeln. Aber alle blieben knapp hinter mir, sodass ich mich sehr über den dritten Platz und die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften gefreut habe.“

Seit seinem zwöften Lebensjahr kegelt Kalepp und wurde im Behindertensportverband schon Deutscher Vizemeister.

Mit Optimismus und Mut zum Wettkampf

Seiner Teilnahme bei den Landestitelkämpfen fiebert er seit Tagen entgegen. „Die Kegelbahnen in Morbach sind ein gutes Omen für mich, denn vor fünf Jahren fanden dort schon einmal die Deutschen Meisterschaften statt, und ich wurde Dritter in der Einzelwertung mit 792 Holz, nur zwei Holz hinter dem zweiten Platz. Bronze war eine tolle Geschichte.“

Kalepp kegelte rund 20 Jahre lang für den Versehrtensportverein Eschwege 1951, „und ich habe auch in all den Jahren gute Erfolge erzielt. Leider existiert die Kegelabteilung nur noch auf dem Papier“, erzählt er und gibt an, dass er 2010 zur Behindertensportgemeinschaft Kassel wechselte und daher bei Veranstaltungen des Behindertensportverbandes für Kassel startet. In der Mannschaftswertung wurde er mit der BSG Kassel Hessenmeister – und Kalepp hofft, in Morbach groß aufzutrumpfen. Mithilfe der anfeuernden Fans.

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