„Enttäuschung im SV Reichensachsen ist riesig“

Kein „Budenzauber“: Beliebtes Fußball-Hallenturnier in Reichensachsen fällt aus

Mächtig Stimmung ist beim Traditionsturnier in der Sporthalle der Friedrich-Ebert-Schule in Reichensachsen garantiert.
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Mächtig Stimmung ist beim Traditionsturnier in der Sporthalle der Friedrich-Ebert-Schule in Reichensachsen garantiert.

„Die Enttäuschung im ganzen SV Reichensachsen ist riesig – vom Jugendtrainer bis zum Seniorentrainer“, sagt Harald Zaremba, Leiter der Fußballabteilung des SV Reichensachsen.

Reichensachen - Der Grund: Wegen der steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Deutschland sieht sich der Verein gezwungen, die für den Januar des kommenden Jahres geplante 39. Auflage des Fußball-Bandenturniers „Budenzauber“ abzusagen. Knapp einhundert Mannschaften hätten sich in zehn Wettkämpfen miteinander messen sollen – Bambinis bis A--Jugend, Frauen- sowie Herrenteams und Alte Herren.

Mit dem Budenzauber fällt der erste sportliche Höhepunkt im Werra-Meißner-Kreis im Jahr 2021 flach, der vor allem wegen der umlaufenden Bande in der Sporthalle der Friedrich-Ebert-Schule in Reichensachsen eine anziehende Wirkung auf sehr viele Freunde des Fußballsports hat.

Das Spiel wird dadurch so rasant und ereignisreich, dass nur selten torlose Remis erzielt werden. Gerade beim Seniorenturnier am Samstag ist die Halle in der Regel mit Hunderten Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stimmung dementsprechend herausragend.

SV Reichensachsen wollte Turnier mit Hygienekonzept veranstalten

„Wir wollten das Turnier wirklich gerne veranstalten, weil es eine große Tradition hat und für die Werra-Meißner-Region auch ein Stück weit ein Aushängeschild ist“, sagt Zaremba. Vor allem die Bande und der Reiz, Teams außerhalb des Werra-Meißner-Kreises zu Gast zu haben, machten das Turnier aus. „Es kommen Fußballmannschaften aus Niedersachsen, Thüringen und Hessen zusammen – man spielt auch mal gegen die eine oder andere Mannschaft aus Kassel oder gar gegen Teams wie Rot-Weiß Erfurt“, sagt Zaremba.

Noch im vergangenen Oktober sei man bei den Verantwortlichen des Gesundheitsamtes des Werra-Meißner-Kreis vorstellig geworden und habe sich die Vorgaben für ein entsprechendes Hygienekonzept erklären lassen.

Budenzauber im Januar 2020: Hier kämpft Kapitän Tonio Binneberg des SV Reichensachsen (rechts) um das runde Leder.

Absage aufgrund des Spielverbotes durch Hessischen Fußball-Verband

„Wie beispielsweise im Amateur-Handballsport waren die Vorgaben schon heftig, aber wir hatten uns im Vorstand trotzdem entschlossen, das Turnier zu stemmen“, so der Abteilungsleiter. So hätten unter anderem nur 100 Personen inklusive der Spieler in die Sporthalle der Friedrich-Ebert-Schule gedurft.

„Zum ersten November kam dann aber das Spielverbot des Hessischen Fußball-Verbandes bis Ende des Jahres“, so Zaremba. Schweren Herzens habe man sich dann auch dazu entschieden, das beliebte Bandenturnier abzusagen. Vor allem für die Nachwuchsfußballer täte ihm die Absage leid, so Zaremba.

Die Auswirkungen der Coronapandemie hätten sich derweil schon im Vorfeld der Planung in diesem Jahr durchgeschlagen, berichtet Zaremba: Selbst die teilnehmenden Mannschaften standen bis zur Absage noch nicht fest. Üblicherweise hätten sich sonst bereits die ersten Teams im August und September nach einer Teilnahme erkundigt.

Hoffnung auf normales Turnier im Januar 2022

Nicht unerhebliche finanzielle Auswirkungen hat die Absage auch für den SV Reichensachsen, sagt Zaremba. „Dadurch fehlt uns einiges, mit den Einnahmen haben wir normalerweise überwintert.“ Aber auch auf die Sponsoren und die Zulieferer hätte es Auswirkungen. „Beim Turnier wurde schon einiges umgesetzt“, so Zaremba.

Klar ist nach der Absage des Budenzaubers aber auch, dass der SVR seinen Blick in die Zukunft richtet und hofft, das Turnier 2022 wieder unter den gewohnten Bedingungen austragen zu können. „Wir haben absolut Verständnis für die Coronaverordnungen. Wollen wir hoffen, dass wir bald wieder unserem Sport nachgehen können, darauf hoffen ja sehr viele auf der Welt“, so der Abteilungsleiter. (Maurice Morth)

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