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Kilian Krug und viel Willenskraft: SV Adler macht in der Hessenliga einfach weiter

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Von: Maurice Morth

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Hand auf das Wappen: Nach seinem Traumtor zum 1:0 für den SV Adler jubelt Kilian Krug (links). Erster Gratulant war in dieser Szene Jan Gerbig.
Hand auf das Wappen: Nach seinem Traumtor zum 1:0 für den SV Adler jubelt Kilian Krug (links). Erster Gratulant war in dieser Szene Jan Gerbig. © Maurice Morth

Unfassbar: Der SV Adler Weidenhausen macht nach der herausragenden Fußball-Verbandsligasaison in der Hessenliga einfach dort weiter, wo er aufgehört hat.

Weidenhausen: 4:1 lautete vor rund 800 Zuschauern am gestrigen Sonntagnachmittag das Endergebnis beim Liga-Premierenspiel auf dem Chattenloh gegen den FC Eddersheim, der in der Vorsaison noch den vierten Tabellenplatz belegte.

Überragender Mann auf dem Feld war der zweifache Torschütze Kilian Krug (19), der seine Mannschaft mit einem Traumtor zum 1:0 nicht nur auf die Siegerstraße brachte (11.), sondern kurz nach der Halbzeitpause auch noch das so unglaublich wichtige 3:1 erzielte (49.). Das Ergebnis darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass für den SV Adler über die vollen 90 Minuten sehr viel Arbeit notwendig war.

FC Eddersheim wie die Feuerwehr

Die Südhessen legten sprichwörtlich los wie die Feuerwehr. Bei einem eigentlich ungefährlichen langen Ball waren Torwart Lucas Waßmann, der den Vorzug vor Johannes Klotzsch im Adler-Tor erhielt, und Innenverteidiger Kilian Löffler etwas zu zögerlich, der Schuss von Angreifer Farid Affo aus kurzer Distanz konnte aber gerade noch so geblockt werden (2.).

Und auch in der nächsten Szene hatte der Adler Glück: Ein Kopfball nach einer Ecke von Eddersheim landete nur am Lattenkreuz (4.).

Die Kilian-Krug-Show

Mitten in diese Druckphase hinein sorgte Youngster Kilian Krug mit dem ersten Torschuss überhaupt für die 1:0-Führung für die Gastgeber. Unnachahmlich zog der 19-Jährige von der halbrechten Position nach innen und setzte den Ball mit seinem linken Fuß aus gut 22 Metern so an den Innenpfosten, dass es für Daniel Zeaiter im Tor der Südhessen nicht den Hauch einer Abwehrchance gab (11.).

Und für die Heimfans kam es noch besser: Linksaußen Jan Gerbig konnte bei einem Dribbling gegen zwei Gegenspieler im Strafraum nur mit einem Foul gestoppt werden, den Strafstoß verwandelte der Gefoulte im Nachschuss selbst zum 2:0 (25.). Bestach der SV Adler Weidenhausen vor allem durch seine Effektivität, so brachte er sich kurz vor der Pause aber auch selbst in Bredouille, denn Tim Ullrich köpfte einen eigentlich ungefährlichen Freistoß unhaltbar für Lucas Waßmann zum 2:1 in die Maschen (44.).

Wer nun allerdings damit rechnete, dass die Gäste mit viel Wut im Bauch aus der Kabine kommen würden und die Weidenhäuser weiche Knie bekommen würden, der wurde ganz schnell eines Besseren belehrt: Gerade einmal vier Minuten waren wieder gespielt, als Kilian Krug gut 16 Meter vor dem Tor stark bedient wurde. Mit einem Flachschuss, bei dem Torhüter Daniel Zeaiter nicht gerade gut aussah, traf er zum 3:1 (49.).

In der Folge hatten die Eddersheimer noch wesentlich mehr Ballbesitz, abermals Kilian Krug klärte aber nach einem Eckball auf der Linie (51.) und Simon Lüders’ Linksschuss landete nur ganz knapp neben dem Pfosten (53.). Bis auf die 70. Minute, in der Lucas Waßmann noch geschickt am Fünfmeterraum mit dem Fuß klären konnte, sprangen aber kaum weitere zwingende Torchancen für die Gäste heraus.

Starkes Umschaltspiel

Gut 15 Minuten vor Spielende warf Eddersheim schließlich alles nach vorne, der SV Adler wusste die sich ihm bietenden Räume eiskalt auszunutzen. So setzte sich Kapitän Sören Gonnermann herausragend an der Mittellinie durch und vollendete sein Solo aus spitzem Winkel zum 4:1 (76.) – die endgültige Entscheidung, die durch weitere Großchancen sogar noch hätte höher ausfallen können.

Viel Arbeit war für Sören Gonnermann (rechts) und den SV Adler gegen Eddersheim notwendig.
Viel Arbeit war für Sören Gonnermann (rechts) und den SV Adler gegen Eddersheim notwendig. © Maurice Morth

Als Aufsteiger grüßt der SV Adler mit dem FC Erlensee nun sogar von der Spitze der Hessenliga – selbstverständlich nur eine Momentaufnahme, mit der so aber absolut niemand gerechnet hat.

SV Adler Weidenhausen - FC Eddersheim 4:1 (2:1)

SVA: Waßmann - Renke (Pfliegner/67.), Löffler, Hammer, Görs (Ngyuen/80.), T. Ullrich, T. Gonnermann, Gerbig (Immig/83.), K. Krug (Goebel/86.), M. Krug (J. Ullrich/90.), S. Gonnermann.

FC Eddersheim: Zeaiter - Royo (Speck/75.), Hille (Redl/87.), Finger, Schmitt (Demirbas/61.), Lüders (Schur/87.), Affo, Kummer, Scholl, Pandza, Kohlbacher (Rottenau/75.).

Zuschauer: 800.

Schiedsrichter: Patrick Haustein (Großen-Buseck).

Tore: 1:0 K. Krug (11.), 2:0 Gerbig (25.), 2:1 (44./Eigentor T. Ullrich), 3:1 K. Krug (49.), 4:1 S. Gonnermann (76.).

(Maurice Morth)

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