Wenn sogar der Gegner anerkennend gratuliert

Kilian Löffler ist der Fußballer des Wochenendes der Werra-Rundschau

Eine ganz tolle Geste: Willingens Nick Bärenfänger (links) gratuliert Weidenhausens Kilian Löffler zu dessen großartiger Leistung mit drei Treffern. Mit Löffler freut sich auch Abwehrspieler Fabian Assmann (Nr. 5). Foto: Hort Rode

Kilian Löffler vom SV Adler ist der Fußballer des Wochenendes der Werra-Rundschau.

VON NICO BECK

Am späten Samstagabend in Willingen ist glasklar gewesen, wer die Lieder zur Weidenhäuser Jubel-arie anstimmt. Das konnte nur Kilian Löffler sein. Derjenige, der förmlich im Alleingang für den ersten Saisonsieg des Verbandsligisten sorgte. Der nach seinen drei Treffern gegen den SC Willingen schon jetzt genau so viele Ligatore auf dem Konto hat wie in seiner erfolgreichsten Adler-Spielzeit. Der einen Traum-Heber aus 35 Metern erzielte. Derjenige, dem sogar die besiegten Gastgeber zu seinem großartigen Auftritt gratulierten. Kilian Löffler war nicht nur der Mann des Spiels beim überraschend deutlichen 5:0-Erfolg des SV Adler Weidenhausen, sondern ist auch der Fußballer des Wochenendes der Werra-Rundschau.

Dass der 23-jährige Wanfrieder urplötzlich auf den Spuren seines Vaters Andreas wandelt, das war so nicht zu erwarten. Denn während der Papa als Offensivspieler zur VfL-Wanfried-Legende wurde und regelmäßig als Torjäger in Erscheinung trat, war dies beim Sohnemann bisher nicht der Fall. „Kili hat als defensiver Mittelfeldspieler auf der Sechs ganz andere Aufgaben“, sagt Teammanager Stefan Stederoth. Gegen Willingen wurde Löffler aber nicht primär mit Defensivaufgaben betraut. „Unser Trainer hat ihn ins offensive Mittelfeld vorgezogen. Und da ist der Weg zum Tor ja bekanntlich etwas kürzer“, so Stederoth scherzend, der von einem außergewöhnlichen Spiel des filigranen Technikers spricht.

Löffler sollte also niemand Geringeren als Tim Gonnermann vertreten. Und das tat er, wie es wohl weder Trainer Maikel Buchenau, Manager Stefan Stederoth oder die eigenen Kollegen auf dem Feld erwartet hatten. „Aber da hat zum Glück alles gepasst.“

In der 11., 19. und 54. Minute stand Löffler nicht nur goldrichtig, sondern bewies einmal mehr seinen Überblick. So zum Beispiel als er früh erkannt hatte, dass Willingens Torwart zu weit vor dem Tor stand. Da fasste er sich aus 35 Metern ein Herz und hob den Ball gekonnt über den Schlussmann zum Treffer des Tages, der gleichzeitig die Vorentscheidung in dieser Partie des zweiten Spieltags bedeutete (3:0).

Zuvor war Löffler zweimal per Flachschuss erfolgreich. Einmal nach Vorarbeit von Sören Pfliegner, als er nur noch einzuschieben brauchte. Zum 2:0 tauchte er frei vor dem Keeper auf und behielt im Eins-gegen-eins die Nerven. Schon allein diese drei in ihrer Entstehung so unterschiedlichen Torerfolge zeigen, welche Qualitäten der 23-Jährige vorzuweisen hat.

Dabei gelang ihm nun sogar ein seltenes Kunststück: Er hat einen Treffer mehr auf dem Konto als Sören Gonnermann, der traditionell nicht nur die interne Torschützenliste anführt, sondern auch regelmäßig der erfolgreichste Knipser der Verbandsliga ist. Vielleicht wird dies nun aber Kilian Löffler? Stederoth sagt lachend dazu: „Von mir aus kann er schon am Mittwoch gegen Ehrenberg wieder dreimal treffen.“

Wahrscheinlich war „Kili“ ob seiner Gesangseinlagen am Samstag noch zu heiser, um zu sprechen, denn telefonisch war er gestern nicht zu erreichen.

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