Kodex wurde aktualisiert

Kinder im Sport schützen: Fragen und Antworten zu den Verhaltensregeln für Übungsleiter

Konzepte im hessischen Sport sorgen für Verhaltensregeln im Umgang mit Kindern und Jugendlichen: Diese wurden nun aktualisiert. Insgesamt geht es darum, dass die jungen Sportler keinerlei Gewalt ausgesetzt würde, egal, ob physisch oder psychisch.
+
Konzepte im hessischen Sport sorgen für Verhaltensregeln im Umgang mit Kindern und Jugendlichen: Diese wurden nun aktualisiert. Insgesamt geht es darum, dass die jungen Sportler keinerlei Gewalt ausgesetzt würde, egal, ob physisch oder psychisch.

Wie in nahezu allen Bereichen der Gesellschaft, so kann auch der Sportverein ein Ort sein, an dem Kindeswohlgefährdungen und Missbrauch ihren Ausgang finden. Als Reaktion darauf haben der Landessportbund Hessen und die Sportjugend Hessen in den vergangenen Jahren Konzepte erstellt, die dies verhindern sollen.

Mit dem Verhaltenskodex zum Kindeswohl und den zugehörigen Verhaltensregeln wurden nun zwei tragende Säulen des differenzierten Präventionskonzeptes angepasst und aktualisiert. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Worum geht es bei diesen Verhaltensregeln?

Wer im hessischen Sport ehrenamtlich oder hauptberuflich mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammenarbeiten will, muss vor Antritt der Tätigkeit Verhaltenskodexe und Verhaltensregeln unterschrieben vorlegen. Beide Dokumente verweisen nachdrücklich auf einzuhaltende Werte und Normen, die einerseits dem Kinder- und Jugendschutz dienen, andererseits jedoch auch Übungsleiter vor potenziell falschen Verdächtigungen schützen sollen. Geregelt wird darüber hinaus auch der Umgang mit Nähe und Distanz.

Worauf kommt es hierbei an?

Keinerlei Gewalt, „sei sie physischer, psychischer oder sexualisierter Art, auszuüben“ und „Autoritäts- und Vertrauensstellung nicht auszunutzen“, wie die Institutionen mitteilen, stellen auch im veränderten Kodex nach wie vor die obersten Prinzipien dar. Daneben verpflichten sich die Unterzeichner dazu, aktiv zu handeln und „professionelle, fachliche Unterstützung und Hilfe hinzuziehen und/oder Ansprechpartner bei der Sportjugend Hessen/beim Landesportbund Hessen (ggf. anonym) zu informieren“, sobald im eigenen Umfeld Konflikt- oder Verdachtsfälle auftreten. Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die als Zielgruppe neu aufgenommen wurden, soll zudem stets die Möglichkeit auf Mitbestimmung und Beteiligung eröffnet werden.

Bei welchen Themenpunkten sind Änderungen der Verhaltensregeln zum Kindeswohl vorgenommen worden?

Eine Neuerung betrifft die Regelungen zur Einhaltung des Fair-Play-Gedankens, für die sich Unterzeichner des Dokuments zukünftig nachweislich aktiv einsetzen sollen. Auch das Recht auf die Achtung körperlicher Unversehrtheit und Intimsphäre wird zentral hervorgehoben. Die Schaffung einer „Transparenz im Handeln“ ist zudem an den Anfang der Verhaltensregeln gerückt und durch konkrete Beispiele verdeutlicht worden. So heißt es etwa, dass bei Einzeltrainings „möglichst immer das „Sechs-Augen Prinzip“ und/oder das „Prinzip der offenen Tür“ einzuhalten sind und körperliche Kontakte zunächst von Kindern und Jugendlichen auf „das pädagogisch sinnvolle Maß“ reduziert werden sollen.

Was bedeutet das für Lizenzinhaber?

Sie sind von den Anpassungen nicht ausgenommen. Stattdessen sieht Paragraf 9 der Ausbildungsordnung des Landessportbundes vor, dass alle Lizenzinhaber bei Erhalt der Neulizenz oder Lizenzverlängerung den Verhaltenskodex erneut unterschrieben einzureichen haben. Seit einigen Wochen wird hier ausschließlich die aktualisierte Fassung anerkannt.

Von Lea Hüther

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare