Porträt zum 80. Geburtstag 

Fußball spielender Radsportler: Klaus Meyer war der „Turm in der Schlacht“

Erfolgreiche Radball-Zeit beim RV Edelweiß Albungen: Johnny Kirchner (links) und Klaus Meyer.

Ein früherer Fußball-Mitspieler nannte ihn liebevoll den "Turm in der Schlacht", heute wird der Fußball spielende Radsportler Klaus Meyer aus Hitzerode 80 Jahre alt.

VON SIEGFRIED FURCHERT

Hitzerode – Vor allem die Fußballfans aus Berkatal und Umgebung erinnern sich sehr gern an die Jahre 1963 bis 1968, als der SV Blau-Weiß Frankershausen seine Glanzzeit erlebte und von der B-Klasse Eschwege bis in die Bezirksliga aufstieg. In der Mannschaft stand damals der auf der Position des Stoppers eingesetzte Klaus Meyer aus Hitzerode, den Mannschaftskamerad Waldemar Tannhäuser liebevoll als den „Turm in der Schlacht“ bezeichnet.

Als Jugendlicher war der aus dem Werradörfchen Albungen stammende und vielseitig interessierte Klaus Meyer schon als Radballer des RV Edelweiß erfolgreich, ehe er die Fußballstiefel anzog. Der Sport hat Klaus Meyer jung und vital gehalten. So feiert der Fußball spielende Radsportler heute, am 18. Mai, bei guter Gesundheit seinen 80. Geburtstag, zu dem auch die Heimatzeitung gratuliert.

Schaute vor drei Wochen beim Weltcup in Albungen zu: Klaus Meyer. Foto: Furchert

Der Albunger

Die Familie Meyer kam 1945 nach überstandener Flucht aus Schmoltin, Kreis Stolp, nach Albungen, wo Mutter Erna Meyer und die Geschwister Margit und Klaus im Elternhaus von Vater Kurt, der als Seefahrer in Gefangenschaft kam und erst später zur Familie stieß, Unterschlupf fanden. Schwester Ulla kam erst 1950 zur Welt. Klaus besuchte die Albunger Volksschule, machte in den Firmen Immig in Albungen und Huy in Bad Sooden-Allendorf eine Lehre als Kupferschmied. Später arbeitete der Jubilar als Schweißer bei Massey-Fergusson in Eschwege, ab 1962 bis 1999 zur Rente in Kassel bei der Firma Lamparter.

Der Radsportler

Mit zwölf Jahren trat Klaus Meyer 1951 in den Radfahrverein Edelweiß ein, spielte Radball. Schon als Schüler die ersten Erfolge, als er und Partner Johnny Kirchner 1954 Bezirksbeste wurden. Bei den Senioren weitere Erfolge: Mit Johnny Kirchner reichte es 1970 und 1972 zur Bezirksmeisterschaft. Die beiden spielten 1972 auch ein Jahr in der Landesliga.

Die letzten großen Erfolge stellten sich dann 1985 ein, als Meyer als 46-Jähriger mit Partner Hermann Stübner noch einen Bezirkstitel und mit Günter Kirchner die Nordhessenmeisterschaft erkämpfte.

68 Jahre ist Klaus Meyer schon Mitglied im RV Edelweiß. Bis 2011 erwarb er 13-mal das Radsportabzeichen in Gold, fuhr dabei rund 22 000 Kilometer. Auch als Rentner blieb Meyer dem Radsport treu. Seit 1999 legte er bei Wanderfahrten und als Hobbyradler zirka 30 000 Kilometer zurück. Darauf ist er stolz: „Und das nicht mit einem E-Bike, sondern auf einem normalen Sportrad.“

Der Fußballer

Erste Fußball-Kenntnisse erwarb Meyer als Jugendlicher auf dem Albunger Sportplatz. Mit einigen Kameraden schloss er sich 1958 dem TSV Grün-Weiß Oberhone an, wo die Albunger bis 1960 in der Reserve spielten. Meyer: „Da es ganz gut lief, weckte das in mir den Reiz, auch einmal höherklassig zu spielen.“

Beim SV Frankershausen war man auf den Abwehrspieler aufmerksam geworden, der in der ersten Mannschaft in den erfolgreichen Jahren von 1960 bis 1967 als Stopper eingesetzt war und mit sehr guten Leistungen imponierte.

Der damalige Mannschaftsführer Waldemar Tannhäuser: „Klaus war in vielen Spielen ein ruhender Pol in der Abwehr, sehr zuverlässig, so etwas wie ein Turm in der Schlacht und außerdem ein sehr sicherer Elfmeterschütze.“ Mit dem SV Blau-Weiß stieg Klaus Meyer von 1963 bis 1967 von der B-Klasse Eschwege bis in die Bezirksliga auf. Der SV war in diesen Jahren die erfolgreichste Mannschaft des Kreises, die 1966 mit Klaus Meyer und den Krippner-Brüdern vor 1000 Zuschauern mit dem 2:1 über die SV 07 Eschwege auch den Landrat-Höhne-Pokal gewann. Der Lohn: Die Werra-Rundschau zeichnete den SV nach einer Leserumfrage als Mannschaft des Jahres aus.

1967 beendete Meyer sein Engagement bei den Blau-Weißen, „bei denen ich sehr gern gespielt habe“. Er wechselte nach Hitzerode, wo er bereits 1966 seine Ehefrau Rosi zum Traualtar führte. Die Fußballschuhe hängte er aber nicht an den Nagel, sondern spielte noch einige Zeit im Team des SV Hitzerode, mit dem er einige Erfolge, darunter auch eine C-Klassenmeisterschaft, schaffte.

Auch bei den Alten Herren des SV BW Frankershausen mischte Klaus Meyer mit, ehe er Anfang der 80er-Jahre dem Fußball ade sagte, auf sein Motorrad und Sportrad umstieg und mit beiden viele Kilometer zurücklegte. Bis heute.

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