Der 48-Jährige spricht über sein erstes Jahr im Amt unter erschwerten Bedingungen

Kreisfußballwart Holger Franke zieht Bilanz

Horst Schott und Holger Franke
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Amtsübergabe: Unser Archivfoto zeigt den Ex-Kreisfußballwart Horst Schott (links) und seinen Nachfolge Holger Franke beim Kreisfußballtag im März 2020.

Ein gutes Jahr ist Holger Franke nun Kreisfußballwart des Werra-Meißner-Kreises. Durch die Corona-Pandemie und die abgebrochne Fußball-Saison verlief sein Einstieg alles andere als gewöhnlich.

Eschwege ‒ Nachdem die Werra-Rundschau Anfang der Woche mit Frankes Vorgänger Horst Schott über seine neu gewonnene Freizeit nach Abgabe des Postens sprach, zieht jetzt sein Nachfolger Bilanz.

„Natürlich waren die Rahmenbedingungen denkbar schlecht. Ich hätte gerne die klassischen Aufgaben des Kreisfußballwartes übernommen und erste Projekte auf den Weg gebracht“, resümiert Franke. Obwohl er sich seinen Einstieg etwas anders vorgestellt hatte – was durch die Corona-Pandemie nicht möglich war – gibt sich der 48-Jährige zuversichtlich: „Jetzt müssen wir einfach nach vorne schauen. Ich freue mich einfach auf die künftige Arbeit und das, was vor uns liegt.“

Für die Zukunft hat sich Franke schon einen Plan zurechtgelegt und weiß, welche Punkte ihm wichtig sind. „Wir stehen vor großen Herausforderungen. Die Auswirkungen der demografischen Entwicklung sind bekannt, gerade auch in unserer Region“, beginnt Franke seine Überlegungen.

Lösungen für Jugend

Zudem sei nicht sicher, welche Auswirkung die lange Zwangspause im Spiel- und Trainingsbetrieb auf Spieler- und Mannschaftszahlen habe – gerade im Jugendbereich. Frankes Lösungsansatz: „Hier müssen wir überlegen, wie wir die jungen Menschen auch weiterhin für den Fußballsport begeistern.“ Auf diese Weise möchte Franke die Zukunft des Fußballsports im Werra-Meißner-Kreis sichern.

Im Gespräch mit der Werra-Rundschau betonte Frankes Vorgänger Horst Schott, dass das Amt des Kreisfußballwartes viel Zeit in Anspruch nehme. Als stressig würde Franke seinen neuen Posten aber nicht nennen: „Stress klingt so negativ. Ich wusste, was auf mich zukommt. Mir macht der regelmäßige Austausch mit Vereinen, Verbandsmitgliedern und die Arbeit in den Ausschüssen viel Spaß. Wenn, dann ist es positiver Stress.“

Im selben Atemzug hebt Franke den positiven Kontakt mit Schott hervor: „Wir befinden uns in regelmäßigem Austausch. Horst ist für mich nicht nur wegen seiner jahrzehntelangen Erfahrung ein wertvoller Ratgeber, seine Meinung ist mir wichtig“, erklärt der amtierende Kreisfußballwart.

Die Meinung seines Vorgängers sei ihm bei seiner täglichen Arbeit extrem behilflich. Durch die Corona-Pandemie sieht diese aber anders aus als erwartet, wie Franke erklärt: „Statt Spielbesuchen und persönlichen Treffen stehen viele Video- und Telefonkonferenzen an.“ Das habe aber auch Vorteile – vor allem die Zeitersparnis sei groß. Das ermögliche es ihm, genug Zeit für seine Arbeit zu finden.

Das ist insofern wichtig, da Franke ein gefragter Mann ist. Besonders Vereinsvertreter kontaktieren ihn regelmäßig, wie er verrät: „Dabei ging es zuletzt hauptsächlich um die Frage, ob die Saison 2020/21 fortgesetzt werden könnte.“ Diese wurde durch die kürzlich getroffene Entscheidung des Hessischen Fußball-verbandes beantwortet, der die Spielzeit im Amateurbereich abbrach und annullierte.

Hoffen auf neue Saison

Wie es für die anstehende Saison aussieht – da ist Franke auch noch nicht schlauer als die Vertreter der Vereine. Trotzdem gibt er die Hoffnung nicht auf, dass die Spielzeit 2021/22 wie geplant stattfinden kann: „Ich wage es ja kaum, von Planungssicherheit zu sprechen, aber genau darum geht es. Nach der Erfahrung von zwei abgebrochenen Spielzeiten muss es unser oberstes Ziel sein, einen Spielbetrieb zu organisieren, der gute Chancen besitzt, dass wir ihn zu Ende spielen können.“ Durch das unvorhersehbare Infektionsgeschehen seien diese Planungen aber nur schwer umzusetzen.

Trotz allen Widrigkeiten: Franke bereut es nicht, die Stelle als Kreisfußballwart angetreten zu haben: „Natürlich waren die vergangenen Monate frustrierend. Trotzdem bin ich mit viel Freude ins Amt gestartet und freue mich auf alles Weitere.“ (Kevin Hildebrand)

Zur Person

Holger Franke (48) ist in Wanfried-Heldra aufgewachsen und wohnt heute mit seiner Partnerin in Grebendorf. Nach der Mittleren Reife im Jahr 1989 begann er eine Ausbildung beim Werra-Meißner-Kreis zum Verwaltungsfachangestellten, eine Ausbildung zum Beamten im Mittleren Dienst folgte. Als Spieler stand der 48-Jährige beim FC Eschwege im Tor, ist seit 2010 im Vorstand des Kreisstadtklubs. Seit 2014 ist er Mitglied des Kreisjugendausschusses, seit 2016 ist er im Kreisfußballausschuss. 

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