Für Trampolinturner Kyrylo Sonn geht es ab  Mittwoch rund

Sontraer startet bei den Weltmeisterschaften in Russland

Hoch durch die Luft: Der in Sontra aufgewachsene Leistungsturner Kyrylo Sonn ist zweifacher Deutscher Meister. Heute beginnen die Weltmeisterschaften in Russland, bei denen er sein Potenzial abrufen will. Foto: privat/nh

Sontra/St. Petersburg. Trampolinturner Kyrylo Sonn aus Sontra startet heute bei den Weltmeisterschaften in Russland. 

Mit einer perfekten Körperbeherrschung dreht sich ein 1,72 Meter großer Mann derart schnell, wild und doch koordiniert wie planmäßig durch die Luft, dass einem beim Zuschauen fast schwindelig wird. Nach mehreren Dreifachsalti und unzähligen Schrauben landet er gewohnt sicher auf dem Tuch. Bei der Europameisterschaft und der Qualifikation zur Weltmeisterschaft hat der in Sontra aufgewachsene Kyrylo Sonn nach der Landung ein Lächeln im Gesicht.

Seine zehn Sprünge wurden auf dem 4,20 Meter mal 2,13 Meter große Wettkampftuch als Weltklasse eingestuft. „An sehr guten Tagen fliegt er in der First Class“, findet sein Stützpunkttrainer Steffen Eislöffel, „er ist auf Flughöhe mit den Besten der Besten.“ Der Mount Everest, die Spitze der Welt, liegt in gefühlter Reichweite. Um in diese Sphäre zu gelangen, zog Sonn vor acht Jahren von Sontra nach Bad Kreuznach. In der rheinland-pfälzischen Trampolinhochburg entwickelte sich der 28-Jährige mit ukrainischen Wurzeln zum Ausnahmesportler: zweifacher Deutscher Meister, EM-Fünfter.

Sonns Stützpunkttrainer: Steffen Eislöffel. Foto: privat/nh

Nächste Station: Sankt Petersburg, Weltmeisterschaft. Die letzte Standortbestimmung, bevor im nächsten Jahr die Olympia-Qualifikation auf dem Spiel steht.

Am heutigen Mittwoch steigt Kyrylo Sonn als einer der letzten Springer gegen 19 Uhr in die Qualifikation in Russland ein. Seine Konkurrenten sind dann die menschlichen Salto-Maschinen aus China, Japan und Weißrussland.

Sie springen höher, präziser, mutiger, konzentrierter. „Manchmal sieht es aus wie programmiert“, erzählt Sonn, „diese Nationen haben andere Systeme, andere Trainingsmethoden, höhere Erwartungen und einen gigantischen Konkurrenzkampf.“

Und dabei ist es nicht so, als würde Sonn weniger investieren als der favorisierte Olympiasieger Dong Dong aus dem chinesischen Zhengzhou. Zweimal täglich trainiert der Sontraer, der nebenbei Bademeister und Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr ist. Dazu kommen Lauf- und Krafteinheiten. Aber „Air Asia“, so munkelt man, fliegt rund um die Uhr. (red)

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