19-Jährige unterstützt ihren Heimatverein

Lea Schlarbaum betreut seit einem Jahr die "Zweite"des SV Adler Weidenhausen

Im Einsatz: Lea Schlarbaum betreut seit einem Jahr die zweite Mannschaft des SV Adler Weidenhausen. Foto: privat

Lea Schlarbaum hat ein ungewöhnliches Hobby: Die 19-Jährige betreut seit einem Jahr die zweite Fußball-Männermannschaft des SV Adler Weidenhausen.

VON BENJAMIN SCHERP

Weidenhausen – Fußball gilt als starke Männerwelt, in der Frauen normalerweise eher im Hintergrund agieren. Wenn überhaupt. Bibiana Steinhaus stellt eine Ausnahme dar, als Schiedsrichterin ist sie seit Jahren in der Bundesliga im Einsatz. Auch Kathleen Krüger ist ein Name, den man aus dem Profifußball kennen könnte. Sie ist Teammanagerin des FC Bayern. Das war’s dann aber auch schon. Im heimischen Fußball zeigt sich hin und wieder ein anderes Bild. Wie seit einem Jahr beim SV Adler Weidenhausen.

Lea Schlarbaum kümmert sich als Betreuerin um die zweite Mannschaft des SV Adler, sie ist eine von nur wenigen Betreuerinnen im Kreis. Die 19-jährige Weidenhäuserin hat sich vor gut einem Jahr der Aufgabe angenommen, den künftigen Gruppenligisten bei der Organisation zu unterstützen. „Letztes Jahr wurde die Position des Betreuers frei und ich habe mich freiwillig angeboten, diese Rolle zu übernehmen“, sagt Schlarbaum, die von klein auf in enger Verbindung mit dem Verein ihres Heimatortes steht, seit Jahren die Spiele auf dem Chattenloh besucht.

Somit sei es für sie selbstverständlich gewesen, auch während der Spiele und davor Verantwortung zu übernehmen. „Auch ohne meine momentane Funktion wäre ich bei allen Spielen dabei gewesen. Da helfe ich gern, wo ich kann.“ Und so organisiert die Abiturientin alles rund um den Spielbetrieb der Mannschaft, die von Alexander Henke trainiert wird. Neben der Bearbeitung von Spielberichten und dem Ordnen der Spielerpässe gehört auch das Aufhängen der Trikots in der Kabine vor den Partien dazu. Und wenn mal ein Spieler mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden liegen bleibt, dann gibt es nur eine Person, die mit dem Sanitätskoffer herbeieilt: Lea Schlarbaum.

„Auch für mich ist das manchmal eine Herausforderung. Aber mir macht es sehr viel Spaß und ich mache das echt gern“, sagt sie. Als Grund dafür nennt sie das Gemeinschaftsgefühl im Verein. Sie erzählt: „Der SV Adler ist eine große Familie und diese Beziehung, die hier zwischen Zuschauern und dem Verein herrscht, ist in meinen Augen in der Region einzigartig. Wer einmal hier ein Spiel verfolgt, der kennt das.“

Die 19-Jährige wurde im Kindesalter von ihrem Vater zu einem Spiel mitgenommen und in der Folge habe der Fußball immer zu ihrem Leben gehört, wenn auch nur im Amateurbereich. „Zu dem Fußball in der Umgebung habe ich einfach einen viel größeren Bezug als zu den Profivereinen. Deswegen schaue ich lieber den Mannschaften auf den heimischen Plätzen zu statt den Profis im TV.“

Das ist ebenfalls ein Grund, weshalb sie es kaum erwarten kann, dass der Spielbetrieb im Werra-Meißner-Kreis wieder anrollt. Wann das sein wird, das ist ungewiss. Doch eines ist sicher: Lea Schlarbaum wird wieder für ihren SVA im Einsatz sein. Darauf freut sie sich schon jetzt. „Durch mein Amt haben sich viele tolle Freundschaften mit Spielern und anderen Verantwortlichen aus der Mannschaft entwickelt. Ich habe mich seit dem ersten Tag sehr gut integriert gefühlt und als Teil der Truppe gesehen. Das möchte ich nicht mehr missen“, spricht sie weiter, wohl wissend, dass sie einem eher ungewöhnlichen Hobby nachgeht für eine junge Frau.

Vielleicht kann Lea Schlarbaum – gemeinsam mit weiteren Frauen, die sich in der Männerdomäne Fußball aktiv einbringen – als Vorbild für weitere Engagements von Frauen im Männerfußball dienen. In Weidenhausen weiß man jedenfalls die Tatkraft der jungen Betreuerin zu schätzen.

ZUR PERSON

Lea Schlarbaum (19) wohnt in Weidenhausen und ist im Ortsteil der Gemeinde Meißner auch aufgewachsen. Zwangsläufig kam sie somit bereits früh in Verbindung mit dem örtlichen Fußballverein, dem SV Adler Weidenhausen. Seit einem Jahr ist sie Betreuerin der zweiten Mannschaft des Clubs. Schlarbaum hat in diesem Jahr das Abitur bestanden. Wie es weitergeht, das habe sie für sich noch nicht entschieden.

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