Leistung des Lebens: Uwe Feige erzielte 70 Tore für SVA in einer Saison und wurde Meister

Meisterschaft und Aufstieg mussten gefeiert werden: Mannschaftskapitän Uwe Feige, der 70 Tore in der Saison erzielte (mit dem Ferkel in der Hand), nahm das Geschenk vom damaligen Sponsor Peter Hupfeld fürs Fest entgegen. Repro: Siegfried Furchert/nh

Weidenhausen. Jeder Sportler hatte diesen Moment, von dem er sagt, das war der beste seiner Laufbahn. Wir erinnern daran in der WR-Serie „Die Leistung meines Lebens“. Heute: Uwe Feige, der mit dem SV Adler Weidenhausen zweimal in Folge aufstieg und in einer Saison 70 Tore erzielte.

Dass der KSV Hessen Kassel als damaliger Fußball-Zweitligist seine Netze nach dem Weidenhäuser Mittelstürmer Uwe Feige ausgeworfen hat, zeigt, in welcher Form er sich befand – in der seines Lebens. Feige erzielte in 28 Spielen unfassbare 70 Tore. Der SV Adler wurde in jener Saison 1980/81 mit 51:5 Punkten souveräner Meister und stieg auf, ärgster Verfolger war Niederhone (44:12).

Trotz der großen Chance erteilte Feige dem KSV eine Absage. Gründe waren, dass es sich „nur“ um einen Vorvertrag handelte – und die Familie. Als jung Verheirateter habe auch „seine Ehefrau ein Wort mitzureden“, wie er damals gegenüber der Werra-Rundschau ausführte. Denn bei dreimaliger Trainingsverpflichtung pro Woche in Kassel wäre ein Umzug wohl unausweichlich gewesen. Feige wollte zudem weiter im Geschäft seiner Eltern arbeiten und für den SVA kicken.

„Trotzdem war das für mich als Dorfjunge damals eine riesige Überraschung, dass sich ein Zweitligist für mich interessiert hat“, blickt Uwe Feige (59) heute zurück. Die Meisterschaft in der B-Klasse mit den wohl noch unangefochtenen 70 von insgesamt 138 Toren seines Teams nennt er sein schönstes Sporterlebnis. Allein beim 10:2 gegen Waldkappel traf er sechsmal – und war übrigens schon in der Vorsaison mit 57 Buden bester Angreifer. „Natürlich hat mich das stolz gemacht, aber ohne meine Mitspieler Fuddel Friedrich, Paule Füllgrabe, Michael Dölle und meinen Bruder Bernd hätte ich das nie erreicht“, so der Weidenhäuser.

Im Endeffekt war es die richtige Entscheidung, zu bleiben. Denn Uwe Feige marschierte mit dem SV Adler Weidenhausen durch, in der nächsten Saison stiegen die A-Liga-Neulinge vom Chattenloh direkt in die Bezirksliga auf. Viele weitere schöne Jahre sollten folgen. „Ich hätte mir gewünscht, so fit wie früher, mal mit unserem heutigen Superspieler Sören Gonnermann im Sturm zu spielen“, sagt Feige, der den Adler noch fest im Herzen trägt und bei den Partien gerne zuschaut. „Ich glaube, dass dann der Aufstieg in die nächsthöhere Klasse realisiert werden könnte“, sagt Feige und fügt lachend an: „Das war natürlich ein Scherz.“ Doch wer weiß?

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