Libanesin trainiert Tischtennis-Kids beim TTC Albungen

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Sie gibt ihr Wissen an junge Sportler weiter: Sabrine Chinnawi freut sich, dem Nachwuchs den Tischtennis-Sport näher zu bringen. 

Sabrine Chinnawi aus dem Libanon zeigt Kindern beim TTC Albungen, wie Tischtennis gespielt wird. 

Sabrine Chinnawi nimmt die Grundstellung ein und verlagert ihr Gewicht auf die Fußballen. Nachdem sie den Schläger fest umgriffen hat, fixiert sie mit beiden Augen den Ball, um die Flugbahn richtig einzuschätzen. Der Tischtennisball wird gespielt. Die 22-Jährige holt aus und trifft den 2,7 Gramm schweren Ball. Immer wieder. Sie macht vieles richtig.

Mit kleinen Sidesteps bewegt sich die Palästinenserin aus dem Libanon am Tisch, um reaktionsschnell agieren zu können. Dabei verändert sie immer wieder die Schlägerblattstellung. Je nach Geschwindigkeit, Rotation und Platzierung des ankommenden Balles variiert sie ihre Rückschläge, die sie platziert mal in gerader oder in diagonaler Richtung spielt.

Sie ist auch in der Lage, die Bälle ganz bewusst mit Vorwärts- oder Rückwärtsrotation zuzuspielen. „Seitdem sie zu uns gekommen ist, hat sie viel gelernt“, erzählte Thomas Freitag, ihr Tischtennis-Übungsleiter beim TTC Albungen. Chinnawi hat die Grundtechniken im Kindertraining von der Pike auf gelernt und kann diese nun auch weitergeben.

„Im Libanon habe ich Ping-Pong gespielt, in Albungen Tischtennis“, betonte Chinnawi, die im Jugendtraining als Spielpartnerin agiert, die stets eingreift, wenn sie kleine Fehler in der Ausführung erkennt. „Sie ist eine tolle Unterstützung und Bereicherung für unseren Verein“, sagt Freitag, der die Eigenständig- und Zuverlässigkeit von Chinnawi hervorhob.

Mit den Kindern zu spielen, macht ihr augenscheinlich Spaß, und es hat einen positiven Nebeneffekt. „Durch die Gespräche im Training habe ich viel besser Deutsch gelernt“, weiß Chinnawi, die den eigenen Aussagen nach für den Sport auch mal gern alles stehen und liegen lässt. Der Umzug aus einer Gemeinschaftsunterkunft in Eschwege ins 28 Kilometer entfernte Witzenhausen sorgte für Unverständnis beim TTC Albungen und Sabrine Chinnawi: „Das war nicht so schön für mich. Aber ans Aufhören habe ich nie gedacht.“ Um ins Training nach Albungen zu kommen, muss nun „ein hoher logistischer Aufwand“ durch ehrenamtliche Helfer betrieben werden.

Aber ihre Vereinskameraden helfen ihr. Chinnawi, die sich ins Vereinsleben integriert hat, ist sehr dankbar: „Sie unterstützen mich wie eine Familie.“ Im TTC hofft man, dass der vom Stab Migration zugesagte Umzug in die Nähe von Albungen in naher Zukunft realisiert wird. Um weiter den Nachwuchs zu fördern, hat sich Chinnawi zu der interkulturellen Übungsleiter-Ausbildung angemeldet, die sie als große Chance sieht, sich zu entwickeln, sportlich und als Persönlichkeit.

Hintergrund: Migranten als Trainer

Um die soziale Integration von Migrant/innen im Sport zu stärken und ihre Teilhabe am Vereinsleben zu fördern, werden im Rahmen des Programms „Integration durch Sport“ vom Landessportbund Hessen in Zusammenarbeit mit Sportkreisen Übungsleiterausbildungen im Breitensport angeboten. 

Es ist ein maßgeschneidertes Angebot zum Erwerb der anerkannten C-Lizenz des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für Übungsleiter/innen. Teilnehmen können engagierte, sportinteressierte Personen ab 17 Jahre, die bereits eine Gruppe im Sportverein leiten, aktiv an der Leitung einer Vereinsgruppe beteiligt sind oder bereit sind, eine zu übernehmen. Die Teilnahme muss allerdings durch den/die Jugendwart/in beziehungsweise den Vereinsvorstand befürwortet werden. 

Die Ausbildung umfasst nach zwei Vorbereitungskursen 120 Lerneinheiten (zehn Wochenenden) plus einen Erste-Hilfe-Kurs. Interkulturelle Aspekte sowie entsprechend dem Lehrplan der Übungsleiter-C Breitensport sportbezogene, pädagogische und organisatorische Themen in Theorie und Praxis werden behandelt. Der Kurs beginnt nach den Sommerferien in der Turnhalle der Eschweger Struthschule. Eine Kinderbetreuung für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren wird am Rande der Ausbildung angeboten. Die Kosten liegen bei 50 Euro. Anmeldungen sind beim Sportkreis möglich: Edmund Pliefke, Tel. 0 56 02 /91 34 52, integration@sk-wm.de oder Magdalena Weidner, Tel. 0 55 42 / 5 02 93 37, bildung@sk-wm.de oder Tina Schott, Tel. 0 56 52 / 91 83 03, info@sk-wm.de. 

Von Marvin Heinz

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