Marcell König spielt zwischen standesamtlicher und kirchlicher Trauung Fußball

Zwischen Partnerschaft und Fußball: Am Freitagabend spielte Marcell König noch für Wanfried, am Samstag folgte die kirchliche Hochzeit. Fotos: privat/nh

Marcell König hat zwischen standesamtlicher und kirchlicher Trauung Fußball für Wanfried gespielt - und getroffen.

Es gibt sie also doch noch. Diese Sportler, die jeder Trainer und jede Mannschaft braucht, weil sie die Tugenden repräsentieren, die im Mannschaftssport so wichtig sind. Vor allem Teamgeist. Persönliche Bedürfnisse zurückstellen, um der Mannschaft zu helfen. Marcell König gehört dazu. Wobei es – wie in seinem Fall – natürlich auch einer toleranten Partnerin bedarf, um seinen Sport so zu leben, wie es der Wanfrieder bei seinem Fußballspiel zwischen standesamtlicher und kirchlicher Trauung am vergangenen Wochenende getan hat.

Bereits seit etwas mehr als zehn Jahren sind der 29-jährige Mittelfeldspieler des Fußball-Kreisoberligisten VfL Wanfried und Frau Marianne liiert. Und so stand für den Bundeswehrangestellten und seine Lebensgefährtin fest, dass in diesem Jahr die Hochzeitsglocken läuten sollten. An den Spielplan des VfL Wanfried dachte dabei allerdings keiner. Und als dieser bekannt war, wurde schnell klar, dass zwischen Standesamt, Polterabend und kirchlicher Trauung tatsächlich das Heimspiel gegen die SG Wehretal auf dem Plan stand.

Vier Tage bevor der Vorsitzende des VfL, Bürgermeister Wilhelm Gebhard, die beiden offiziell vermählen sollte, offenbarte der Bräutigam seiner künftigen Frau dann seine Idee. Zuerst nicht ernst genommen, bekam Marcell dann grünes Licht für seinen Einsatz. Der Rest ist eine Geschichte, wie sie nur der Sport schreiben kann. Nach einem gelungenen Polterabend und wenig Schlaf war der Blondschopf pünktlich zum Anpfiff hellwach und erzielte frisch verheiratet den Führungstreffer im Spiel gegen Wehretal. Ärgerlich nur, dass die angereisten Freunde und Familienmitglieder erst zehn Minuten nach dem Anpfiff im Werrastadion waren, da hatten sie den Treffer bereits verpasst. Dafür sorgten sie in der Folge beim Derbysieg für ordentlich Stimmung, genau wie 24 Stunden später, als die Hochzeitsfeier ihren Lauf nahm. Und wenn der VfL am Sonntag noch mal gespielt hätte? „Dann wäre ich natürlich wieder mit aufgelaufen“, lautete die prompte Antwort Marcell Königs.

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