Marvin Manegold von den Eschweger Legionären ist glühender Football-Fan

Interview zum Super Bowl: Eine Liebe, die durch die Haut geht

Freut sich auf den Super Bowl in der Nacht von Sonntag auf Montag: Marvin Manegold, Spieler der Legionäre Eschwege. Fotos: Nico Beck

In der Nacht zu Montag steigt der Super Bowl in Miami. Wir haben mit Marvin Manegold von den Legionären Eschwege über die Faszination Football gesprochen.

Eschwege – Marvin Manegold ist heiß auf den Super Bowl. Genau wie viele andere American-Football- und Sportfans aus dem Kreisgebiet fiebert er dem Spektakel in Miami seit Wochen entgegen, das in Deutschland in der Nacht von Sonntag auf Montag zu sehen sein wird. Doch es ist nicht nur das NFL-Finale, das Manegold, der bei den Legionären Eschwege spielt, so begeistert. Er ist Football-Fan durch und durch und hat sich seinen Lieblingssport sogar auf der Haut verewigt. Wir haben mit ihm gesprochen.

Das Endspiel bestreiten die Kansas City Chiefs gegen die San Francisco 49ers. Welchem Team drückst du in diesem Jahr die Daumen?

Eigentlich würde ich es beiden Teams gönnen. Dieses Jahr bin ich aber wohl leicht aufseiten der Chiefs.

Wieso?

Ich bin ein großer Fan von Patrick Mahomes, dem vielleicht besten Quarterback der NFL. Ihn spielen zu sehen, das ist jedes Mal etwas Besonderes. Auch der Trainer Andy Reid genießt Kultstatus und nach 50 Jahren ohne Titel kann man es den Chiefs nur wünschen, dass sie diese Durststrecke mal beenden.

Was erwartest du generell vom Super Bowl in Miami?

Wenn man das letzte Endspiel verfolgt hat, wird man mir sicher zustimmen, dass der es dieses Mal nur besser werden kann. Ich hoffe natürlich auf ein Offensivfeuerwerk beider Mannschaften, aber wie sagt man so schön: Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive aber gewinnt Meisterschaften.

Wo wirst du dieses größte Einzelsportereignis der Welt denn verfolgen?

Ich werde, so wie im vergangenen Jahr, das Spiel mit meinen Teamkollegen der Legionäre verfolgen. Dieses Mal wird es auf der Super-Bowl-Party im E-Werk stattfinden, wofür es übrigens noch Tickets zu kaufen gibt.

Was macht die Faszination Football für dich aus?

American Football ist ein Sport, in dem alles möglich ist. Es gibt jede Saison immer Spiele, nach denen man sich fragt, wie ein solch krasser Verlauf möglich gewesen ist? Man darf nie ein Team abschreiben. Das macht es so interessant. Außerdem ist die Sportart eine Mischung aus taktischem Teamsport und mentalem Kampf. Ich selbst spiele in der Verteidigung und kann sagen, dass es sich einfach gut anfühlt, einen Angreifer zu stoppen.

Wann und wie hat dich eigentlich das Football-Fieber gepackt?

Angefangen hat alles mit einem Kumpel, der mir den Sport im Fernsehen gezeigt hat. Nach meinem ersten Training bei den Legionären eine ganze Zeit später habe ich dann sofort gespürt: Hier bist du richtig aufgehoben. Ich bin ein so großer Football-Fan, dass ich mir sogar ein Tattoo habe stechen lassen.

Die rechte Wade von Marvin Manegold zeigt einen Football und Zahnräder.

Wie bitte?

Das stimmt tatsächlich, ich habe ein Tattoo eines Footballs auf der Wade. Den Wunsch nach einem Tattoo hatte ich schon, bevor es mit dem Football anfing. Doch erst dann habe ich den finalen Entschluss gefasst. Im Studio schlug mir der Tätowierer dann meine große Leidenschaft als Motiv vor und ich war sofort überzeugt. Jetzt trage ich das Tattoo mit großem Stolz und bin froh, es auf der Wade zu haben.

Es wirkt ganz so, als wäre American Football deutlich mehr als nur ein Sport für dich.

Das stimmt. Mittlerweile kann man es tatsächlich als Liebe bezeichnen. Sowohl körperlich als auch menschlich konnte ich mich durch meine Leidenschaft weiterentwickeln. Ich gehe zum Beispiel ins Fitnessstudio und habe bereits viele Kilos abgenommen, bin deutlich athletischer geworden. Zusätzlich stärkt meine Sportart durch den nötigen Teamgeist meinen Charakter und ich trage als einer der Kapitäne unserer Mannschaft eine große Verantwortung. Football nimmt einen großen Teil meines Lebens ein.

Wie siehst du die Entwicklungen des American Football hier in der Region und insgesamt in Deutschland?

In den letzten Jahren haben sich viele neue Vereine gegründet, vor allem in den Ballungsräumen wie zum Beispiel in Frankfurt. Aber auch unsere Legionäre wurden so ja wieder belebt. Definitiv ist ein deutlicher Trend nach oben in ganz Deutschland zu erkennen, aber im American Football ist regelmäßiges gemeinsames Training essenziell und geringe Trainingsbeteiligung spiegelt sich auch schnell bei den sowieso seltenen Spielen wider. Durch berufliche Auslastung und teils fehlende Motivation ist die Zahl der Spieler im Training zu oft enttäuschend. Das können sicher die meisten Teams bestätigen. Im Football braucht es eben auch ein paar Spieler mehr als in anderen Sportarten. Um gemeinsam erfolgreich zu sein, gilt es für jeden Einzelnen, voll bei der Sache zu sein.

Hast du einen besonderen Football-Traum?

Ja, den habe ich. Ich will mir unbedingt mal ein Spiel live in den USA anschauen. Das wäre ein absoluter Traum. Dabei sind mir der Ort und die Mannschaften relativ egal, denn jedes Stadion und Team ist einmalig. Nach langen Diskussionen hat jetzt auch meine Freundin zugestimmt, dass wir das mal machen werden. Und wer weiß, vielleicht gelingt es mir ja sogar schon kommende Saison, diesen Traum wahr werden zu lassen.

ZUR PERSON

Marvin Manegold (24) ist großer American-Football-Fan, spielt seit drei Jahren für die Legionäre Eschwege in der Verbandsliga und läuft in der Verteidigung auf. Bevor Manegolds Leidenschaft für American Football entfacht wurde, spielte er Fußball beim SV Eitech Pfaffschwende. Die Atlanta Falcons sind das Lieblingsteam der amerikanischen Profiliga NFL des gelernten Anlagenmechanikers für Rohrsystemtechnik, der in Kella wohnt.

VON NICO BECK UND BENJAMIN SCHERP

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