Volleyballer spielte vor drei Jahren noch in der Bezirksliga

Marvin Phieler aus Sontra ist in die 3. Bundesliga aufgestiegen

Immer bereit zum Blocken: Marvin Phieler, der das Trikot mit der Nummer 28 trägt, ist Profivolleyballer beim TSV Mühldorf. Foto: TSV Mühldorf/nh

Mit dem Aufstieg in die 3. Bundesliga hat Marvin Phieler aus Sontra sein persönliches Volleyballmärchen gekrönt. Innerhalb von drei Jahren schaffte er es von der Bezirks- in die Bundesliga.

VON MARVIN HEINZ

Marvin Phieler hat selbst nicht mit dieser Entwicklung gerechnet, nachdem er als Abiturient im Juli 2014 Sontra verlassen hat. „Es war ein Sprung von null auf hundert“, weiß der 23-Jährige, der in der vergangenen Woche mit dem TSV Mühldorf den Aufstieg in die 3. Volleyball Bundesliga gefeiert hat. Dieser Aufstieg hat erst sein Studium so richtig beschleunigt.

Als Fußballer bei der SG Sontra und Leichtathlet beim TV Sontra hatte Phieler lange Zeit nur Zeit, um hobbymäßig Beachvolleyball im benachbarten Freizeit- und Erlebnisbad zu spielen, obwohl er mit einer Körpergröße von 2,03 Metern ein Gardemaß für den Volleyballsport hat.

Bereits sein Sportlehrer Benjamin Giesen sah seine Stärken und weckte sein Interesse für den Hallenvolleyball. Aber aufgrund seines Studiums legte Phieler die Idee vorerst ad acta. Vorerst. Sah er in seiner Freizeit am Studienort in München einen Volleyball, dann baggerte und schmetterte er sofort mit. Im Hochschulsport besuchte er sofort die Sparte Volleyball. „Ich hatte Lust auf die Sportart, die man drinnen und draußen ausüben kann“, betonte der damals 20 Jahre alte Phieler, der sich im Sommer 2016 beim nächstgelegenen Verein anmeldete. „Ich wollte es einfach probieren.“ Der SVN München nahm ihn gern auf und stellte ihn prompt in den Mittelblock. Und Phieler? Der lieferte, wurde prompt Stammspieler in der Bezirksliga. In der Saison 2017/2018 hatte seine Mannschaft mit Problemen zu kämpfen, erst in der Abstiegsrelegation rettete sich der SVN München. Phieler spielte stark, war Säule des Teams und fand den Weg in die Notizblöcke von Scouts. Die Verantwortlichen des TSV Mühldorf, dem Stützpunkt des Bayerischen Volleyballverbands, erkannten sein Potenzial und verpflichteten ihn zur neuen Saison. „Man hat mir meine Schwächen aufgezeigt und eine mögliche Entwicklungskurve gezeigt“, so der Bundeswehrsoldat.

Lange Fahrten ins 80 Kilometer entfernte Mühldorf schreckten Phieler nicht ab: „Ich habe die Herausforderung immer gesucht und nehme sie gern an.“ Mit Erfolg. Er wurde immer besser auf höherem Niveau. „Er ist ein Rohdiamant, der endlich geschliffen werden muss“, sagte sein Trainer bei seiner Vorstellung. Wenige Tage zuvor wurde der heute 23-Jährige Deutscher Hochschulpokalsieger im Volleyball Mixed in Rüsselsheim, mit der von ihm geführten Hochschulmannschaft der Universität der Bundeswehr München.

Im Oktober 2018 machte Phieler sein erstes Spiel in der Regionalliga. Im Mittelblock und als Angreifer über die Diagonale sowie Mitte stand er sofort seinen Mann und integrierte sich bestens in das Team des Aufstiegsfavoriten. Anfang März folgte die Krönung. Nach 15 Siegen und nur einer Niederlage stand für die Mühldorfer der ersehnte Aufstieg in die 3. Liga fest.

„Ich habe binnen drei Jahren den Sprung in eine Profiliga gepackt“, erzählte Phieler, der trotzdem etwas wehmütig klang. Aufgrund seines angestrebten Master-Studienabschlusses, der im September 2019 einen Standortwechsel erfordert, ist Training in Mühldorf am Inn nicht mehr möglich. Und auch wenn die Zukunft zeigen wird, welche Volleyball-Geschichten er noch schreiben wird, eines ist schon jetzt klar: Diesen Aufstieg kann ihm niemand nehmen.

ZUR PERSON

Marvin Phieler (23) schloss im Jahr 2014 sein Abitur an der Adam-von-Trott Schule in Sontra ab, zwei Tage später begann seine Ausbildung zum Offiziersanwärter. Er studierte Sportwissenschaften in Trimestern an der Universität der Bundeswehr in München. Er wohnt im Landkreis München. Seine Hobbys sind Klettern und Windsurfen. Sein Bruder Dominik Phieler (31) spielte lange im Tor der Fußballer der SG Sontra.

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