Ein Blick auf eine außergewöhnliche Karriere

Matthias Kullik ist seit zehn Jahren Hallensprecher beim Eschweger TSV

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So sieht man ihn bei Heimspielen der Eschweger Handballer: Matthias "The Voice" Kullik.

Seit 15 Jahren ist Matthias Kullik als Hallensprecher aktiv, seit zehn Jahren ist er für die Handballer des Eschweger TSV im Einsatz.

Beim Tennis: Matthias Kullik.

Eschwege. Wo ist Matthias Kullik? Diese Frage hat sich die Fangemeinde des Handball-Landesligisten Eschweger TSV beim vergangenen Heimspiel gestellt. Denn „Matze“ ist eigentlich immer da. Und nie zu überhören - er ist Hallensprecher und heizt Spielern und Zuschauern seit zehn Jahren ein. 

Nur bei Notfällen bleibt Kullik einem Heimspiel fern. Wie vergangene Woche, als er bei der zweiten Mannschaft aushelfen musste. Auch mit 52

Wir beleuchten die außergewöhnliche Karriere eines Mannes, der durch Zufall Hallensprecher wurde.


Die Geburt von „The Voice“

Wie die Jungfrau zum Kind kam Kullik zum Amt des Hallensprechers. Und das gleich in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bei den Kassel Huskies. Kullik war Dauergast und übernahm im Laufe der Zeit die Betreuung der Auswärtsfahrten. Eines Tages wurde er gefragt, ob er nicht auch bei Heimspielen aktiv mitarbeiten wolle. Er sagte zum, legte Musik auf und leitete den Telefondienst mit Medienvertretern.

„Dann wurde der Hallensprecher gefeuert und Manager Joe Gibbs fragte mich, ob ich das einmal machen könnte. Eigentlich wollte ich das nicht, aber weil kein anderer da war, sagte ich natürlich zu.“

Am 24. Januar 2003 stand er vor 5000 Huskies-Fans erstmals auf dem Eis. „Ohne Sprecher-Ausbildung und Schulungen.“ Seit dieser Zeit ist er „The Voice“ (Die Stimme), wie er auch heute noch gerufen wird.


Die Sprecher-Karriere

Auch als Handballer aktiv: Matthias Kullik im Trikot der zweiten Mannschaft des ETSV.

Zwei Jahre blieb er bei den Huskies. Nach dem Aus („Nach Umstrukturierungen im Verein hat es nicht mehr gepasst“) wurde er vom ETSV für die Handball-Heimspiele engagiert. „Auch hier sollte ich nur einmal aushelfen“, sagt er grinsend, „aus einmal wurden bisher zehn Jahre.“ Zudem kam er - erneut rein zufällig - auch zur Volleyball-Bundesliga nach Suhl. Die Frohnatur fiel auf und agierte kurze Zeit als Gastmoderator. Kullik, dessen Name heute eng an die Hallensprecher-Tätigkeit geknüpft ist, hat nach eigener Aussage nie ein Gehalt bekommen. 


Die Höhepunkte

Im Jahr 2007 sprang er beim Länderspiel zwischen der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft und Dänemark in Kassel ein, „und auch die Hessen-Derbys gegen Frankfurt vor mehr als 6000 Zuschauern sind unvergesslich“.

Beim Handball sind gut 350 Fans in der Halle. „Aber das ist genauso geil“, sagt er, „denn wichtig ist, dass die Jungs auf dem Feld Spaß haben und ich auch die Zuschauer gut unterhalte.“ Und das tut er. Ein Trainer und ehemaliger Handball-Nationalspieler lobte ihn nach einem Oberliga-Spiel, er habe die beste Stimme der Liga, so etwas habe er in diesen Klassen noch nie erlebt.

Lesen Sie in unserer gedruckten Ausgabe am Samstag noch mehr zum Thema, zum Beispiel welchen sportlichen Traum sich Kullik noch erfüllen will und was der Handball-Abteilungsleiter des Eschweger TSV über "The Voice" sagt.

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