Auf die „Oldies“ ist Verlass: Die Auffälligkeiten des Fußball-Wochenendes

Fußballer durch und durch: Michael Rabe (rotes Trikot), hier eine Aufnahme aus seiner Zeit beim TSV Wichmannshausen, trifft für HNU III wie am Fließband. ArchivFoto: Greim

Viel war los auf den heimischen Fußballplätzen. Unsere Auffälligkeiten.

VON NICO BECK

Youngster übernimmt

Eigentlich reißen sich Spieler darum, einen Elfmeter zu schießen. Jeder will antreten und das vermeintlich leichte Tor aus elf Metern ohne Bedrängnis erzielen. Bei der SG Wehretal dürfte das in der Kreisoberliga aber wohl etwas anders gewesen sein beim 2:2 am Sonntag in Waldkappel. Denn als der Schiri auf Strafstoß für Wehretal entschied, wurden Erinnerungen an den Saisonauftakt wach, als zwei Strafstöße verschossen wurden – auch in der zweiten Mannschaft scheiterte ein Spieler vom Punkt. Und nein, es standen keine Engländer auf dem Feld. So war es jüngst in Waldkappel Finn Germerodt, der sich den Ball schnappte. Das wäre nicht so ungewöhnlich, wäre der Angreifer nicht erst 17 Jahre alt. Der Youngster aber blieb cool. Mit dem rechten Fuß ins linke Eck. Da wächst wohl ein neuer Stamm-Schütze heran.

„Ortis“ Bogenlampe

Und noch mal Schauplatz Kreisoberliga in Waldkappel: Denn dort trauten die Fans des Gastgebers ihren Augen kaum. Nicht nur, weil ihr TSV per Bogenlampe kurz vor Schluss das viel umjubelte 2:2 gegen Wehretal erzielte. Sondern weil es Patrick Ortmann war. „Orti“, wie er liebevoll genannt wird, war beim Kreispokalfinale, das Ende August in Waldkappel stattfand, noch als Mädchen für alles im Einsatz und kümmerte sich unter anderem um die Technik. Dass er bei einem Testspiel der „Ersten“ in dieser Zeit nicht dabei war, begründete er ganz eindeutig mit einem klaren „weil ich viel zu alt bin“. Nicht zu alt war der 37-Jährige aber nun für sein neuntes Tor aus den vergangenen 165 Ligapartien. Zudem ein ganz wichtiges. Denn es bedeutete den ersten Punktgewinn und Teilerfolg für seinen TSV in der noch jungen Saison. Chapeau!

Treffsicher wie immer

So manche Haudegen spielen in den Kreisligen, um sich fit zu halten. Andere, weil sie einen so großen Torhunger verspüren, der nur durch Treffer gestillt werden kann. So einer ist Michael Rabe. Der C-Liga-Akteur der SG HNU III, der 42 Jahre alt ist, erlegte die SG Pfaffenbachtal/Schemmergrund mit fünf Toren im Alleingang. Endstand 6:2. Mit Andreas Hartmann (45) legte ihm der Coach der ersten HNU-Mannschaft aus der Kreisoberliga einige Chancen auf. Auch er zeigte, dass er wenig verlernt hat. Und dass das Alter beim Umgang mit dem Ball keine Rolle spielt.

Rücktritt vom Rücktritt

Auch Matthias Beyritz weiß noch immer, wo das Tor steht. Der 52-Jährige verlor zwar mit seinem TSV Netra II in der Kreisliga C 1:8 gegen Walburg, den Ehrentreffer markierte die Legende des SSV Rambach aber höchstpersönlich. Und das, obwohl er vor zwei Monaten sein Karriereende verkündet hatte. In seiner Laufbahn brachte er es zuvor auf 352 Tore. Nun sind es 353. Trotz eigentlichen Ruhestands. Das Toreschießen ist eben mit nichts zu ersetzen.

Lichtenaus Super-Serie

Seit der Lichtenauer FV in der Saison 2018/19 mit großen Ambitionen in die Kreisoberliga startete, legte das Team eine Serie vom Feinsten hin. Der 2:0-Auswärtssieg in der Verbandsliga am Sonntag bei der SG Johannesberg war der 40. Sieg im 47. Ligaspiel seit dieser Zeit, die mit zwei Aufstiegen gekrönt wurde. Dass das Team nun auch die beiden ersten Partien in der Verbandsliga für sich entschied, zeigt umso mehr, auf was für einer Welle des Erfolges die Hessisch Lichtenauer derzeit schwimmen.

Auf einmal ist alles aus

Nach Platz drei in der A-Liga-Saison 2019/20 soll bei der neu formierten SG Berkatal/Kammerbach in dieser Spielzeit der Sprung in die Kreisoberliga glücken. Doch mit einem Mal ist alles aus. So scheint es jedenfalls nach den beiden Pleiten am Freitag und Sonntag gegen Eschenstruth und Lichtenau II, gegen die insgesamt 0:7-Tore kassiert wurden. Damit dürfte wohl auch der letzte große Optimist aus den Aufstiegsträumereien der SG gerissen worden sein. Dennoch bleibt ein wenig Hoffnung, denn die Saison ist noch lang.

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