Interview mit dem 34-Jährigen über den polnischen Weltfußballer des FC Bayern München

Adam Jozefowski vom SV Reichensachsen spielte einst mit Robert Lewandowski in einem Team

Bildete im Jahr 2006 sogar eeine Fahrgemeinschaft mit Fußballstar Robert Lewandowski: Adam Jozefowski, der seit drei Jahren in Hoheneiche wohnt.
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Bildete im Jahr 2006 sogar eeine Fahrgemeinschaft mit Fußballstar Robert Lewandowski: Adam Jozefowski, der seit drei Jahren in Hoheneiche wohnt.

Adam Jozefowski aus Hoheneiche, der Jugendtrainer beim SV Reichensachsen ist, spielte im Jahr 2006 mit Robert Lewandowski vom FC Bayern in einem Team. Ein Interview.

Robert Lewandowski ist auf dem Gipfel seiner Karriere angekommen. Der 32 Jahre alte Spieler des FC Bayern München wurde von der FIFA zum Weltfußballer des Jahres gekürt. Der Pole setzte sich bei der Wahl gegen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo durch. Beim FC Bayern schießt der polnische Nationalstürmer seit sechs Jahren Tore wie am Fließband und sammelt eifrig Titel und Rekorde.

Er ist der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft und derzeit drauf und dran, den Torrekord von Gerd Müller zu gefährden. Seine Karriere begann im Alter von acht Jahren. Nach der Jugend ging es zu Delta Warschau, ehe weitere Stationen in der dritten und zweiten polnischen Liga folgten. In der Saison 2006/07 stand Adam Jozefowski zusammen mit Lewandowski im Kader des Drittligisten Znicz Pruszkow. Der Bambini-Trainer des SV Reichensachsen kann sich noch gut an die Zeit mit dem damals 18-jährigen Robert Lewandowski erinnern. Wir haben mit Adam Jozefowski, der vor Kurzem 34 Jahre wurde, über Lewandowski gesprochen.

Zur Person

Adam Jozefowski (34) spielte im Alter von 20 Jahren beim polnischen Fußball-Drittligisten Znicz Pruszkow. Statt die Profilaufbahn anzustreben, entschied sich der Mittelfeldspieler für den Beruf des Lehrers. Im Anschluss war Jozefowski in der vierten polnischen Liga aktiv. Seit 2012 lebt er in Deutschland und wohnt seit 2017 in einem Eigenheim in Hoheneiche. Der Maschinenführer betreut die G- und F-Jugend des SV Reichensachsen. Aufgrund von schweren Knieverletzungen wird Jozefowski in einer Seniorenmannschaft nicht mehr an den Ball treten. Gelegentlich verstärkt der Familienvater die Mannschaft der Alten Herren der SG Wehretal. Er ist verheiratet und Vater eines Kindes. Hobby neben Fußball: Ski fahren. 

Herr Jozefowski, hat man im Jahr 2006 bereits erahnen können, was Lewandowski für eine Weltkarriere hinlegen würde?

Überhaupt nicht. Seine damaligen Jugendtrainer haben ihn eher als mittelklassigen Spieler angesehen. Niemand hat damals sein Talent richtig gesehen. Auch er selbst hat nicht die Vorstellung gehabt, dass er so weit kommen könnte.

Was war Lewandowski für ein Mitspieler?

Es war ein Teamplayer und er war zuverlässig. Wir sind zusammen zum Training gefahren. Damals hat er schon hart gearbeitet und war hoch motiviert. Er hatte die Einstellung eines Profis. Nach einer schweren Fußverletzung hat er erst recht mehr gemacht als alle anderen. Er wollte stärker zurückkommen.

Wo sahen Sie seine Stärken?

Er hatte schon früher eine sehr gute und feine Technik. So einen Körper wie jetzt hatte er noch nicht. Im Gegenteil. Er war sehr schlank. Als Stürmer war er immer heiß auf Tore. Er wollte immer mehr. Mit einem Treffer gab er sich nie zufrieden.

In der 2. Liga traf Lewandowski in 32 Spielen 21-mal und wechselte im Sommer 2008 für 380 000 Euro zu Lech Posen in die 1. Liga, ehe er sich im Jahr 2010 Borussia Dortmund anschloss. Haben Sie ihm den Schritt zugetraut?

Er war in Polen ein sehr guter Stürmer. Ich wusste, dass er das schaffen kann. Aber dass er der beste Spieler der Welt werden würde, daran hat damals keiner gedacht.

Wann wussten Sie, dass er ein ganz großer Spieler werden kann?

Im Trikot von Borussia Dortmund hat er im April 2013 gegen Real Madrid, der damals besten Mannschaft der Welt, viermal getroffen. Da war mir klar: Für Robert gibt es keine Grenzen.

Nun erlebt Lewandowski die beste Saison seiner Karriere. Er ist in Top-Form. Was trauen Sie ihm und der polnischen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft zu?

Ich hoffe, dass sie die Gruppenphase gegen Spanien, Schweden und die Slowakei überstehen. Das wäre ein Erfolg. Abgesehen von Robert fehlt es der Mannschaft an der Qualität für noch höhere Ziele.

Was macht Lewandowski auf dem Platz richtig, wovon auch Ihre Jugendspieler beim SV Reichensachsen was lernen können?

Die Konzentration im Strafraum. Egal, wo der Ball hinkommt, Lewandowski ist immer auf die Situation vorbereitet. Seine Technik ist effektiv. Er ist ein gradliniger Spieler, der weiß, worauf es ankommt. Seine Grundlagen für den Erfolg sind die Motivation und die Einsatzbereitschaft. Nur wenn man immer zielorientiert in jedes Training geht, kann man was erreichen.

Von Marvin Heinz

Einwurf
von Nico Beck

Dass Adam Jozefowski vor rund 15 Jahren mit Robert Leandowski zusammen gespielt hatte, das ist vor allem mit heutiger Sichtweise besonders für den Mann aus Hoheneiche. Lewandowski ist Weltfußballer – im Jahr 2006 konnte keineswegs davon ausgegangen werden, dass der heutige Bundesliga-Torschützenkönig einen derart explosiven Karriereweg hinlegt und zum absoluten Star werden würde. Solche Begegnungen hat es jedoch schon oft gegeben. Hier erinnere ich mich besonders an einen Auftritt von Martin Harnik beim Jugend-Pfingstturnier des SV Reichensachsen, als dieser jeden heimischen Akteur schwindelig gespielt hatte. Das ist mehr als 15 Jahre her. Harnik wurde später Bundesligaprofi und österreichischer Nationalspieler.

Ein großes Erlebnis hatte das Weißenbörner Tischtennis-Urgestein Ralf Lenze einst mit dem von ihm trainierten Stas Blumhardt. Diesen förderte Lenze derart stark, dass Blumhardt in Schülerjahren auf Augenhöhe war mit Timo Boll und sich diesem bei einer Meisterschaft nur haarscharf geschlagen geben musste. Darüber wird auch Jahre und Jahrzehnte später noch oft gesprochen. Denn auch Bolls Weg ist bekannt.

nic@werra-rundschau.de

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