„Es hat einfach alles gepasst“

Duos vom MSC Waldkappel-Breitau glänzen beim Seitenwagen-Veteranen-Cup

Akrobatisch: Bei den Wettbewerben des Veteranen-Cups mit Motocross-Seitenwagen geht es immer spektakulär zur Sache. Alle Fotos: Marvin Heinz

Von Marvin Heinz

Sontra. Die Motoren heulen auf, die Zuschauer blicken gespannt auf die Strecke, die Fahrer sind wie im Tunnel, sie suchen noch kurz die Absprache mit den Beifahrern. Plötzlich senken sich die Startgitter. Die Beifahrer gehen in Position, und schon geben 16 Fahrer mächtig Vollgas. Eine riesige Staubwolke zieht auf. Der Seitenwagen-Veteranen- Cup ist gestartet. Der spektakuläre Höhepunkt des Rennwochenendes beim Motocross-Cup des ADAC Hessen-Thüringen in Sontra.

Die Seitenwagenmotorräder bis Baujahr 1985 inklusive luftgekühlte Viertakter als Einzylinder oder Zweizylinder bis 1000 ccm Hubraum sind eine ganz besondere Klasse. Bedingt durch den Namen der Klasse liegt das Teilnehmeralter zwischen 35 bis 70 Jahren. Der älteste Fahrer kam aus Eschwege. Der 70-jährige Dieter Degenhardt erwischte mit seinem Beifahrer Carsten Bachmann (59, Bischhausen) einen guten Start, aber dann musste das Duo auf Platz sieben liegend etwas Gas rausnehmen. Die Vorderbremse war kaputt, das kostete Plätze. Trotzdem kämpften sich beide noch auf einen guten elften Platz.

„Er kann besser fahren als laufen.“

Carsten Bachmann über Dieter Degenhardt

Im Anschluss war Beifahrer Bachmann, der bereits seit 1990 mit von der Partie ist, voll des Lobes über die Fahrkünste Degenhardts: „Es ist seine Leidenschaft. Er kann besser fahren als laufen.“

Nachdem die Vorderbremse wieder in Schuss gebracht wurde, düste das Duo im zweiten Lauf auf einen starken siebten Platz. Im Endklassement des Seitenwagen-Veteranen-Cups belegten Degenhardt/Bachmann einen zufriedenstellenden zehnten Platz.

In Abwesenheit des Top- Fahrers Uwe Fleck aus Langenhain, der aufgrund einer Verletzung seines Beifahrers Stefan Kleine schmerzlich vermisst wurde, trumpften zwei Lokalmatadoren besonders auf. Für Frank Zimmermann (51, Bischhausen) und Carsten Lieberum (48, Jestädt) lief es wie am Schnürchen. Ihr Start war nahezu perfekt. Auf Platz fünf liegend, erlaubten sie sich beide keine Fehler. Am Ende konnten sie auf der 1,85 Kilometer langen Strecke sogar noch einen Platz gutmachen. „Der vierte Platz ist für uns wie ein Sieg“, freuten sich Zimmermann/Lieberum, die im Pflichttraining von dem zweiten Lauf die schnellste Zeit fuhren und sich den Platz in der Startaufstellung aussuchen durften. Beiden liegt die Strecke, das Wetter spielte ihnen auch in die Karten und dann noch die Bodenverhältnisse. Aufgrund des Autobahnbaus konnte neue Erde aufgetragen werden, was die Strecke besonders locker machte. Bestzeiten waren garantiert. „Heute hat einfach alles gepasst“, sagte Lieberum, der mit Zimmermann im zweiten Lauf auf der 34 Jahre alten WASP Yamaha noch einen raushaute. Nach 17 Minuten und zwei zusätzliche Runden landeten Zimmermann/Lieberum trotz gebrochenen Radlagers auf dem dritten Platz.

Mit stolzgeschwellter Brust machten sich beide auf die Ehrenrunde, denn mit dem Podestplatz beendeten sie die Rennsaison auf dem dritten Platz im Endklassement. Eine ganz starke Leistung.

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