Triathlon-Profi Philipp Mock klärt auf in der WR-Serie "Mock motiviert"

Nicht nur Rahmengröße muss passen: Das sollte man beim Rennradfahren beachten

Ein Virtuose auf dem Rennrad: Philipp Mock (links) und seine Paradedisziplin, bei der er mit den besten Triathleten mithalten kann. ArchivFoto: Carl-Heinz Greim

Philipp Mock, Triathlon-Profi aus Eschwege, gibt in der WR-Lokalsportserie "Mock motiviert" Tipps zum besseren Training im Ausdauersport.

VON NICO BECK

Eschwege – Über fünf Millionen Menschen in Deutschland fahren Rennrad. Dieses Ergebnis hat das Statistikportal Statista ermittelt. „Oftmals wird sich vor dem Kauf aber nicht richtig informiert, was man eigentlich braucht und worauf es ankommt“, sagt der Eschweger Triathlon-Profi Philipp Mock. Er muss es wissen. Der 32-Jährige, der den Ausdauersportlern der Region mit der WR-Lokalsportserie „Mock motiviert“ zu mehr Spaß und Erfolg beim Training verhelfen will, ist ein Top-Fahrer der Szene. Er beantwortet die zusammengefassten Fragen einiger Leser zum Thema Rennrad:

Warum Rennrad?

Es ist ein Gefühl von Freiheit. Schon in ein bis zwei Stunden kannst du eine ganz gute Strecke zurücklegen, wenn die Landschaft während des Fahrens scheinbar an einem vorbeifliegt. Radfahren ist gelenkschonender als Laufen und somit eine Alternative für viele Sportler. Aber natürlich ist das generell beim Radfahren so, nicht nur beim Rennrad, mit dem man aber am schnellsten unterwegs ist.

Wie fange ich an?

Im Mittelpunkt steht das Rad selbst. Es ist die Basis für das Fahrvergnügen. Deshalb kann ich nur den Gang in den Fachhandel empfehlen, da dieser genau weiß, welche Größe geeignet ist und man das Rad auch testen kann. Neben der passenden Rahmengröße ist ein nicht zu unterschätzender Faktor der passende Sattel. Einige Händler bieten ein sogenanntes Bikefitting an. Es wird darauf geachtet, dass man von Beginn an Freude am Fahren hat – ohne unnötige Schmerzen.

Gibt es auch Stolperfallen?

Natürlich kann man mit etwas Glück auch gute und günstige Räder im Internet finden. Aber gerade beim ersten Rennrad kann das schnell nach hinten losgehen. Ich habe es schon oft erlebt, dass man nicht ganz zufrieden mit dem Kauf war und dann wurde das Rad recht schnell in die Ecke gestellt. Ich kann nur jedem raten, dass lieber der ein oder andere Euro mehr investiert wird – dafür hat man dann aber auch richtig Freude an seinem Rad.

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Ob Aluminium oder Carbon – das ist zum Einstieg völlig unerheblich. Je leichter das Rad ist, desto besser ist das natürlich. Trotzdem spielt auch das erst mal keine große Rolle. Für Einsteiger ist wichtiger, dass die Schaltung und die Übersetzung passen. Um einwandfreies Schalten zu gewährleisten, würde ich auch hier darauf achten, nicht gerade die absolute Einsteigergruppe eines Herstellers zu wählen, sondern eher auf das Mittelklassemodell zu setzten. Eine gut funktionierende Schaltung ist entscheidend. Sonst hat man schnell keinen Spaß mehr.

Wie sieht es mit den passenden Pedalen aus?

Das Zauberwort heißt hier ganz klar: Klickpedale. Mit diesem Pedalsystem ist man mit dem Schuh fest mit dem Pedal verbunden, rutscht nicht ab, überträgt deutlich mehr Kraft auf die Pedale. Und das Beste: Auch der Tritt wird viel runder sein. Das ist mit den ganz gewöhnlichen Pedalen, die an jedem Freizeitrad verbaut sind, gar nicht möglich. Auf welches System du dabei setzt, das ist Geschmackssache. Es gibt zum Beispiel Systeme die sich sowohl fürs Mountainbike als auch fürs Rennrad eignen.

Klickpedale klingen nach einer Herausforderung.

Hier ist es wie überall: Übung macht den Meister. Wenn man bei Klickpedalen so fest mit dem Rad verbunden ist, gehört es zu Beginn schlichtweg dazu, mal mit dem gesamten Rad im Stand einfach umzufallen. Das klingt komisch, aber ich denke, das hat jeder Rennradfahrer schon erlebt. Aber keine Sorge: Ruckzuck hat man den Umgang mit den Klicks automatisiert und der Spaß wird dann enorm sein.

Welche Kleidung trage ich?

Wichtig ist eine geeignete Radhose. Diese sind gut gepolstert. Nichts in der Welt kann die Freude am Fahren mehr schmälern als Schmerzen am Gesäß. Aber Achtung: Während oder nach den ersten Fahrten ist ein solcher Schmerz noch ganz normal. Das ist eine reine Gewohnheitssache. Aber eine gute Hose ist dennoch ein Muss.

Radtrikot oder T-Shirt?

Ganz klar ein eng anliegendes Trikot oder Rad-Shirt. Diese haben kleine Taschen am Rücken, die nützlich sind für das Handy oder einen Riegel, aber grundlegend liegt es enger an als ein T-Shirt, das enorm bremsen kann, wenn es im Wind flattert.

Was zählt zur weiteren Ausstattung zwingend dazu?

Unbedingt ein Helm. Ohne Helm sollte niemals gefahren werden! Da gibt es spezielle Rennradhelme, die so leicht sind, dass man sie kaum spürt, aber trotzdem natürlich einen idealen Schutz bieten. Auch eine kleine Pumpe und Flickmaterial sollte in einer kleinen Satteltasche oder in der Trikottasche immer dabei sein. Ich rate auch zu einer Radbrille als Schutz vor Wind und vor allem auch kleinen umherfliegenden Insekten.

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