WR-Lokalsport-Serie "Mock motiviert"

Philipp Mocks Rennrad-Tipps: Am Berg immer vorausschauend schalten

Gibt Tipps zum Rennradfahren: Philipp Mock. Foto: privat

VON NICO BECK

Eschwege – Alles Wissenswerte zum Einstieg in den Rennradsport hat Triathlet Philipp Mock im vergangenen Teil der WR-Lokalsport-Serie „Mock motiviert“ berichtet. Nun baut der 32-jährige Eschweger auf diesen Erfahrungen auf und führt die nächsten Schritte beim Rennradfahren an, die zu mehr Erfolgen und Spaß im Training führen sollen.

Regelmäßiges Treten

„Wichtig ist ein regelmäßiges Treten“, sagt Mock. „Sollte man merken, dass man während des Tretens zu sehr auf dem Sattel hin- und herrutscht, kann entweder der Sattel zu hoch montiert sein oder der Tritt generell unregelmäßig“, so der Profi. Letzteres sei der Fall, wenn mit einem Bein stärker getreten würde als mit dem anderen. Um zu merken, wo das Ungleichgewicht liegt, hilft es, so Mock, abwechselnd mit nur einem Bein zu fahren. „Dann weiß man, wo Verbesserungsbedarf besteht.“

Der gleichmäßige Tritt

Je ambitionierter man wird, desto wichtiger wird die effiziente Tritttechnik. „Man will ja so viel Kraft wie möglich in die Pedale bringen. Und hier hört man oft den Begriff Runder Tritt. Dieser existiert aber nur in der Theorie, denn selbst die besten Radfahrer treten nicht komplett gleichmäßig.“

Er erzählt weiter: „Der meiste Druck auf die Pedale und somit auch der meiste Vortrieb wird bei der sogenannten Druckphase ausgeübt bei der sogenannten „12/6 Uhr-Position“. Das Bein auf der anderen Seite unterstützt während der Zugphase auf „6/12 Uhr-Position“.“

Um dieses Muster effektiv und gleichmäßig über einen langen Zeitraum aufrechtzu-halten, sind Kraft und Ausdauer die wichtigsten Einheiten. Diese ließen sich laut Mock wie folgt trainieren:

Einbeintraining: „Auf flacher Strecke klickt man ein Bein aus den Pedalen aus und fährt nur mit dem eingeklickten Bein für eine Minute bei gleichmäßigem Tritt. Nach der Minute wird das Bein gewechselt. Im Anschluss zehn Minuten normal fahren.“

Frequenztraining: „Abwechslung für mehr Spaß: mit der Frequenz spielen. Da kann man eine Trittfrequenzpyramide fahren. Das sieht so aus: Locker einfahren, dann mit 80 Umdrehungen pro Minute beginnen und diese Frequenz jede Minute um zehn Umdrehungen steigern, bis das Limit erreicht ist. Das Limit liegt an dem Punkt, an dem man merkt, dass ein fehlerfreier Tritt nicht mehr möglich ist. Ab diesem Punkt geht es im Minutentakt wieder zurück.“

So könnten Technik, Motorik sowie Kraft und Ausdauer verbessert werden.

Sprints: „Kurze Sprints bei maximaler Kraft im Sitzen steigern die Motorik und sorgen für neuen Schwung.“

Berge fahren

Zum Trainingszweck sollte man einen Berg mit höherer Frequenz befahren, den folgenden mit niedriger und „dickerem Gang“, erzählt der Eschweger, „dadurch wird auch wieder der Tritt geschult und Kraft aufgebaut.“

Mocks Tipp zum Bergfahren: „Man soll vorausschauend schalten und nicht zu schnell am Berg anfahren, sonst geht die Puste auf halben Weg aus und man muss nicht mitten am Berg und unter voller Spannung auf der Kette den Gang wechseln.“

Auf bergigen Strecken könne man die Abfahrtsfähigkeiten trainieren. „Denn nicht nur das Berghochtreten will gelernt sein.“ Beim stetigen Tasten der Bremse wird man schnell eine Abfahrt meistern. „Ansonsten gilt wie auch schon beim Laufen: Wenn man seine Leistung insgesamt steigern will, sollte man seine Ausfahrten abwechslungsreich gestalten und neben lockeren Einheiten immer wieder welche mit Intervallen einbauen, bei denen man sein Limit austestet.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare