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Rafal Klajnszmit verlässt den SV Reichensachsen und wird neuer Trainer beim  Lichtenauer FV

Voll in Aktion: Trainer Rafal Klajnszmit an der Seitenlinie des SV Reichensachsen in der Gruppenliga-Hinrunde. Foto: Nico Beck

Was sich schon angedeutet hat, das ist nun offiziell: Fußball-Trainer Rafal Klajnszmit verlässt den SV Reichensachsen und wird ab Juli neuer Trainer des Lichtenauer FV.

VON NICO BECK

Reichensachsen/Hessisch Lichtenau – Der SV Reichensachen verliert seinen Fußball-Trainer Rafal Klajnszmit. Das ist auf Nachfrage der Werra-Rundschau offiziell bestätigt worden. Der 48-jährige A-Lizenz-Coach wird ab 1. Juli den Lichtenauer FV trainieren. Das bedeutet für den in Eschwege lebenenden Polen auch eine Rückkehr in die Verbandsliga, in der er acht Jahre lang bereits den SV Adler Weidenhausen und die SV 07 Eschwege trainiert hatte.

„Ich war keineswegs unzufrieden beim SV Reichensachsen. Aber der Lichtenauer FV ist ein aufregendes Projekt, der sportliche Anreiz ist enorm. Ich freue mich, dass ich gefragt wurde und künftig dieses ambitionierte Team trainiere“, sagt Klajnszmit.

Der Lichtenauer FV war in der abgelaufenen Gruppenliga-Saison, die zuletzt abgebrochen wurde, das Maß der Dinge, kein Team konnte dem LFV auch nur annähend das Wasser reichen. Unlängst war klar, dass die Gruppenliga nur eine Durchgangsstation für die von Unternehmer Gerhard Klapp finanziell unterstützte Mannschaft sein würde. Das Ziel Aufstieg wurde gemeistert, nun soll der Sprung in die Hessenliga folgen. Klajnszmit wird Druck haben. „Das ist aber kein Problem“, sagt er, „wer Angst hat, der hat gleich verloren. Ich habe keine Angst, sondern freue mich sehr auf diese Aufgabe.“ Bei ihm sei es so, dass er „immer den größtmöglichen Erfolg will. Egal mit welcher Mannschaft. Beim LFV habe ich Zusagen bekommen für den Kader für die nächste Saison, sodass wir ganz oben mitspielen können. Der Aufstieg in die Hessenliga ist mein Ziel.“ Klajnszmit und der LFV sind sich seit mehreren Wochen einig. Der neue Übungsleiter, der Spielertrainer Alex Cucu ablöst, der künftig nur noch auf dem Feld aktiv sein wird, stand in dieser Zeit in stetigem Kontakt mit dem Vereinsvorstand. Insbesondere mit Erkan Kilci, dem sportlichen Leiter des LFV, der bekanntlich seit Jahren für die Transfers des Teams zuständig ist. Viele Kontakte zu Spielern wurden geknüpft und Verpflichtungen perfekt gemacht. „Ich war voll involviert und hatte die Zusage bekommen für eine Mannschaft, die um den Aufstieg mitspielen kann. Und ich kann sagen, dass wir ein richtig starkes Team präsentieren werden.“

Einzelheiten wollte er nicht nennen. Bekannt ist, dass der LFV für die neue Spielzeit Stürmer Pascal Itter (23) und Nicolai Lorenzoni (28/Abwehr) vom Verbandsligisten SSV Sand geholt hat, zudem wird sich mit dem 25-jährigen Angreifer Admir Saric verstärkt, der in der Regional- und Hessenliga spielte, zuletzt bei BC Sport Kassel in der Kreisoberliga im Kader stand.

Der bisherige Kader wurde für die vergangene Gruppenligasaison so zusammengestellt, dass der Aufstieg möglich sein würde. So kam es dann auch. „Ich kenne rund 80 Prozent des Teams“, berichtet Klajnszmit, der weiß, dass er mit seinen ehemaligen Eschweger Verbandsligaspielern Jan Kaufmann, Dadah Gadea Baringo, Cristian Vidal Gadea und Mathias Tadeis Gambetta eine ganz besondere Verbindung hat. „Ich kenne jede Stärke und jede Schwäche von ihnen. Das ist schon mal ein Vorteil für mich als Trainer. Auf diese Jungs freue ich mich ganz besonders.“ Offiziell vorgestellt wurde Klajnszmit noch nicht, mit Unternehmer Gerhard Klapp habe er noch nicht gesprochen, „aber wir kennen uns privat“, sagt er.

Dass ihn ein lukratives Gehalt zum LFV gezogen hätte, das verneint der 48-Jährige: „Große Unterschiede gibt es da nicht und darauf kommt es letztlich nicht an. Für mich war entscheidend, dass ich nun wieder ein Verbandsligatrainer bin. In Lichtenau wächst was zusammen.“

Der Abgang vom SV Reichensachsen sei keineswegs leicht gewesen, betont er. „Ich habe mit dem SVR-Vorstand viele Gespräche geführt über die Zukunft, es war alles sehr offen und ehrlich. Es war aber beim Angebot von Lichtenau schnell klar für mich, dass ich diese Herausforderung annehmen und in die Verbandsliga zurückkehren will.“

Zur Person

Rafal Klajnszmit (48) wird zur nächsten Saison Trainer des Lichtenauer FV in der Fußball-Verbandsliga. Der gebürtige Pole spielte in der 1. und 2. Liga seines Heimatlandes, ehe er im Jahr 1990 zum Hallescher FC wechselte und in der Regionalliga spielte (bis 2004). Dann trainierte er unter anderem die Verbandsligisten Weidenhausen und Eschwege. Bis zum 30. Juni steht er beim SV Reichensachsen unter Vertrag.

Das sagt der SV Reichensachsen

Abteilungsleiter Harald Zaremba: „Wir vom SV Reichensachsen verstehen Rafal Klajnszmit zu 100 Prozent und müssen ihn schweren Herzens ziehen lassen. Er übernimmt beim Lichtenauer FV eine tolle Mannschaft in der Verbandsliga, einer sehr starken Liga. Der Verein ist sehr ambitioniert und das, was Lichtenau bietet, das kann derzeit kein anderer Verein in Nordhessen anbieten. Alles in allem ist es ein sehr attraktives Projekt. Nichtsdestotrotz haben wir alles versucht, um unseren Trainer bei uns zu halten und haben über eine Verlängerung seines bis 30. Juni laufenden Vertrages gesprochen. Aber wie gesagt: Wir verstehen die Gründe nur zu gut, da können wir nun mal nicht mithalten und suchen jetzt also einen neuen Trainer. Rafal Klajnszmit sind wir für seine Arbeit bei uns sehr dankbar.“

Das sagt der Lichtenauer FV

Sportlicher Leiter Erkan Kilci: „Der Lichtenauer FV hat zuletzt zwei ganz erfolgreiche Jahre erlebt. Spielertrainer Alexandru Cucu und Eduard Grosu haben hervorragende Arbeit geleistet. Cucu kam zu Jahresbeginn auf mich zu und sagte, er wolle künftig nur noch Spieler sein. Er hat mich gebeten einen Trainer zu suchen. Wir hätten sonst nie an einen anderen Trainer gedacht. So aber haben wir gesucht – beziehungsweise das musste ich gar nicht wirklich, denn für mich war ohnehin klar: Wenn wir mal einen neuen Trainer brauchen, dann kommt nur einer infrage aus der Region: Rafal Klajnszmit aus Eschwege. Ich halte schon immer sehr viel von ihm und schätze seine Arbeit sehr. Er kennt die Verbandsliga wie kaum ein anderer Trainer. Zudem hatte ich mich bei seinen Ex-Spielern aus Eschwege, die seit einem Jahr bei uns sind, erkundigt und alles hat komplett dafür gesprochen, ihn zu verpflichten. Klajnszmit hat einen Einjahresvertrag, der sich bei Aufstieg oder Relegation automatisch verlängern wird. Auch ansonsten hoffen wir, dass wir ein gutes Jahr haben und darüber hinaus zusammenarbeiten werden. Unser Sponsor hat ein großes Ziel ausgegeben, das wir erreichen wollen und ich bin fest davon überzeugt, dass uns unser neuer Trainer helfen wird, das zu schaffen. Mit drei, vier Spielern werden wir uns punktuell noch verstärken, dann kann die neue Saison kommen.“ nic

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