American Football: Eschweger in Top-Kader seines Marburger Teams berufen

Nils Gellerts rasanter Aufstieg von den Legionären Eschwege in die Bundesliga

Aus der Eschweger Jugend der Legionäre ab in die Bundesliga: Nils Gellert ist bei seinem Marburger Team in den Kader der 1. Bundesliga aufgerückt.
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Aus der Eschweger Jugend der Legionäre ab in die Bundesliga: Nils Gellert ist bei seinem Marburger Team in den Kader der 1. Bundesliga aufgerückt.

Nils Gellert hat den großen Sprung in die Bundesliga geschafft. Der 19-jährige gebürtige Eschweger wird in diesem Jahr in der German Football-League (GFL), der ersten Bundesliga für American Football in Deutschland, spielen.

Kurz vor Weihnachten erhielt Gellert die Nachricht, dass die Marburg Mercenaries mit ihm für die anstehende GFL-Saison planen. Bisher spielte Gellert für die U19 der Marburger, lernte den Umgang mit dem Football aber bei den Legionären Eschwege.

Gellert wollte erst im Jahr 2021 zu den Mercenaries, was ins Deutsche frei übersetzt Söldner bedeutet, wechseln. „Eigentlich wollte ich noch ein Jahr für die U19 der Legionäre Eschwege spielen, aber die Saison wurde aufgrund von Corona vorzeitig abgebrochen, kam gar nicht wirklich zustande“, sagt Gellert, der deshalb im Vorfeld entschied, sich der U19 der Marburger anzuschließen. Ein weiterer Grund hierfür war, dass der 1,81 Meter große Gellert ohnehin wegen seiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung im rund 20 Autominuten entfernten Frankenberg weilte. So war der Wechsel für ihn nach Marburg keine große Umstellung mehr. Im Gegenteil.

Zur Person

Nils Gellert (19) ist in Eschwege geboren worden und aufgewachsen. Er hat sein Abitur an den Beruflichen Schulen in Eschwege erfolgreich absolviert. Gellert ist im Sommer von Datterode nach Frankenberg gezogen, um eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung zu absolvieren. In seiner Kindheit spielte Gellert Fußball und Handball, ehe er sich dem American Football verschrieb. Kurz vor Weihnachten erhielt er die Nachricht, dass er für ein Team in der höchsten Liga in Deutschland spielen kann.

In seinem ersten Spiel in der U19 überzeugte Gellert auf Anhieb und fand den Weg in das Blickfeld von Senioren-Cheftrainer Joe Tricario, der die Bundesliga-Mannschaft der Marburger trainiert. „Ich habe als Linebacker gespielt, das ist eigentlich nicht meine Position“, sagte Gellert, der in der Defensiv-Formation ein paar Meter weiter hinten zuhause ist. Als Safety und somit als letzter Mann auf dem Feld fühlt sich Gellert am wohlsten, kann seine Schnelligkeit ausspielen.

Bei einem Hessenliga-Spiel für die Legionäre in 2018 „klaute“ er dem Gegner zwei Bälle. „Wir haben null Punkte zugelassen und ich wurde zum besten Spieler des Spiels gewählt. Das war ein großer Schritt für mich und hat mich echt stolz gemacht.“ Seine Leistungen werden auch von seinem Ex-Team aus Eschwege genaustens verfolgt. Und die Legionäre sind stolz auf ihn. „Mit so einem Aufstieg hat niemand gerechnet“, sagt Markus Claus, der Vorsitzende des Eschweger TSV, dem die Legionäre angeschlossen sind, „das zeigt, dass die Football-Abteilung eine gute Arbeit leistet. Wer dranbleibt, der kann was erreichen. Wir freuen uns, dass Nils auf diesem Niveau Erfahrungen sammeln kann, und wir alle drücken ihm die Daumen.“

Noch heute hat der 19-Jährige den 49. Super Bowl gut in Erinnerung, wurde bei diesem Endspiel um die Meisterschaft sein Feuer entfacht. Im Jahr 2014 sicherte Malcolm Butler mit einem spektakulären Ballgewinn den New England Patriots den Sieg im Duell mit den Seattle Seahawks. „Seither bin ich Football-Fan, zocke mit meinen Kumpels auf der Konsole und verfolge die NFL im Fernsehen“, so Gellert. Als der Eschweger TSV die Football-Abteilung aus der Taufe hob, war er sofort heiß und besuchte mit seinen Freunden Paul Müller, Louis Eckert und Timon Freitag fast jedes Training. Von seinem Jugendtrainer Holger Kuntke und dessen Team wurde Gellert gleich zum Defensiv-Kapitän ernannt: „Ich habe das Team und den Teamgeist im Football in dieser Führungsposition noch besser kennengelernt, das hat mich weitergebracht.“ Gellert will nun möglichst schnell in seinem neuen und stark besetzten Team ankommen – in der höchsten deutschen Football-Liga.

Von Marvin Heinz

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