Favoritenrolle in Erfurt gerecht geworden

Karate-Talent Renée Stein aus Herleshausen ist Deutsche Meisterin

Im Gespräch mit dem MDR: Renée Stein aus Herleshausen. Fotos: Marvin Heinz/Screenshot MDR/privat

Die 14-jährige Renée Stein aus Herleshausen ist in Erfurt Deutsche Meisterin im Karate (Kumite U16 bis 54 Kilogramm) geworden. Das gelang ihr bereits zum zweiten Mal.

VON MARVIN HEINZ

Herleshausen/Erfurt – Vor drei Wochen stand Renée Stein vor dem Erstrunden-Aus beim Krokoyama-Cup in Koblenz, aber die Karatekämpferin aus Herleshausen steckte nicht auf und münzte einen 0:3-Rückstand in einen spektakulären 10:7-Sieg um. Diese Leistung hat der 14-jährigen Ausnahmesportlerin Auftrieb gegeben. Ohne weiteren Gegentreffer gewann Stein das WM-Qualifikationsturnier und löste so ihr Ticket endgültig für die Ende Oktober stattfindende ´internationalen Titelkämpfe in Santiago de Chile. „Renée Stein ist eine Aspirantin auf den Weltmeister-Titel“, betonte Christian Grüner, der Sportdirektor des Deutschen Karate Verbandes.

Und so erwarteten alle, dass die Herlerhäuserin nach den jüngsten Erfolgen auch bei Deutschen Meisterschaft in Erfurt ihrer Favoritenrolle gerecht würde.

Auf dem Podium: die Siegerin.

Für den nationalen Titel legte Stein die Messelatte sogar noch ein Stückchen höher. Sie wagte bei den Deutschen Meisterschaften den Schritt in die um sieben Kilogramm höhere Gewichtsklasse. Stein hatte in der Kategorie Kumite U16 bis 54 Kilogramm keinerlei Anlaufschwierigkeiten. „Ich habe mich schnell reingefunden“, erzählte sie, nach dem sie die ersten drei Kämpfe souverän mit 8:0, 4:0 und 2:0 gewann. Erst gegen Rabahi Douaa wurde es eng. Die Bochumerin hatte Reichweitenvorteile und machte es Stein mit einer guten Deckung schwierig. Aber die Herleshäuserin war auf dem Posten und nutze eine Unaufmerksamkeit von Douaa, um das Halbfinale mit 3:2 für sich zu entscheiden und ins große Finale um den Deutschen Meistertitel einzuziehen.

Im Finale sollte die Vize-Europameisterin auf ihre Trainingspartnerin Mia Bitsch, die ebenfalls für Bushido Waltershausen an den Start geht, treffen. „Wir sind Freundinnen, kennen uns natürlich sehr gut und wissen, was die andere macht“, sagte Stein demütig vor dem Finale im Gespräch mit dem Mitteldeutschen Rundfunk, der im Thüringen Journal einen zweiminütigen Beitrag über den Wettkampf sendete, in dem die Athletin aus dem Werra-Meißner-Kreis im Mittelpunkt stand.

Die Zuschauer in Erfurt bekamen im Kampf um den Titel eine sehr offensiv agierende Stein zu sehen, die schnell mit 4:0 in Führung lag. Gegen zwei Fußtritten zum Bauch konnte sich Bitsch nicht wehren. „Dann habe ich kein Risiko mehr genommen“, erinnerte sich Stein nach dem Wettkampf, die clever die Führung verwaltete.

Nach zwei Minuten Kampfzeit fiel Stein überglücklich in Arme von Bitsch. Es war vollbracht. Im Anschluss konnte Stein aufs höchste Treppchen des Podiums steigen und bekam zum zweiten Mal in ihrer noch jungen Laufbahn den Pokal für die Deutsche Meisterschaft überreicht. Sie hat die Erwartungen wieder einmal erfüllt.

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