Karatekämpferin will die Goldmedaille holen

Vor der EM: Renée Stein aus Herleshausen ist mental voll auf der Höhe

Fit für die Europameisterschaft: Renée Stein aus Herleshausen und ihr Trainer Klaus Bitsch. Foto: privat/nh

Herleshausen – Der sportliche Höhepunkt des Jahres steht für die 16-jährige Renée Stein aus Herleshausen an. Am Wochenende will sie in Dänemark EM-Gold im Karate gewinnen. 

Der Jubel kannte keine Grenzen, als sich Renée Stein aus Herleshausen im vergangenen Jahr zur Deutsche Meisterin im Karate kürte. Die 16-Jährige setzte sich im Mai in der Altersklasse U16 bis 47 Kilogramm durch und löste das Ticket für die Europameisterschaften im dänischen Aalborg, die am Freitag beginnen. In den vergangenen Tagen bereitete sich die Nachwuchshoffnung im Karate-Bundesleistungszentrum in Waltershausen (Thüringen) auf diese Großveranstaltung vor, bevor gestern mit dem Bus zu den Titelkämpfen aufgebrochen wurde.

Es war im Bundesleistungszentrum häufig laut auf den Karatematten, die Athleten im Nationalkader feuerten sich gegenseitig an. Beim Saisonhöhepunkt Höchstleistung zeigen – so lautet ihr Ziel. Obwohl sie einzeln unterwegs sind, wird der Teamgedanke unter den Sportlern stets großgeschrieben. „Die Stimmung stimmt“, bestätigt Renée Stein. Schlag-, Stoß-, Tritt- und Block- sowie Fußfegetechniken beherrscht sie aus dem Effeff. Trainer Klaus Bitsch feilt bei ihr noch an Kleinigkeiten. Insbesondere die mentale Stärke sei ein Hauptschwerpunkt seines Trainings. „Mein Trainer ist sehr zielorientiert und will, dass wir konzentriert in den Wettkampf starten“, erzählt Stein, „er geht im Training immer mit dem Kopf durch die Wand und zeigt uns auf seine Art, wie wir unsere Ziele erreichen können.“

Seit der Normierung wurde im Hause Stein noch genauer auf die Ernährung geachtet. Um am Wettkampf teilzunehmen, muss das Gewicht der 1,60 Meter großen Nachwuchshoffnung unter 48 Kilogramm liegen. „Da muss man schon mal konsequent sein und im jugendlichen Alter ist das nicht immer ganz so leicht“, weiß Mutter Mara Stein über ihre Tochter zu erzählen. Und so gab es zum Abschied Blumenkohlauflauf – mit kalorienarmer Mozzarella. Sie fährt fort und richtet ein großes Dankeschön an Ursula Rauschenberg, die Schulleiterin der Herleshäuser Südringgauschule: „Vonseiten der Schule wurden Renée nie Steine in den Weg gelegt.“

Nach dem dritten Platz bei der Youth-League in Venedig zählt die 16-Jährige zu den Favoriten ihrer Klasse. Das weiß sie. Sie sagt: „Ich bin noch nicht lange in dieser Klasse, trotzdem will ich Europameisterin werden. Dafür muss im Wettkampf einiges stimmen und ich muss das Feeling haben.“

Damit der Weg ins Finale gelingt, muss sie fünf Gegnerin besiegen. Dabei wird sich die Herleshäuserin primär auf ihren Kampfstil konzentrieren und weniger an den Stärken der Gegnerinnen. Ihren letzten Erfolg hatte Stein vor allem einer ausgeklügelten Kontertaktik zu verdanken. Lange hat sie ihre Konkurrenz in Sicherheit gewogen, um dann überfallartig mit Hebeln und Würfeln das Kampfgeschehen in die Hand zu nehmen. So will sie auch in Dänemark agieren – und Großes leisten.

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