Ex-Nationalspieler Robert Gherhard übernimmt 

Datterode/Röhrda setzt Ausrufezeichen: Eine Gensunger Handball-Legende wird Trainer

Die ESG Datterode/Röhrda hat einen neuen Trainer: Robert Gherhard (Mitte) trainiert die Männer sowie die A- und B-Jugend. Jugendleiter Thomas Lobgesang (links) und Männerspielwart Sascha Fissmann haben die Gensunger Handball-Legende vorgestellt. Foto:  Triller

Ringgau. Einen dicken Fisch hat Handball-Bezirksoberligist ESG Datterode/Röhrda an Land gezogen: Robert Gherhard wird Trainer. 

Von Harald Triller

Nur zwei Wochen nach der Trennung von Trainer Matthias Meinl kann die ESG Datterode/Röhrda einen Paukenschlag mit dem prominenten Neuzugang vermelden. „Wir haben den Tipp vom Ex-Eschweger Liviu Pavel bekommen und sind sofort nach Kassel gefahren, um das Gespräch mit der früheren Gensunger Handball-Legende Robert Gherhard zu suchen“, erklärte D/R-Jugendleiter Thomas Lobgesang die Fahrt, die er zusammen mit dem ESG-Männerspielwart Sascha Fissmann unternommen hat.

Fragen und Antworten:

Was hat Robert Gherhard zuletzt gemacht?

Der 52-jährige Ausnahmehandballer, der vom heutigen DHB-Vizepräsidenten Bob Hanning sowie von Bundestrainer Heiner Brand insgesamt viermal ins Zweitliga-Allstar-Team berufen wurde, hat in fünf der letzten sechs Jahre ein privates Handballinternat in seiner rumänischen Heimat Bacau geleitet. „Seine Teams hat er mehrfach zu rumänischen Jugendmeisterschaften geführt“, weiß Fissmann.

Warum zog es ihn zurück nach Deutschland?

„Ich hatte Sehnsucht nach meinem Sohn Christian, der in Kassel wohnt und nach einem Kreuzbandriss den Handballsport vorerst aufs Eis gelegt hat“, sagt Robert Gherhard. „Wir waren überrascht, dass wir relativ schnell mit ihm handelseinig geworden sind“, sagt Thomas Lobgesang und gibt an, dass der neue Coach neben den Männern auch die A- und B-Jugend trainieren wird. „Das wollen wir zweimal in der Woche durchziehen. Erst das Jugendtraining, dann die Erwachsenen. So muss er nicht so oft pendeln“, ergänzt Fissmann.

Welche Ziele verfolgt die ESG Datterode/Röhrda?

„Bei uns wird alles so bleiben, wir werden kein Geld in Spieler investieren, sondern auf unsere eigenen Jugendlichen bauen. Da kommt so ein erfahrener Handballer natürlich genau zur rechten Zeit. Wir werden die Jugendlichen fördern und wollen so die Zukunft des Handballs im Ringgau fortführen“, sagt Lobgesang.

Wie kam Robert Gherhard nach Deutschland?

„Ich habe bei der Qualifikation für die Olympischen Spiele noch für Rumänien gespielt und mich 1992 nach einem Europapokalmatch in Barcelona abgesetzt. Göttingen 05 und Versmold waren meine ersten Stationen. Das Interesse von Atletico Madrid konnte ich leider nicht positiv bescheiden, da ich nach meiner Flucht vom internationalen Handballverband für zwei Jahre gesperrt wurde“, erinnert sich Robert Gherhard. Zwölf Jahre, von 1993 bis 2005, spielte er bei Jahn Gensungen, das er in glanzvolle Zweitligazeiten als Spielmacher in der Rückraummitte führte.

Wie geht er an die neue Aufgabe heran?

„Ich möchte das Potenzial des Bezirksoberligisten weiter verbessern und viele junge Spieler an die Senioren heranführen. Ob da zwei Trainingseinheiten pro Woche reichen, werden wir sehen. Aber mehr wird aus beruflichen und schulischen Gründen wohl nur schwer umzusetzen sein. Und natürlich möchte ich selbst beruflich Fuß fassen. Ich war im Vorjahr bereits im Security-Bereich tätig. Aber zunächst richte ich den Fokus auf Datterode/Röhrda.“ Erfahrung im Trainerjob habe Gherhard laut Sascha Fissmann bereits in Katlenburg und Dresden gesammelt.

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