Frauenhandball-Bezirksoberliga: SVR und Jestädt/Grebendorf wollen sich stabilisieren

Rückrunde zielstrebig angehen

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Ann-Kathrin Schulze gab im Derby gegen den SV Reichensachsen kurz vor Weihnachten für ihre HSG Jestädt/Grebendorf alles und erkämpfte sich zusammen mit ihren Mannschaftskameradinnen ein überraschendes 16:16.

Eschwege. Der Absteiger (Reichensachsen) steht auf Rang fünf, der Aufsteiger (Jestädt/Grebendorf) belegt den neunten Rang nach der Vorrunde. Für die Frauenhandball-Bezirksoberligisten wäre mehr möglich gewesen, was bedeutet, dass beide Teams die Rückserie zielstrebig angehen müssen, um ihr mannschaftliches Gefüge weiter zu stabilisieren.

SV Reichensachsen

Zufrieden mit Platz fünf und mit dem Ausblick, dass die vier vor dem SVR stehenden Teams allesamt in der Ebert-Sporthalle antreten müssen, geht der Landesligaabsteiger am Wochenende die Rückrunde an. „Unsere Abwehr gehört zu den besten der Liga, was sicherlich auch an den guten Leistungen unserer Torhüterinnen Saskia Hampel und Laura Konklowsky liegt“, weiß SVR-Abteilungsleiterin Petra Heckmann allerdings, dass im Angriff noch an der Chancenverwertung gearbeitet werden muss. 12:8 Punkte wurden als Ziel ausgegeben, 11:9 sind es geworden. Ärgerlich waren die Niederlagen gegen Körle und Wollrode, und den Punktverlust gegen Jestädt/Grebendorf hatte der SVR auch nicht eingeplant.

Die Handballchefin beim SVR hofft, dass Alina Munk, die mit 42 Toren hinter Carolin Heckmann (79) beste Werferin ist, nach ihrer Halswirbelverletzung am Sonntag wieder einsatzfähig ist. Wie wertvoll Madeline Seroka, die eigentlich nur aushelfen wollte, als weitere Linkshänderin ist, hat sie eindrucksvoll bewiesen. Und sehr bedauert wird im Lager des SVR, dass Lena Roßbach berufsbedingt nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Dafür hat Mareike Wieditz signalisiert, dass sie ins Team zurückkehren will. Und mit Christine Clever steht eine weitere Spielerin in den Startlöchern. Mit einem Durchschnittsalter von 19 Jahren hat das Team eine gute Zukunft vor sich, wenn nicht Studium und Beruf einen Strich durch die Rechnung machen.

„Wir haben vor drei Jahren begonnen, auf die Jugend zu setzen und dürfen schon jetzt erste Früchte ernten. Jetzt gilt es Geduld zu bewahren und das Konzept unseres Trainers Savian Dimcescu zu unterstützen“, zeigt sich Petra Heckmann auch angetan von der Tatsache, dass wohl in der nächsten Saison alle weiblichen Jugendklassen besetzt werden können. „Auch das ist eine Basis für die Zukunft“, so Petra Heckmann.

HSG Jestädt/Grebendorf

Der Ligaerhalt war das erklärte Ziel von Trainer Tommy Bake. Die Saison stand schon von der Vorbereitung an auf keinem guten Stern, weil Ann-Kathrin Schulze und Sara Kielhorn berufsbedingt nur eingeschränkt zur Verfügung standen. Dazu kamen Verletzungen aus der vorigen Saison und auch aktuelle Probleme bei Svenja Kotte, Stefanie Bake, Annika Dölle, Annalena Fey, Anna Hohmann und Sarina Jäschke.

„Personell positiv bleibt eigentlich nur die Integration von Wiebke Blumenstiel, die aus der eigenen Jugend den Sprung ins Team schaffte und sich großartig eingefügt hat“, bescheinigte Tommy Bake der Jugendlichen großen Einsatzwillen.

Kaum Vorbereitung und die Minimalbesetzung sorgten für die Auftaktniederlage gegen den Abstiegsaspiranten Flieden. „Und neben Siegen gegen Fulda und bei Werra 09, die auf individuellen Stärken basierten, lagen unfassbare Niederlagen in Alsfeld und Hünfeld“, weiß Tommy Bake, dass dem Dreigestirn an der Spitze - Körle, Wollrode und Fritzlar II - nicht beizukommen ist, dass alle anderen Teams hingegen in jedem Fall zu schlagen sind.

Gerade die Leistung beim Derby in Reichensachsen habe gezeigt, was ein fast kompletter Kader bewegen könne: „Das Remis war absolut verdient für uns. Vor fast 300 Zuschauern hat meine Mannschaft gezeigt, dass der momentane Tabellenplatz nicht die eigentliche Stärke widerspiegelt“, sagt der kritische Übungsleiter.

Am Sonntag beginnt die Rückrunde mit dem richtungsweisenden Match gegen Schlusslicht Flieden. Auch bei einem Sieg will Tommy Bake das Ziel Klassenerhalt nicht korrigieren: „Aber er würde uns Ruhe geben. Komplett werden wir aber gewiss noch weitere Achtungszeichen setzen“, so der HSG-Coach. Er hat im Übrigen seine Fühler nach neuen Spielerinnen bereits jetzt ausgestreckt. Auch beim eigenen Nachwuchs sieht es ganz gut aus.

Von Harald Triller

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