Frauenhandball: Datterode/Röhrda/Sontra empfängt Reichensachsen

Derby um Aufstiegschance: Brisanter könnte der letzte Spieltag kaum sein

Besonderes Spiel: Nicole Küch ist die Lenkerin des Reichensächser Spiels, wohnt aber im Ringgau. Fotos: Claus/nh

Röhrda - Es ist das Spiel der Spiele im heimischen Frauenhandball: Dat./Rö./So. empfängt am Samstag, 6. April (16 Uhr), den SV Reichensachsen. Der Sieger ist Vizemeister. 

„Die Halle wird rappelvoll“ – in diesem Punkt sind sich die HSG Datterode/Röhrda/Sontra und der SV Reichensachsen vor dem Endspiel-Derby am letzten Bezirksoberliga-Spieltag in Röhrda (Samstag, 16 Uhr) einig. Dass vonseiten beider Clubs gestern in vielerlei Hinsicht mit gleicher Stimme gesprochen wurde, das verwunderte aber nicht. Denn dass dieses direkte Duell um die Vizemeisterschaft keine brisantere Ausgangslage hätte haben können, die Vorfreude auf dieses Spiel ins Unermessliche gestiegen und vor allem die sportliche Fairness auf und neben dem Spielfeld das Wichtigste überhaupt sei, solche Aussagen sind vor einem solch packenden Aufeinandertreffen irgendwie erwartet wie erhofft worden.

„Ich bin heilfroh, dass ich bei einem solchen Spiel nicht selbst spiele“, sagt SVR-Abteilungsleiterin Petra Heckmann, angesprochen auf die nervliche Belastung der Spielerinnen beider Lager in diesem Derby, das vor ausverkauftem Haus ausgetragen wird. Marion Möhrke von der HSG spricht von einer „komischen Situation irgendwie“, einer erwarteten „tollen Stimmung“ und „einem ganz besonderen Spiel“.

Der Sieger dieses Spiels schließt die Saison auf dem zweiten Platz ab und spielt um einen Startplatz in der Landesliga. Derzeit ist Reichensachsen Zweiter, einen Punkt vor Datterode/Röhrda/Sontra. Somit müssen die Gastgeberinnen in Röhrda gewinnen, während dem SVR schon ein Remis ausreicht. Beide Mannschaften wollen zum Abschluss noch einmal alles geben, ihren besten Handball spielen und ihre erfolgreichen Spielzeiten krönen. Auch da sind sich beide Clubs einig.

SVR-Spielmacherin wohnt in Datterode

Nein, mit dem Fahrrad fährt Nicole Küch nicht zum letzten Saisonspiel in die Halle nach Röhrda, obwohl der Weg von ihrem Zuhause bis zur Sporthalle für die Datteröderin keine wirkliche Herausforderung darstellen würde. Denn dort hat sie das Handballspielen erlernt, als sie bei den „Minis“ das erste Mal mit dem kleinen Lederball in Kontakt kam. Seit vielen Jahren ist Küch aber Leistungsträgerin beim SV Reichensachsen. Und damit ist sie nicht allein. Auch ihre Mitspielerinnen Veronika Wagner und Lena Roßbach kommen aus Datterode. 

Auf Küch, die in der C-Jugend aus dem Ringgau zum SVR wechselte, wird es als Spielmacherin im Derby am Samstag ankommen. Sie dirigiert und lenkt das Spiel ihres Teams – und will den Traum vom Aufstieg mit Leben füllen. „Es ist natürlich schon ein besonderes Spiel. In der Sporthalle in Röhrda hat damals alles begonnen und ich würde schon gern als Siegerin dort vom Parkett gehen“, sagt die 25-Jährige. „Außerdem möchte ich mich nicht die nächsten drei Wochen zu Hause einsperren müssen“, ergänzt sie lachend, wohl wissend, dass in ihrem Dorf die meisten Einwohner der heimischen HSG nahestehen. In der Familie Küch ist es nur der Opa, der aus Heimatverbundenheit Datterode/Röhrda/Sontra am Samstag die Daumen drücken wird, sagt sie und freut sich auf die Atmosphäre und das Duell mit Endspielcharakter. „Und wenn wir an die zweite Halbzeit gegen Fulda anknüpfen, werden wir auch gewinnen“, ist sie optimistisch.

Gesamtes Team

beim Bundesligaspiel

Ihre spielfreie Woche haben die Spielerinnen der HSG Datterode/Röhrda/Sontra genutzt, um Kraft zu tanken, sich zu fokussieren und von denen zu lernen, die Handball par excellence bieten: den Bundesligaprofis der MT Melsungen. Geschlossen besuchte das gesamte Team das Heimspiel gegen Stuttgart am vergangenen Wochenende. Eine Teambuildingmaßnahme? Könnte man meinen und wäre sicher eine gewinnbringende Aktion. Der Grund jedoch war ein komplett anderer.

„Wir sind von der MT eingeladen worden“, sagt Spielerin Marion Möhrke. Die Einladung erfolgte wegen des Eklats rund um das Heimspiel der Ringgauerinnen Mitte Februar gegen Spitzenreiter Fulda/Petersberg. Damals fand vor dem Damenspiel eine Jugendpartie statt, in der sich Jugendakteure der Gäste einer Spielgemeinschaft, der auch Melsungen angehört, danebenbenahmen und Trikots und Schuhe der Spielerinnen aus der Kabine unter anderem in die Toilette warfen. Daraufhin sei der Jugendkoordinator mit den Verantwortlichen zum Entschuldigen beim Training der HSG-Frauen vorbeigekommen und hätten das Team für ihr freies Wochenende zum Bundesligaspiel eingeladen.

Auch wenn Melsungen gegen Stuttgart kein Feuerwerk abbrannte und letztlich auch knapp verlor, so dürfte der Besuch trotzdem etwas gebracht – von der letzten vielleicht noch benötigten Motivation bis zum noch stärkeren Teamgeist, den die Mannschaft am Samstag auf das Feld bringen will.

nic

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