Nach fünf erfolgreichen Jahren 

Volleyballer der SG Herleshausen/Eisenach: Erst der Rückzug, dann der Abschied

La Ola mit den Fans: Das Sensations-Jahr 2018 und die vielen Erfolge und Partys mit den Zuschauern wird kein SG-Spieler je vergessen. Erlebnisse, die immer bleiben.

Die Volleyballer der SG Herleshausen/Eisenach werden nur noch eine Saison gemeinsam spielen, ehe sich die Wege trennen. Das wurde jetzt bekannt gegeben.

VON NICO BECK

Herleshausen/Eisenach – Diese Ankündigung kommt zwar nicht völlig überraschend, bei der Verkündung wirkt sie dennoch wie ein Paukenschlag. Die Volleyballer der SG Herleshausen/Eisenach werden nur noch eine Saison gemeinsam spielen, ehe sich die Wege trennen. „Es ist sozusagen eine Abschiedstour“, sagt der Herleshäuser Spieler Andreas Neitzel im Gespräch mit unserer Zeitung. Dem aber nicht genug: Der Thüringenliga-Meister des Jahres 2018 wird sich aus der höchsten Landesklasse zurückziehen und eine Klasse tiefer in der Verbandsliga an den Start gehen.

Der Abschied

„Wir sind dankbar für alles, was wir mit der SG erleben durften und was auf die Beine gestellt wurde – und auch noch im kommenden Jahr auf die Beine gestellt wird“, das sagt Andreas Neitzel, dem anzumerken ist, wie schwer ihm die Zeilen über das bevorstehende Aus der seit fünf Jahren bestehenden länderübergreifenden Spielgemeinschaft über die Lippen gehen. „Wir wollen noch mal alles raushauen bis nächsten Sommer und dann schauen wir, wie es weitergeht.“

Vor allem die personellen Schwierigkeiten werden als Grund genannt für das baldige Ende. Schon seit längerer Zeit war zu merken, dass die Lockerheit nicht mehr da war. Das hatte keinesfalls damit zu tun, dass das Team nach den sensationellen Titelgewinnen 2017 in der Verbandsliga und 2018 in der Thüringenliga mal nicht Meister wurde. Sondern viel mehr mit unzähligen Verletzungen im Team, die den Spielbetrieb mit zunehmender Dauer nur sehr schwer möglich machten und viele Körner kosteten. Ältere Spieler wurden aus dem Ruhestand aufs Parkett zurückgeholt, Spieler mussten angeschlagen ran. Personell blieben auch für die neue Spielzeit zu viele Fragen offen, weshalb sich zum Rückzug entschlossen wurde. So habe Johannes Aßmann, der beste Spieler des Teams, der fast die gesamte vergangene Saison verpasste, mitgeteilt, auch in der neuen Runde aufgrund der anhaltenden körperlichen Probleme nicht einsetzbar zu sein. Andreas Neitzel: „Das Niveau ohne ihn und so, wie wir es immer im Training erleben, reicht dann nicht für die Thüringenliga.“ Es folgte der Rückzug.

Der Rückzug

Trotz des sportlich geschafften Klassenerhalts zieht das Team zurück. „Wir haben uns abgestimmt und jeder trägt diese Entscheidung. Es ist jetzt sozusagen eine Abschiedstour.“ Ziel sei, noch mal alles aus sich herauszuholen, um diese so erfolgreiche Zeit mit der Mannschaft gebührend abzuschließen und den treuen Fans guten Sport zu bieten. „Darauf sind wir alle heiß.“

Die Akteure aus Herleshausen: (von links) Tobias Schucht, Andi Neitzel, Abteilungsleiter Christoph Müller, Markus Dach und Johannes Aßmann.

Die Erfolgsgeschichte

100 bis 200 Fans säumten die Sporthallen, wenn die SG-Volleyballer aufschlugen. Das sind Zahlen, die zum Teil höherklassige Teams nicht aufweisen. Vom ersten Moment an herrschte eine besondere Atmosphäre, immer von großer Leidenschaft und Harmonie geprägt. „Jeder Einzelne ist ein richtiger Kämpfer“, hat ein Zuschauer mal beschrieben. Dank dieser Einstellung wurde gleich im ersten Verbandsligajahr die Vizemeisterschaft erspielt, 2017 wurde man Meister, ehe in der nächsten Saison der ganz große Coup folgte mit dem Titelgewinn in der Thüringenliga und dem Startrecht für die Regionalliga. Bis heute war das der Höhepunkt, das i-Tüpfelchen.

Die Zukunft

„Beim TSV Herleshausen wird seit Jahren kontinuierlich gute Jugendarbeit geleistet und konzeptionell macht es Sinn, dass wir zurückkehren“, so Neitzel, der es sich mit seinen Mitstreitern zur Aufgabe machen will, ein Team mit jungen Akteuren anzuführen und diese zu fördern.

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