Sogar ein Deutscher Rekord wurde erzielt

Höhepunkte des Jahres 2020 im Werra-Meißner-Kreis: Weckmüller, Wills und Weidenhausen-Serie

Den Deutschen Meistertitel im Bogenschießen hat Maximilian Weckmüller aus Eschwege (2. von rechts) mit seiner Mannschaft verteidigt.
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Den Deutschen Meistertitel im Bogenschießen hat Maximilian Weckmüller aus Eschwege (2. von rechts) mit seiner Mannschaft verteidigt.

Mit dem ersten Lockdown im Sport standen urplötzlich zahlreiche Meister fest, die am Telefon oder am Computer von ihrem Glück erfahren haben. Schön war das nicht, aber solche Szenarien prägten das heimische Sportjahr 2020. Zu Beginn des Jahres war die Welt noch in Ordnung, im Sommer kehrte ein wenig Normalität zurück, ehe der Sport ab Oktober/November komplett stillgelegt wurde.

Wir blicken auf einige Höhepunkte des Jahres 2020.

Besser geht es kaum

Was für ein Jahr von Bogenschütze Maximilian Weckmüller! Der Eschweger verteidigte im Frühjahr zuerst die Meisterschaft mit der Mannschaft in der 1. Bundesliga, ehe er im Juli erneut seine einzigartige Klasse bewies und einen Deutschen Rekord aufstellte. Bei einem offiziellen Lehrgang in Kienbaum gelangen dem 25-jährigen Schützen mit dem Recurvebogen auf der olympischen 70-Meter-Distanz bei 72 Schuss 691 Ringe. Das schafften nur drei Europäer vor ihm. Bundesliga-Titel, Deutscher Rekord – es lief bei Max Weckmüller.

Fußball

Der Super-Lauf in der Liga: Alles in den Schatten gestellt hat der fulminante Lauf des SV Adler Weidenhausen II in der Gruppenliga der aktuellen Saison 2020/21. Der Aufsteiger spielte eine Fabel-Runde und blieb nach einer 0:1-Niederlage zum Saisonstart zehnmal in Folge ungeschlagen. Nach elf Spielen steht die Mannschaft von Trainer Alexander Henke auf einem sensationellen vierten Rang.

Die ersten Sieger in 2020: Los ging es im heimischen Fußball im Januar mit dem Budenzauber beim SV Reichensachsen. Hunderte auf den Tribünen sahen den Sieg der SG Klein./Hun./Doh. gegen Weidenhausen (3:2), der Adler siegte kurz darauf in Witzenhausen bei den Kreismeisterschaften im Endspiel gegen Großalmerode (1:0).

Reformen kommen an: Zur Spielzeit 20/21 wurde vieles reformiert. Die Vereinsvertreter stimmten im August zu, dass in der Kreisoberliga und der B-Klasse zwei Gruppen gebildet werden. Die Erfahrungen der abgebrochenen Vorsaison wurden auf den Spielbetrieb übertragen – und völlig richtig gehandelt. Die Reformen kamen überall richtig gut an.

Fußball der anderen Art: E-Sports war in aller Munde. Plötzlich zockten selbst die, die es bisher immer für Zeitverschwendung gehalten hatten. Dass das virtuelle Fußballspielen an der Konsole nun im öffentlichen Bewusstsein eine starke Aufwertung erfuhr, das lag an zahlreichen Wettbewerben, die unter anderem vom Hessischen Fußball-Verband offiziell veranstaltet wurden. Einige heimische Teams nahmen an diesen Wettkämpfen teil und ließe ihre Daumen glühen.

Neue Trainer mit großen Namen: Als Weidenhausens Verbandsligatrainer Maikel Buchenau sein Amt Anfang Oktober niederlegte, da hatte Kreisoberligist Wanfried mit der Verpflichtung von Marco Wehr unlängst für Furore gesorgt. Getoppt wurde dieser Trainercoup mit dem ehemaligen Verbandsliga-Erfolgscoach Weidenhausens nur vom TSV Waldkappel, der im Dezember – also erst vor wenigen Tagen – die Sensation verkündete: Ex-Bayern-München-Profi Carsten Lakies übernimmt das Traineramt beim Kreisoberliga-Abstiegskandidaten ab sofort. Wahnsinn.

Handball

Pause, immer wieder Pause: So wenig Handball wurde noch nie gespielt. Nach dem Abbruch der Saison 19/20 zog der Verband die Sommerpause in die Länge und verschob den Start in den Oktober. Bis dahin hatten alle anderen Sportarten schon zahlreiche Ligaspiele ausgetragen und Wettkämpfe veranstaltet. Die Frustration und das Unverständnis bei Handballern wuchs ins Unermessliche, da manche nur eine einzige Partie absolvierten (wenn überhaupt), ehe die Saison erneut unterbrochen wurde. So kam es vor, dass Spieler bereits acht, neun Monate ohne Spiel auskommen mussten.

Party in der WhatsApp-Gruppe: Nach sieben Jahren in der Bezirksoberliga ist das Damenteam des SV Reichensachsen in die Landesliga zurückgekehrt. Riesig war der Jubel aller Beteiligten, gemeinschaftlich fiel er aber nicht wirklich aus, denn die Party konnte weitestgehend nur virtuell am Handy und am Computer stattfinden.

Eschwege überrascht: Das Landesliga-Derby der Männer zwischen Wanfried und Eschwege Anfang Februar begeisterte und stellte einen der letzten Paukenschläge vor dem Lockdown dar. Außenseiter ETSV gelang ein Coup im Abstiegskampf, er siegte 22:19. Ein großartiger Kampf.

Aufstieg in die 2. Liga

Am 28. Januar titelte die Werra-Rundschau: „Zurück in der 2. Bundesliga“. Es war geschafft, die Kegler des KV Sontra hatten sich frühzeitig den Meistertitel der Hessenliga gesichert und die Rückkehr in die zweithöchste deutsche Spielklasse geschafft. Jahrelang wurde der Aufstieg anvisiert, nun erfolgreich vollendet. Klasse!

Mit Vollgas zum Titel

Maximilian Wills war einer der herausragenden Sportler. Der 18-jährige Endurofahrer gewann in dieser Saison die Laufserie E1B und das B-Championat. Besonders beeindruckend war, dass er bei der E1B-Klasse alle sieben Läufe gegen die namhafte Konkurrenz gewann. Wills dominierte und bewies mit diesem Sieg in seiner ersten Saison bei den Männern, dass er nicht nur das größte Motorsport-Talent der Region ist, sondern auch künftig zu den ganz Großen in Deutschland zählen kann.

Kommentar von Nico Beck (Ressortleiter Lokalsport)

Was hätte das für ein Sportjahr werden können?! Allein die heutige Auswahl an sportlichen Höhepunkten auf dieser Lokalsport-Seite zeigt, dass im heimischen Sport mächtig was los war und großartige Erfolge erzielt wurden. Trotz des ganzen Corona-Dramas, der Abbrüche und Unterbrechungen. Deshalb: Bleiben Sie positiv und lassen Sie uns optimistisch in die Zukunft schauen. Auch wenn der Sport im neuen Jahr erst mal ruhen wird, irgendwann geht es weiter. Und dann, liebe Sportler, dann kann Ihre Zeit kommen. Bleiben Sie aktiv und engagieren Sie sich in Vereinen. Denn ohne die wird nichts gehen.

Von Nico Beck

Der Aufstieg in die 2. Liga ist der ganz große Wurf gewesen von Andreas Schad und KV Sontra.
Das virtuelle Fußballspielen an der Spielkonsole hat die Coronapause bestimmt. Zahlreiche Vereine nahmen an diversen Turnieren im E-Sports teil.
Abschied nach 33 Jahren: Horst Schott hat beim Kreisfußballtag im März sein Amt als Fußball-Chef des Kreises abgegeben. Ihm ist viel zu verdanken.

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