Spanischen Fußball auf die Ohren

Wichmannshäuser Nils Kern betreibt Podcast über Spaniens höchste Fußballliga

An seinem aktuellen Arbeitsplatz in Nürnberg: Der Wichmannshäuser Nils Kern (31) ist Chefredakteur des Online-Magazins „Real Total“ über den Verein Real Madrid und betreibt seinen eigenen Podcast über die höchste spanische Fußballliga.
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An seinem aktuellen Arbeitsplatz in Nürnberg: Der Wichmannshäuser Nils Kern (31) ist Chefredakteur des Online-Magazins „Real Total“ über den Verein Real Madrid und betreibt seinen eigenen Podcast über die höchste spanische Fußballliga.

„Ich lebe meinen Traum und habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, schwärmt Nils Kern.

Wichmannshausen/Nürnberg - Der aus Sontra-Wichmannshausen stammende Kern hat wenige Stunden zuvor mit Journalist Alex Truica die 60. Folge seines Podcasts aufgenommen.

Der Audiobeitrag kann auf diversen Podcast-Plattformen wie Spotify, Apple-Podcast, Audio-Now oder Google-Podcast heruntergeladen werden und hört auf den Namen „Tika-Taka“ – den Spielstil im Fußball, der sich durch Kurzpassspiel und einen hohen Ballbesitz der angreifenden Mannschaft auszeichnet.

In Deutschland, Schweiz und Österreich ist es der einzige deutschsprachige Podcast über die höchste spanische Spielklasse La Liga. Nach der Premiere vor zwei Jahren hat der Podcast mittlerweile im Schnitt 6500 Zuhörer, Tendenz steigend: „Podcast ist das neue große Ding und ist für alle Medien eine Erweiterung des Portfolios“, sagt Nils Kern.

Perfekte Symbiose zwischen Real- und Barcelonafan

Während der 31-jährige Kern Chefredakteur des Online-Magazins „Real Total“ über alles rund um den spanischen Rekordmeister Real Madrid berichtet, hat Truica bei „Barçawelt.de“ den katalonischen Spitzenverein FC Barcelona auf dem Plan. Eine spannende Symbiose.

„Allein geht es nicht – so witzig bin ich nicht“, sagt Kern mit einem Lächeln auf den Lippen. Im Dialog mit dem 34-jährigen Truica stichelt Kern auch mal ganz bewusst. „Ich bin Madrilene, er ist für die Katalanen – da gehört das dazu“, weiß Kern, der sich im Podcast mit Truica die verbalen Doppelpässe zuspielt. Nach kurzem Geplänkel haben beide ihren Rhythmus gefunden, die Chemie zwischen beiden stimmt.

„Real- und Barca-Spieler haben schon in der spanischen Nationalmannschaft harmoniert und haben mit dem Spielstil Tiki-Taka die Weltmeisterschaft geholt“, erklärt Kern den Ursprung der Namenswahl des Podcasts, der sich zuletzt mit dem 1:4-Debakel von Real Madrid in Valencia beschäftigte.

„La Liga ist nicht so einseitig wie der Fußball in Deutschland“

Viele strittige Szenen diskutiert das Duo mit unterschiedlichen Ansichten. Aber der Podcast ist mehr als Real und Barca, sagt Kern und spricht über die Spannung in Spanien: „La Liga bietet mehr Überraschungen wie die Premier League und ist nicht so einseitig wie der Fußball in Deutschland und Frankreich, wo es die Serienmeister gibt.“

Nach einer halben Stunde rückt der Höhenflug von Atlético Madrid auf die Agenda, ehe das Spiel von Real Sociedad gegen Granada analysiert wird. Sociedad, die aufstrebende Mannschaft um Linksaußen Mikel Oyarzabal und Weltmeister David Silva, spielt laut Kern sehenswerten Fußball – einschalten lohnt sich: „Sie spielen Tempofußball mit schnellem Umschaltspiel.“

In den Folgen lernt der in Nürnberg wohnhafte Kern immer wieder neue Facetten der spanischen Liga kennen, obwohl er seit einem Jahrzehnt den Fußball auf der iberischen Halbinsel intensiv verfolgt. So sei Valencia laut Kern ein Chaos-Klub: „Der singapurischer Investor Peter Lim will immer mehr rausholen, dabei rückt das Sportliche in den Hintergrund – leider.“

Nils Kern vermisst Spanien

Der 31-jährige Nils Kern war zuletzt häufig auch bei Sky gefragt, während des Champions-League-Spiels zwischen Real Madrid und Inter Mailand dementierte er in der Sendung „Champions Corner“ per Video-Schalte einen möglichen Wechsel von Bayern-Innenverteidiger David Alaba zu Real Madrid: „Das können wir nicht bestätigen, das Gerücht kam schon zu häufig auf.“

Aufgrund der Coronapandemie ist an eine Vor-Ort-Berichterstattung im Moment nicht zu denken. Dahingehend gesteht Nils Kern, dass ihm etwas fehle: „Ich liebe Spanien und die Leute, weil die Leute viel mehr auf Gemeinsames – wie einen Restaurant-Besuch – Wert legen, anstatt das Geld für ein teures TV-Gerät oder ein Auto auszugeben.“ (Marvin Heinz)

Zur Person

Nils Kern (31) stammt aus Wichmannshausen. Nach dem Abitur 2008 in Sontra absolvierte er eine Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation. 2011 begann er als Real-Fan Berichte für das damals kleine Magazin Real Total zu schreiben. Mittlerweile darf er sich als Chefredakteur bezeichnen. Kern lebte länger in Madrid, nun in Nürnberg.

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