Handball-Landesliga: ETSV fegt Schlusslicht Vulkan Vogelsberg mit 47:13 aus der Halle

Spaziergang ins neue Jahr

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Alexander Hobbie setzt sich gegen die Abwehr der Vogelsberger durch. So viel Gegenwehr haben die ETSV-Spieler nur selten in der einseitigen Partie gegen den Tabellenletzten erfahren, das Gros der Tore ist über Tempogegenstöße gefallen.

Eschwege. Zehn Sekunden waren gespielt, da erzielte der Gast aus Vogelsberg das 1:0. Es blieb die einzige Führung, ein Trugschluss war es außerdem.

Denn es handelte sich um den Treffer zum 5:24 aus Sicht des Tabellenletzten der Handball-Landesliga. In den 30 Minuten zuvor hatte der Eschweger TSV ein Feuerwerk gezündet und den völlig überforderten Vulkan mit einer tüchtigen Wasserspritze zum Erlöschen gebracht.

ETSV-Vogelsberg 47:13 (22:4). Da war nichts von glühender Lava aus einem feuerspeienden Vulkan zu sehen, diese Mannschaft hat in der Landesliga nichts zu suchen und wird, da muss man kein Prophet sein, am Ende der Saison wieder zurück in die Bezirksoberliga müssen. Trotzdem verdiente sich der ETSV viele Komplimente, denn jeder Sportler weiß, dass gegen solche schwachen Kontrahenten ganz schnell Bruder Leichtfuß die Regie übernimmt. Nicht aber beim neuen Tabellensechsten, der mit dem Kantersieg bis auf zwei Zähler an Hünfeld herangerückt ist. Zur Erklärung: Dieser vierte Rang, den Hünfeld derzeit mit 16:10 Zählern einnimmt, würde für den ETSV-Spielertrainer Uwe Findeisen die Erfüllung eines Traumes bedeuten, denn er wünscht sich am Saisonende genau diesen Rang.

Mit Vollgas haben die Dietemänner die Partie begonnen, nach exakt drei Minuten und 56 Sekunden hieß es bereits 6:0. Dreimal wurde Linksaußen Julius Hohmann auf die Tempogegenstoßreise geschickt, auch Klaus Stephan lief zwei Konter und Michael Spannknebel machte das halbe Dutzend in Windeseile voll. Mit einem Siebenmeter wurde dann der wiedergenesene Torhüter Benjamin Scheuer erstmals bezwungen (6.). Der Schlussmann bot eine Glanzvorstellung, hatte vor allem in der ersten Hälfte großen Anteil daran, dass der Gast nur vier Treffer erzielte.

Schon im ersten Durchgang konnten sich alle Spieler bis auf Alexander Hobbie in die Torschützenliste eintragen. Der blieb aber nur deshalb ohne Torerfolg, weil er erst zur zweiten Hälfte das Parkett betreten hat. Zuvor teilten sich Christian Löbens und Henrik Hefert seinen Stammplatz auf der rechten Außenbahn.

Auch im zweiten Abschnitt setzte der ETSV seinen Trommelwirbel fort, Henrik Hefert, Philipp Eisenberg, Pascal Gebhardt, Alexander Hobbie und der Chef selbst, Uwe Findeisen, erhöhten das Resultat auf 29:5, ehe Julius Hohmann mit vier Toren in Folge das ganz große Handballbesteck auspackte. An der Harmlosigkeit des Gastes änderte sich nichts, dass nach der Pause insgesamt neun Treffer fielen, liegt an der Natur der Sache, denn obwohl der ETSV konzentriert geblieben ist, haben sich einige Lücken aufgetan.

Das Trefferbild zeigte zwar fast ständig Kontertore, aber das ein oder andere Kabinettstückchen durften die Zuschauer schon bejubeln. Beispiel: Beim 35:8 spielte Klaus Stephan einen Traumpass auf Kreisläufer Michael Spannknebel, der auch beim 41:10 mit einem ganz frechen Heber auf sich aufmerksam machte. In der Schlussphase meldete sich auch noch Christoph Klug zu Wort. Er markierte vier seiner fünf Treffer zwischen dem 42:11 und dem 47:13-Endstand.

Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann darüber, dass der ETSV die einmalige Chance, in einem Landesligaduell 50 Tore zu erzielen, nicht genutzt hat. Möglich wäre es nämlich gewesen. Aber das ist wahrlich nur eine Randnotiz, allein für das Verdrängen von Leichtfertigkeiten verdiente sich der ETSV ein Sonderlob bei seinem Spaziergang ins neue Handballjahr.

• ETSV: Scheuer, Bachmann - Hohmann 9, Stephan 10, Spannknebel 4, Löbens 4, Findeisen 3, Siegel 1, Stelzner 2, Klug 5, Eisenberg 2, Gebhardt 3, Hefert 2/1, Hobbie 2/1.

Von Harald Triller

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