Da sagen heimische Fußball-Vereinsvertreter

Nach dem Rücktritt des DFB-Präsidenten Reinhard Grindel: Wer soll jetzt kommen?

Florian SüssVorsitzender SG FSA

Eschwege - Nach dem Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel wird ein Nachfolger gesucht. Viele Namen werden gehandelt. HFV-Präsident Stefan Reuß steht nicht zur Verfügung.

Nach dem Rücktritt des DFB-Präsidenten Reinhard Grindel stellt sich die Frage, wie es im größten Fußballverband der Welt weitergeht. Kurz nach der Bekanntgabe wurde öffentlich über die Nachfolge spekuliert. Ein Kandidat, an den in unserer Region öfter gedacht wurde, wurde aber nicht genannt: Stefan Reuß, Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes und Landrat des Werra-Meißner-Kreises.

Stefan ReußHFV-Präsident

Auf die Anfrage beim ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter, wie abwegig ein solcher Gedanke eigentlich sei, hatte dieser eine klare Antwort parat: „Sehr abwegig.“ Mit einem Lächeln auf den Lippen fügte er hinzu: „Oder wollen Sie mich hier etwa loswerden?“ Diese schmerzhaft gemeinte Antwort diente ihm gleich als Überleitung zur weiteren, ernst gemeinten Erklärung: „Ich habe noch viel vor in der Region. Und als DFB-Präsident müsste man einiges aufgeben, weil es ein Full-Time-Job ist.“ Zudem, und da knüpft er an die Erklärung des DFB-Vizepräsidenten Dr. Rainer Koch an, sollte der künftige Mann an der Spitze den Amateurfußball ebenso im Fokus haben wie den Profibereich, „im Profifußball habe ich aber wenige Kompetenzen.“

Er wünsche sich, dass schnell Ruhe beim DFB einkehre und ein konstruktiver Weg gefunden würde, um die Nachfolge sicherzustellen. Der DFB müsse den Weg des Umbaus fortsetzen, „solch ein großer Verband funktioniert nicht mit ehrenamtlichen Führungsstrukturen“, sagte er weiter.

Reuß wird also nicht DFB-Präsident. Aber wer sonst?

Wir haben bei heimischen Fußball-Funktionären um Lösungsvorschläge gebeten und gefragt, was sich vom neuen Präsidenten erhofft wird.

Kreisfußballwart Horst Schott habe auch an Reuß gedacht („Man kann sich alles vorstellen. Gerade bei Leuten, die Ahnung vom Fußball haben“), tippt jedoch auf Oliver Bierhoff: „Anders als viele andere, die gehandelt werden, kennt er alle Abläufe und ist ein absoluter Insider.“ Ob er jedoch die richtige Wahl wäre, das ließ Schott bewusst offen, „das Wichtigste ist eine enge Bindung zur Basis. Da hoffe ich, dass künftig etwas mehr kommt, als bisher.“

Einen Wunsch äußerte Florian Süss, der Vorsitzende der SG FSA, der ältesten hessischen Spielgemeinschaft: „Der Fußball muss nach innen und außen wieder gut vertreten und der Amateurfußball gestärkt werden.“ Sein Favorit auf den Posten sei klar: „Heribert Bruchhagen. Weil er geschätzt wird und gut vernetzt ist. Vor allem würde er im Gegensatz zu Grindel wieder aus dem Fußballgeschäft kommen.“

Einen Nachfolger hat auch Sven Schellhase, der Abteilungsleiter des TSV Wichmannshausen, im Blick: „Ich denke da an Matthias Sammer. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass beim DFB einiges auf den Prüfstand muss. Sammer ist einer, der den Verband reformieren kann, menschlich und fachlich ist er unumstritten.“ Das Wichtigste aber sei laut Schellhase, dass das Gleichgewicht zwischen Amateur- und Profifußball wieder hergestellt werden müsse.

Wanfrieds Sportlicher Leiter Christoph Hoffmann zur Nachfolge: „Dieser Posten ist eine anspruchsvolle Management-Position zwischen politischer Teilhabe, internationalem Profifußball und Basisarbeit im Amateurbereich. Ein geeigneter Nachfolger sollte diese Segmente als Integrationsfigur vereinbar repräsentieren.“

Niederhones Abteilungsleiter Andreas Pleyernennt gleich zwei Namen: „Christoph Metzelder. Der weiß, wie der Fußball funktioniert. Zudem würde ich es begrüßen, wenn Sylvia Neid als Frau künftig dem Präsidium angehören würde.“

Gustav Meurer vom SC Germerode hat eine klare Meinung: „Man muss sich Gedanken über die Strukturen machen, die durchgängig vom Spitzenfußball bis nach ganz unten reichen müssen. Der neue Mann muss kompetent sein, eine hohe Menschenkenntnis und gute Qualifikationen haben. Da es in den letzten Jahren viele Wechsel gab, muss sich Zeit gelassen und eine gute Führungskraft präsentiert werden.“

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