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„Hessenliga ist anderes Niveau“ - Adler-Angreifer Jan Gerbig im Interview

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Von: Maurice Morth

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In der Hessenliga für den SV Adler deutlich mehr in der Defensive gefordert: Linksaußen Jan Gerbig (Mitte).
In der Hessenliga für den SV Adler deutlich mehr in der Defensive gefordert: Linksaußen Jan Gerbig (Mitte). © MORTH

Morgen trifft der SV Adler Weidenhausen in der Hessenliga auf Rot-Weiß Walldorf. Mit Adler-Angreifer Jan Gerbig sprachen wir über den Saisonstart des Aufsteigers.

Weidenhausen – Am morgigen Samstag trifft der SV Adler Weidenhausen in der Fußball-Hessenliga auf dem heimischen Chattenloh auf den Drittplatzierten Rot-Weiß Walldorf (Anstoß: 15 Uhr).

Vorab sprachen wir mit Adler-Linksaußen Jan Gerbig, der beim Aufsteiger bisher in allen sechs Partien zum Einsatz kam, über den bisherigen Saisonverlauf, die Anpassung an die Hessenliga und den kommenden Gegner.

Jan, wie bewertest du persönlich euren Saisonstart?

Als sehr gut, was anderes kann man dazu nicht sagen. Wir sind nicht unzufrieden mit den zwölf Punkten, vor allem in Anbetracht der bisherigen Gegner. Wir wissen bei der Euphorie aber auch, dass wir immer nach unten gucken müssen, weil es viele Absteiger geben wird.

Du hast viele Jahre Verbandsligafußball auf dem Buckel. Wie groß ist der sportliche Unterschied in der Hessenliga?

Die Liga ist technisch und athletisch noch einmal auf einem anderen Niveau – es geht alles ein bisschen schneller. Ich selbst merke, dass die Gegenspieler besser sind, dass ich viel mehr verteidigen muss als in der Verbandsliga und dadurch der Weg zum Tor natürlich auch länger ist.

Wir haben bisher in sechs Spielen acht Tore erzielt, der Toreschnitt ist für uns deswegen auch ein anderer als noch im Vorjahr.

Du hast es schon angesprochen: Wie schwer wird es werden, in der Hessenliga zu bleiben?

Der Blick in die Regionalliga lässt momentan kaum eine andere Annahme zu, als dass es sechs bis sieben Absteiger aus der Hessenliga geben wird. Im Endeffekt brauchst du einen guten Mittelfeldplatz, um die Liga zu halten – um die 40 bis 50 Punkte.

Von der Qualität her glaube ich, dass wir das schaffen können, aber dazu müssen wir unsere vielen Ausfälle, die wir in dieser Saison bisher haben, kompensieren können.

Nun geht es gegen Walldorf, die auch gut in die Saison gestartet sind und schon 15 Punkte haben. Viele Gegner sind für euch unbekannt, wie sieht die Spielvorbereitung bei euch allgemein aus?

In der Verbandsliga waren wir noch in der Situation, dass sich viele Gegner eher an uns orientieren mussten, ihre Formationen anpassten mussten, damit wir unser Spiel nicht durchdrücken können. In der Hessenliga hat sich die Videoschulung für uns noch einmal gesteigert.

Unsere Trainer investieren viel Zeit, bereiten uns auf die Stärken und Schwächen vor, in welche Räume wir kommen wollen und zeigen die Schlüsselspieler auf.

Wir sind darauf meiner Meinung nach aber auch ein gutes Stück angewiesen, würden die Coaches nicht so viel Zeit für das Videostudium aufwenden, hätten wir ein großes Problem – schließlich machen das die anderen Teams in der Liga vor den Saisonspielen gegen uns auch. (Maurice Morth)

Zur Person

Jan Gerbig (28) ist in Bad Sooden-Allendorf aufgewachsen und fing bei der TSG mit dem Fußballspielen an. Danach kickte er in der Jugend für den KSV Hessen Kassel und den OSC Vellmar.

Zur Saison 2013/2014 erfolgte sein Wechsel zum damaligen Verbandsligisten SV Adler Weidenhausen. Der Linksaußen ist angehender Lehrer für die Fächer Deutsch und Sport und absolviert derzeit sein Referendariat an der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf. Jan Gerbig lebt mit seiner Freundin in Kassel. 

Wissenswertes zum Gegner

Der SV Rot-Weiß Walldorf wurde 1914 gegründet und ist in der südhessischen Stadt Mörfelden-Walldorf ansässig (34 500 Einwohner, Landkreis Groß-Gerau). Nach dem 2. Weltkrieg spielte der Verein vier Jahre lang in der obersten hessischen Fußballliga.

Nach vielen Jahren in der Kreisliga gelang von 1988 bis 1995 die Rückkehr in die damalige Oberliga, seit 2019 spielt RW wieder in der Hessenliga. Für den Verein schnürten unter anderem die späteren Bundesliga-Profis Niklas Süle und Kevin Pezzoni die Fußballschuhe. Seit dem Wiederaufstieg in 18/19 von der Verbandsliga in die Hessenliga landeten die Walldorfer auf dem neunten, starken dritten und zuletzt zweiten Platz in der Abstiegsrunde.

In der bisherigen Saison gab es in sechs Spielen fünf Siege und nur eine Niederlage zum Saisonauftakt gegen Viktoria Griesheim (1:2). Die torgefährlichsten Akteure sind bislang Ahmet Dogan, Max Huß und Julian Ludwig (alle drei Treffer). 

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