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„Gehen mit Freude an die Sache“ - Interview mit SVA-Trainer Leonhardt vor Saisonfinale

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Von: Maurice Morth

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Ein eingespieltes Team: Adler-Cheftrainer Ronald Leonhardt (rechts) gemeinsam mit Co-Trainer Martin Schäfer.
Ein eingespieltes Team: Adler-Cheftrainer Ronald Leonhardt (rechts) gemeinsam mit Co-Trainer Martin Schäfer. © Marvin Heinz

Für den SV Adler Weidenhausen steht in der Fußball-Verbandsliga. Wir sprachen im Interview mit Adler-Trainer Ronald Leonhardt (53) über den Druck im Aufstiegskampf. 

Eschwege – Mit einem 3:0 (1:0) hat der SV Adler Weidenhausen am Mittwochabend die Pflichtaufgabe erfüllt und den Fußball-Kreisoberligisten SG Meißner im Viertelfinale des Kreispokals 21/22 in Großalmerode-Laudenbach besiegt. Weiter geht es für die Mannschaft von Ronald Leonhardt in der Verbandsliga bereits am morgigen Samstag beim FSV Thalau (17 Uhr).

Danach folgt für den Spitzenreiter aus Weidenhausen mit dem Auswärtsderby beim Lichtenauer FV (Mittwoch, 18.45 Uhr) und dem Topspiel auf dem Chattenloh gegen den CSC 03 Kassel (Sonntag, 15 Uhr) so etwas wie die Woche der Wahrheit. Wir sprachen mit dem Adler-Trainer vor den letzten fünf entscheidenden Spielen im Kampf um den Aufstieg in die Hessenliga.

Ronald, reibst du Dir beim Blick auf die Tabelle manchmal selbst verwundert die Augen?

Ich bin darüber nicht wirklich überrascht. Überrascht bin ich eher, mit welcher Kontinuität die Mannschaft sich durch die Saison arbeitet. Dass wir eine gewisse Qualität haben, haben wir über Jahre hinweg bewiesen. Dass wir nur wenige schwache Spiele zugelassen haben, natürlich hier und da mal eine schlechte Phase im Spiel haben, das überrascht mich schon.

Wir konnten vielleicht nur drei oder vier Spiele mit identischer Startelf spielen und jeder der reingekommen ist, der hat seine Aufgabe erfüllt. Zum Beispiel stand Tim Gonnermann, einer der absoluten Köpfe der Mannschaft, in der Rückrunde fast gar nicht zur Verfügung. Gleiches gilt für Manuel Toro Moreno.

Mit dem riesigen Erfolg und der Hessenliga in Sicht geht sicher auch Druck einher. Habt ihr Sorgen, dass der zum Problem wird?

Eigentlich ist es eher so, dass wir mit Freude an die Sache herangehen. Dass wir den Aufstieg nun in der eigenen Hand haben ist umso schöner, vor Wochen hatte uns in diesem Vierkampf an der Spitze überhaupt keiner auf dem Plan. Wir konnten immer unter dem Radar fliegen, das hat uns gutgetan.

Also verspürt ihr wirklich keinerlei Druck?

Wir wissen, dass die kommenden fünf Spiele eine extreme Herausforderung sind. Aber wir haben immer gut daran getan, von Spiel zu Spiel zu arbeiten.

Es ist einfacher, sich eine Sache vorzunehmen, die man direkt vor der Brust hat, statt sich in Gedanken zu verheddern, wie viele Siege man aus fünf Spielen braucht, um aufzusteigen. Wichtig ist, am Samstag und am Mittwoch zu gewinnen. Und weiter gucken wir auch nicht, denn das lenkt nur ab.

Hast du das Gefühl, du musst irgendwen im Team angesichts der Euphorie einfangen?

Nein. Die Mannschaft ist absolut heiß darauf, jedes Spiel zu gewinnen. Und ich merke auch im Training, dass alle im Team sehr konzentriert und fokussiert sind.

Was macht euch in dieser Saison so stark?

Wir haben im Team natürlich einige herausragende Spieler. Aber auch andere Akteure, die schon im sechsten oder siebten Jahr bei uns sind und nicht ganz so auffällig waren, die haben noch einmal einen richtigen Sprung gemacht.

Dazu kommen dann noch die jungen Leute, die eine hohe Qualität mitgebracht haben und für einen Leistungsdruck sorgen. So weiß jeder: Ich muss auf dem Platz alles raushauen, sonst hat ein anderer wieder das Recht auf ein Spiel von Anfang an.

Was erwartet euch beim Schlusslicht FSV Thalau?

Sie haben im April wirklich ordentliche Resultate erzielt, unter anderem hat Sand nur sehr spät dort gewonnen. Jetzt im Mai waren die Ergebnisse nicht mehr ganz so gut, aber Überheblichkeit steht uns nicht gut. Klar ist aber auch: Als Spitzenreiter müssen wir das Spiel gewinnen.

Und wenn ihr den Aufstieg in die Hessenliga schafft, dann wird Weidenhausen beim Feiern quasi abgerissen?

(lacht) Ich kann mir so etwas auf jeden Fall vorstellen.

Zur Person

Ronald Leonhardt (53) ist seit mittlerweile acht Jahren für den Fußball-Verbandsligisten SV Adler Weidenhausen tätig. Zunächst als Co-Trainer bei Marco Wehr, der wie Leonhardt aus Ershausen im Thüringer Landkreis Eichsfeld stammt und mit dem er nach fünf Jahren beim Thüringenligisten Heiligenstadt zum SV Adler kam, dann bei Maikel Buchenau, von dem er Anfang Oktober 2020 das Amt des Cheftrainers übernahm.

Zuvor war er bereits einmal Interimstrainer in Weidenhausen. Ronald Leonhardt arbeitet als Bauingenieur im Umweltamt des Landkreises Eichsfeld und ist Bürgermeister der Gemeinde Schimberg. 

(Maurice Morth)

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