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Nach dem Abpfiff ging die Post ab: Der SV Adler im Ausnahmezustand

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Von: Maurice Morth

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Verdienter Meister der Fußball-Verbandsliga 21/22: der SV Adler Weidenhausen.
Verdienter Meister der Fußball-Verbandsliga 21/22: der SV Adler Weidenhausen. © Johannes Götze

Nach dem sensationellen Meistertitel des SV Adler in der Fußball-Verbandsliga haben es die Mannschaft, die Fans und die Vereinsverantwortlichen ordentlich krachen lassen.

Weidenhausen/Eschwege – Eine gute Nachricht vorab: Die Gemeinde Meißner kann aufatmen. Der Ortsteil Weidenhausen steht nach der sensationellen Meisterschaft des Aushängeschilds SV Adler in der Fußball-Verbandsliga am Sonntagnachmittag noch.

Bis spät in die Nacht hinein ordentlich krachen lassen haben es die Mannschaft, die Fans und die Vereinsverantwortlichen – um die 250 Personen an der Zahl – aber dennoch auf dem Chattenloh.

Stabilisatoren des Adler-Spiels: Innenverteidiger Kilian Löffler (links) und Mittelfeldakteur Tim Ullrich.
Stabilisatoren des Adler-Spiels: Innenverteidiger Kilian Löffler (links) und Mittelfeldakteur Tim Ullrich. © SV Adler

„Mehr als zwei Stunden Schlaf waren nicht drin“

„Mehr als maximal zwei Stunden Schlaf waren nicht drin. Ich selbst war bis um halb vier in der Kabine“, berichtete im Telefongespräch am frühen Montagmorgen ein noch hörbar angeschlagener Adler-Keeper Johannes Klotzsch (25).

Nach dem Abpfiff kurz vor 18 Uhr brachen alle Dämme: Zuerst wurde mit kräftigem Pyro-Einsatz gemeinsam mit den Fans auf dem Platz gefeiert, im Anschluss verlagerte sich das feuchtfröhliche Geschehen zunehmend vor und ins Adler-Vereinsheim. Immer mit dabei: ein provisorischer Meisterpokal, ein riesiger geschnitzter Holzadler und natürlich jede Menge Bier.

Die Siegerfaust von Thomas Hammer.
Die Siegerfaust von Thomas Hammer. © SV Adler

„Für einen Sonntag war das schon eine richtig gute Sause. Es war sehr emotional und einfach schön. Um vier Uhr haben wir die Tür abgeschlossen“, sagte Teammanager Stefan Stederoth (39) am Montagvormittag. Richtig realisieren konnte den historischen Triumph aber auch nach einer (kurzen) Nacht noch niemand.

Jan Gonnermann: „Das ist alles noch nicht realisierbar“

Spieler und stellvertretender Vereinsvorsitzender Jan Gonnermann (35): „Das ist alles noch nicht richtig greifbar und realisierbar, was da gestern passiert ist. Es ist der Gipfel einer langen, langen Reise. Der Lohn für ein jahrelanges Hinarbeiten darauf. Alle haben so viel investiert, das sehe ich ja bei meinen Brüdern und mir. Es gab so viele starke Fußballergenerationen, aber wir haben es als erste im Werra-Meißner-Kreis geschafft, in die Hessenliga aufzusteigen. Überragend. Was das ganze Team und die Trainer in diesem Jahr geleistet haben, das verdient den höchsten Respekt.“

Pure Freude: Mittelfeldspieler Luis Goebel (links) und Torjäger Sören Gonnermann.
Pure Freude: Mittelfeldspieler Luis Goebel (links) und Torjäger Sören Gonnermann. © SV Adler

Ähnlich nachdenkliche Worte fand auch Torwart Johannes Klotzsch: „Das alles zu begreifen, das wird noch dauern. Wenn man dabei ist, dann verliert man sich im Moment. Jetzt so langsam hat man die Zeit, um darüber nachzudenken, was der Aufstieg in die Hessenliga eigentlich bedeutet.“

Von einem gewissen Druckabfall sprach Stefan Stederoth: „Wir waren unter Dauerdruck. Und anders als in den 2000er-Jahren, in denen Titel häufiger gefeiert werden konnten, ist das nun allein wegen der Seltenheit umso besonderer.“

Am Montag wurde kräftig weitergefeiert

Vorbei waren die Feierlichkeiten am Montag übrigens noch längst nicht: Nach einer kurzen Erholungspause ging es im „Hemingway“ am Eschweger Marktplatz für Mannschaft und Fans um 10 Uhr mit einem Frühstück und Frühshoppen weiter.

„Viele von uns haben sich in weiser Voraussicht schon Urlaub eingetragen“, so Johannes Klotzsch. Wann und vor allem in welchem Zustand die letzten Verbandsliga-Meister am Montag den Weg nach Hause gefunden haben, ist indes nicht überliefert.

Im Vereinsheim ging es später weiter: Yannik Mainz (links) mit Teammanager Stefan Stederoth.
Im Vereinsheim ging es später weiter: Yannik Mainz (links) mit Teammanager Stefan Stederoth. © SV Adler

Jan Gonnermann vom Adler-Vorstand richtete am Montagmittag den Blick aber schon in Richtung kommende Aufgaben: „Natürlich ist der Titel überragend, aber jetzt geben wir selbstverständlich auch noch alles dafür, um den Kreispokal zu gewinnen – und dann beginnt das Projekt Hessenliga.“

(Maurice Morth)

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