Handball-Landesliga: Erster Verein, der in die neue Runde startet

SV Reichensachsen startet mit großem Elan in die Landesliga

Das Landesliga-Team des SVR: (stehend von links) Hartmut Herwig (Lauftrainer), Trainer Matthias Meinl, Michelle Friman, Anna-Lena Kehr, Sophie Hohmann, Laura Heckmann, Carolin Heckmann, Saskia de Vos, Betreuerin Lydia Weiner, Torwarttrainer Gerd Reinhardt, (kniend) Jessica Sommer, Nicole Küch, Carolin Küch, Lisa Weiner, Lacey Brand und Kathrin Fey. Fehlend: Veronika Wagner, Melanie Wieditz und Alina Munk. Foto: Florian Wehr

Los geht es für den SV Reichensachsen in der Damen-Landesliga im Handball.

VON MARVIN HEINZ

Reichensachsen – Sechs Monate ohne Pflichtspiel haben für die Handballerinnen des SV Reichensachsen am kommenden Samstagabend (18.30 Uhr) ein Ende. Als erste Mannschaft im Kreis greift der SVR ins Spielgeschehen ein, alle anderen Teams messen sich erst im Oktober. Für den Aufsteiger steht in der Landesliga das erste Auswärtsspiel an, die Mannschaft von Trainer Matthias Meinl gastiert beim TV Hersfeld. „Es ist kein Traumlos zum Auftakt, aber wir freuen uns ungemein auf das Spiel und die Rückkehr in die Landesliga“, sagt Abteilungsleiterin Petra Heckmann. Dem SVR gelang in der Spielzeit 2019/20 souverän die Meisterschaft in der Bezirksoberliga.

Ein Spaziergang war die Vorbereitung nicht. Im Gegenteil. „Die meisten Testspiele waren echte Herausforderungen. Auch mal mit zehn Toren zu verlieren, das ist keine Schande, so sind wir gerüstet für die Serie“, berichtet Matthias Meinl, dessen Team die Spiele gegen die Oberliga-Mannschaft SG Kirchhof 09 II (24:38, 19:32) verloren hat. Beim Oberligisten aus Böddiger (24:27) bot der SVR eine Leistung auf Augenhöhe. Am Ende eines dreitägigen Trainingslagers wurde Ende August das Testspiel gegen die HSG Bad Wildungen II (Bezirksoberliga Kassel) mit 29:25 gewonnen. Aufgrund der Fitness konnte sich das Team in der abgelaufenen Bezirksoberliga-Spielzeit auch mal 20 Fahrtkarten leisten. „Nun wird jeder Fehlwurf bestraft“, weiß Meinl, der in der Vorbereitung dreimal pro Woche trainieren ließ.

Der Fokus in der Vorbereitung lag auf der Stabilisierung der 6:0-Verteidigung, der Beinarbeit und dem Verschieben im Verbund. „Es ist immer einfacher, ein Spiel mit 25:23 zu gewinnen, als mit 37:35.“

Die junge SVR-Mannschaft werde in der Landesliga eine der körperlich schwächsten Aufstellungen stellen, gibt Meinl an. Aus diesem Grund wurde viel Wurftraining gemacht. „Wo, wie und wohin muss ich abspringen? So was wird nun noch viel wichtiger“, sagt er, der prognostiziert, dass keine Mannschaft gegen seine Damen mit einer offenen Deckung ins Spiel gehen wird: „Die groß gewachsenen Teams gehen mit einer 6:0-Verteidigung hinten rein und machen die Flossen hoch.“

Im Kader hat sich indes wenig getan. Saskia de Vos ist aus dem Babyjahr zurückgekehrt und wird mit Laura Hesse um den Platz im Tor konkurrieren. Neu ist der 55-jährige Gerd Reinhardt, der ehemalige Schlussmann des TV Eitra, leitet das Torwarttraining. „Er bereitet die Torfrauen von der Ersten bis zur B-Jugend auf die kommenden Aufgaben vor, sein Training wird unsere Torhüterinnen bessermachen.“ Carolin Küch (Linksaußen) wird den Kaderplatz von Jessica Sommer (Studium in Würzburg) einnehmen. „Aufgrund der geografischen Lage ist es schwierig punktuelle Verstärkungen zu finden“, sagte Meinl im WR-Gespräch. Trotzdem sei er mit seinem Aufgebot hochzufrieden. Im Team gäbe es überhaupt keinen Neid. „Die Mitspielerin, die gleichzeitig aus Kontrahentin ist, wird angefeuert. Die Mannschaft ist sozial intakt und immer vollständig im Training, konzeptionelle Trainingsarbeit ist also immer möglich“, schwärmt der Coach, der mit Lydia Weiner eine zuverlässige Betreuerin an der Seite hat.

KOMMENTAR Von Nico Beck (Ressortleiter)

Eine laaaange Durststrecke endet am Samstag für die Handballerinnen des SV Reichensachsen. Seit der Saison 2012/13 spielte die Mannschaft in der Bezirksoberliga und zählte Jahr für Jahr zu den besten Teams. Der Aufstieg wollte aber nicht gelingen. Es war vom Mythos der Unaufsteigbaren die Rede. Doch in der vergangenen Spielzeit waren die Reichensächserinnen an der Reihe und sicherten sich im ersten Trainerjahr von Matthias Meinl bei den Frauen prompt den Titel und die lang ersehnte Rückkehr in die Landesliga.

Das Spiel am Samstag ist auch als eine Belohnung für die Vereinsführung anzusehen, die nach dem schleichenden Niedergang von der Regionalliga-Spitze bis in die Bezirksoberliga nie die Geduld verlor, den Neuaufbau mit dem eigenen Nachwuchs voranzutreiben. Ergebnisse spielten nur eine untergeordnete Rolle. Es ging um das Gesamtprojekt. Und das erlebt jetzt im Seniorenbereich seinen vorläufigen Höhepunkt.

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