Taekwon-Do-Kämpfer erreicht nächstes persönliches Ziel

Weltmeister Christian Graf besteht Prüfung zum 3. Dan

Wurde 2017 Weltmeister: Christian Graf (stehend). Foto: privat/nh

Der Eschweger Christian Graf hat sich nach seinem WM-Titel 2017 im Taekwon-Do nicht auf diesem Erfolg ausgeruht und jetzt die Prüfung zum 3. Dan (Schwarzgurt) bestanden.

Wanfried – Der Eschweger Christian Graf hat sich nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft im Taekwon-Do im Jahr 2017 in den Niederlanden nicht auf seinem WM-Titel ausgeruht. Nach einem Vereins- und Trainerwechsel Ende des vergangenen Jahres zum VfL Wanfried und in den Hochschulsport der Universität Kassel trainierte Graf intensiv weiter und bereitete sich auf die Prüfung zum 3. Dan (Schwarzgurt) im Taekwon-Do vor – seinem nächsten persönlichen Ziel.

Unter der Leitung des langjährigen Trainers im Hochschulsport, Klaus Sauerwein (6. Dan), wurden sowohl Grafs Stärken als auch einige Schwächen ausgelotet und gezielt daran gearbeitet. „Da ging es zum Beispiel um die Entspannungsphase vor Ausübung einer Technik, um eine höhere Schnellkraft und darum, eine bessere Stabilität zu entwickeln“, sagt Graf.

Der Erfolg bei der vor Kurzem durchgeführten Prüfung für Kup- und Dan-Träger bestätigte die positive Entwicklung des 49-Jährigen. Christian Graf konnte in allen geprüften Disziplinen sein Können demonstrieren.

Bei den Grundtechniken wie dem Formenlauf (Tul), dem abgesprochenen und freien Kampf, der Selbstverteidigung und den Bruchtests zeigte er in Kooperation mit seinen Partnern und Mitstreitern, wie vielfältig und anspruchsvoll die koreanische „Kunst des Kampfes mit Fuß und Faust“ ist. Formenlauf (Tul) und abgesprochene Kämpfe sind einstudierte Choreografien, bei denen verschiedene Angriffs- und Verteidigungstechniken allein und mit Partner demonstriert werden. „Der Fokus liegt hier auf der exakten Ausführung und dem sinnvollen Einsatz der erlernten Techniken mit Kraft, Impulsivität und Balance“, sagt er. Bei der Selbstverteidigung, beispielsweise gegen Messer- und und Stockangriffe, zeigte Graf mit Kraft, Geschwindigkeit und Flexibilität, wie eine effektive Abwehr aussehen kann.

Der Bruchtest, bei dem es einige bis zu mehreren Zentimetern starke Bretter zu durchschlagen oder zu durchtreten gilt, gelingt nur mit dem richtigen Abstand zum Ziel, der nötigen Geschwindigkeit, einer präzisen Technik und der ebenfalls nötigen Körperspannung. Graf zeigte hierbei neben anderen Techniken unter anderem einen gesprungenen Drehkick, der punktgenau die Bretter zerteilte. Im Freikampf (Matsogi), bei dem es um das Erzielen von Trefferpunkten mit Fuß und Faust geht, schlug sich Graf auch gegen die jüngeren Dan-Träger erfolgreich. Ihre Kenntnisse in Theorie und Hintergrundwissen konnten die Anwärter bereits vorab in einer schriftlichen Prüfung bestätigen.

Graf erreichte nach sechsstündiger Prüfung, wie auch zwei weitere Dan-Träger aus dem Hochschulsport, den von ihnen angestrebten 3. Dan. „Insgesamt haben alle Prüflinge bei deutlich überdurchschnittlicher Leistung ihre Prüfungen bestanden“, sagt er. Alle Teilnehmer, die Trainer und Prüfer Klaus Sauerwein und Nima Fard-Khojasteh (4. Dan) konnten im Anschluss sehr zufrieden das Ergebnis bei einem gemeinsamen Essen feiern. Und da Taekwon-Do eine Lebenseinstellung und ein Lebensweg (Do) ist, der beständiges Lernen und Weiterentwickeln bedeutet, warten nun neue Techniken und Anforderungen auf Christian Graf und dessen Mitstreiter im Hochschulsport Kassel und beim VfL Wanfried. 

Die Gürtelgrade sind unterteilt in Schülerklasse (Kup) und Meisterklasse (Dan). Es gibt neun Dan-Graduierungen, der neunte Dan ist die höchste. Dieses System wird neben dem Taekwon-Do unter anderem auch beim Judo und Ju-Jutsu verwendet. red

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