Nicht nur auf dem Platz geht es rund

Tennis-Feriencamp des TC Eschwege begeistert den Nachwuchs

Alles im Griff hat Tennislehrer Alexander Orlob. Er fördert und fordert die Talente.

VON NICO BECK

Auch das gehört zum Tennistraining: Für Magnus Neitzel geht's in den Parcours. Al le Fotos: Nico Beck

Eschwege – Martha Heckmann atmet erst mal ganz tief durch. „Jetzt muss ich mal was trinken“, sagt die junge Tennis-Nachwuchsspielerin, die augenblicklich etwas erschöpft ist. Das liegt nicht allein an der prallen Vormittagssonne, die auf die Tennisanlage am Bahnhof in Eschwege scheint. Sondern viel mehr an Alexander Orlob, ihrem Tennistrainer. Der 44-Jährige aus Bad Sooden-Allendorf, der sich als Trainer weit über die Kreis- und Bezirksgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat, leitet das fünftägige Feriencamp des Tennisclubs Eschwege in diesen Tagen, an dem auch Martha Heckmann teilnimmt. „Dann geh' was trinken und iss auch einen Riegel. Das ist auch wichtig“, ruft der Trainer ihr nach einer schweißtreibenden Balleinheit hinterher, der, diesen Satz kaum beendet, schon drei neue Bälle in der Hand hat. Das nächste Kind wartet, hat die Grundstellung schon eingenommen. Orlob motiviert: „Magnus, auf geht's! Tiefe Beuge. Schön schwingen. Los, du kannst das!“ Tatsächlich sitzt die Technik des Schülers, die Bälle werden bravourös über das Netz gespielt. „Gut gemacht!“, lobt Orlob.

Viel Einsatz und tolle Schläge zeigt Nachwuchsspielerin Martha Heckmann.

Der Coach hat zwischen zehn und 15 Uhr alle Hände voll zu tun. Er verteilt Aufgaben für die Kinder und Jugendlichen auf drei Plätzen. Dabei kommt allerlei Equipment zum Einsatz, Hütchen, Plastikreifen, Stepper. „Es geht nicht nur um Tennis an sich. Ein Tennisspieler muss auch ein guter Athlet sein“, sagt er. Auf einem Platz leitet er Übungen selbst an, spielt Bälle zu, korrigiert und gibt Tipps, wie es besser gehen kann. Auf den beiden anderen setzen die Spieler das um, was er ihnen zuvor aufgetragen hat. „Das sind fast immer spielerische Übungen mit Wettkampfcharakter.“ Vor allem beim Blick auf das Doppel der U18-Mannschaft geht Tennisfans das Herz auf. Einstudierte Spielsituationen werden perfektioniert. Bei den besten Teilnehmern geht es bei diesem zweiten Tenniscamp in Eschwege nur noch um den Feinschliff. Und den gibt ihnen Orlob vor allem dann, wenn er sich ihnen mit voller Schaffenskraft zuwendet. Das weiß auch Vereinsvorsitzender Jörg Bruchmüller. „Besser geht es nicht“, sagt er mit Blick auf das Training mit Orlob. Der Chef aber packt selbst tatkräftig mit an. Auf einem vierten Platz kümmert er sich um die Jüngsten. „Den Arm etwas höher nehmen“, weist er Charlotte Lenz an. Der Camp-Teilnehmerin wird von Bruchmüllers Frau Kerstin zum Vorhandtraining ein Ball aufgetippt, den die junge Spielerin versucht zu treffen. „Jaaa!“, ruft diese nach einem wunderbaren Schlag aus und blickt mit einem breiten Grinsen in Richtung Kerstin Bruchmüller, „Super!“, lobt diese umgehend.

Früh übt sich: Die junge Nachwuchsspielerin Charlotte Lenz trainiert die Vorhand. Kerstin Bruchmüller (links) vom TC Eschwege tippt die Bälle zum Schlag auf den Boden.

Wer aber denkt, das Geschehen bei diesem Camp spiele sich nur auf den Plätzen ab, der täuscht sich gewaltig. Denn im Stress ist mitunter auch Christiane Gerloff. Die Jugendwartin des Vereins sorgt sich um die Verpflegung. Dazu zählt neben einem Mittagessen wie Spaghetti auch eine üppige Salatbar, sie stellt Früchte, Riegel und weitere Snacks bereit, gibt Getränke heraus und füllt Trinkflaschen nach. Das war gestern aufgrund des tollen Wetters besonders wichtig. Und natürlich auch wegen Alexander Orlob.

Jörg BruchmüllerVorsitzender TC Eschwege

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