Siebter Platz bei Langdistanz - Hawaii-Startplatz aber abgelehnt

Plötzlich im Kreis der Superstars: Timo Pippart aus Breitau überragt beim Ironman

Der Startschuss zum Schwimmen ist ertönt.

Sensationelle Leistung von Timo Pippart  beim Ironman Frankfurt: Der Ausdauersportler aus Breitau landete bei seiner ersten Langdistanz in seiner Altersklasse auf Rang sieben.

VON NICO BECK

Frankfurt – Einen „gepflegten Muskelkater“ hat er, der Überflieger aus Breitau, der beim Ironman Frankfurt einen Wettkampf hingelegt hat, der kaum in Worte zu fassen ist. Timo Pippart, der amtierende Sieger des Eschweger Werraman, hat den Ironman auf Rang sieben in seiner Altersklasse (von 266) abgeschlossen und ist insgesamt 35. bei den Männern geworden (von 1823). Nur 34 Sportler – darunter Superstars der Szene wie Sieger Jan Frodeno, Patrick Lange oder der US-Amerikaner Matt Russell – waren besser. 59 sind als Profi gestartet. Pippart nicht – und doch überragte er über die 3,8 Kilometer Schwimmen, 185 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen. Seine Zeit: 9:34:58 Stunden.

„Ich bin echt zufrieden. Zwischendurch hatte ich etwas Magenprobleme und die Hitze war natürlich brutal. Trotzdem hat es großen Spaß gemacht und ich merke, dass ich muskulär gar keine so großen Probleme habe. Die Vorbereitung ist also ganz gut gelaufen“, so Pippart, der für den KSV Baunatal startet, jedoch nach wie vor auch beim Eschweger TSV gemeldet ist, bei dem sein Aufstieg in der Leichtathletik begann.

Das war meine erste Langdistanz überhaupt. Ich denke, das Ergebnis war ganz gut, oder?

Timo PippartPlatz 35 von 1823 Sportlern

Das Verrückteste beim Blick auf Pipparts Leistung ist nicht mal das Ergebnis, sondern vor allem die Tatsache, dass er erstmals einen Ironman bewältigte. „Das war meine erste Langdistanz überhaupt. Ich denke, das Ergebnis war ganz gut, oder?“, fragt der 34-Jährige. Klar, eine rhetorische Frage. Eine ernsthafte Antwort erübrigt sich.

Vergangenes Jahr startete er in Hamburg, wo jedoch das Schwimmen ausgefallen war und nur Radfahren und Laufen auf dem Programm standen. In Frankfurt war das jetzt anders.

Nach 1:00:55 Stunden kam er aus dem Wasser. „Das war auch ungefähr die Zeit, die ich mir vorgestellt hatte.“ Ganz nach Plan lief es danach nicht mehr, „ich wollte auf dem Rad unter fünf Stunden bleiben, es wurden aber 5 Stunden und 13 Minuten. Ich habe zwischendurch gedacht ‘Man, du musst noch einen Marathon laufen bei der Hitze’ und bin dann eben nicht an die absolute Schmerzgrenze gegangen.“ Dennoch fuhr er die 185 Kilometer mit einem Durchschnitt von 35,56 Stundenkilometern. 3:10:50 Stunden benötigte er, um nach den 42,195 Kilometern im Ziel einzulaufen.

„Ich bin froh, alles recht gut überstanden zu haben, bin nur eben etwas schwer ins Bett hinein und wieder herausgekommen. Aber auf der Strecke haben Teilnehmer schon am Straßenrand gesessen und haben Infusionen erhalten, weil nichts mehr ging. Das war schon alles echt hart und man musste gut aufpassen.“

Sein großartiger Premierenerfolg war beileibe nicht die größte Überraschung. Denn dank seiner starken Leistung qualifizierte er sich für die Triathlon-Weltmeisterschaft auf Hawaii.

Hawaii-Startplatz wird nicht angenommen

In seiner Altersklasse bis 34 Jahre wurden acht Tickets nach Hawaii vergeben. „Und da ich Siebter geworden bin, bekomme ich eines. Aber ich werde es nicht annehmen“, sagt er und fügt seiner überraschenden Aussage prompt die Erklärung hinzu: „Allein die Startgebühr beträgt 1000 US-Dollar. Und an Kosten käme noch so einiges auf mich zu. Es wäre zwar eine ganz tolle Geschichte, aber ist mit zigtausend Euro nicht realisierbar.“

Gar nicht rund lief es hingegen beim Eschweger Philipp Mock. Mit 59:45 Minuten noch gut aus dem Wasser gekommen, hatte er beim Radfahren einen Plattfuß – auch der Ersatzreifen hielt nicht. „Über eine halbe Stunde habe ich dann am Straßenrand gesessen und auf neues Material gewartet“, sagt er enttäuscht. Sein Wettkampf war gelaufen, er brach ab.

ZUR PERSON

Timo Pippart (34) hat beim Ironman Frankfurt am Wochenende seine erste Langdistanz bewältigt. Vor sechs Jahren beim ETSV eingetreten, packte ihn das Fieber immer mehr und er startete in der Folge nicht nur beim Werraman, den er im vergangenen Jahr erstmals gewann. Zuvor fiel Pippart im Lokalsport als Motocrosser beim MSC Waldkappel-Breitau auf. Er arbeitet als Schreiner und wohnt in Breitau.

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