Damen des Eschweger TSV und der TTV 79 Eschwege optimistisch

Tischtennis-Vereine bereiten sich auf neue Saison vor

Petra Körner.
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Blickt optimistisch auf die kommende Spielzeit: Petra Körner, Spielerin und Tischtennis-Abteilungsleiterin beim Eschweger TSV. Archivfoto: Siegfried Furchert

Trotz weiter sinkender Inzidenzzahlen – dem Breiten- und Amateursport der Region sind nur sehr wenige Aktivitäten, kaum Training oder gar Wettkämpfe gestattet.

Eschwege – Das bereitet vor allem den Hallensport treibenden Vereinen große Sorgen und schlägt sich auch schon in sinkenden Mitglieder- und Aktivenzahlen nieder.

Wir haben uns bei den Verantwortlichen der zwei Tischtennis spielenden Klubs Eschweger TSV und TTV 79 Eschwege umgehört, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen, nach Lösungen suchen und sich auf die neue Saison vorbereiten.

Seit vielen Jahren sind die Damen des Eschweger TSV so etwas wie ein Aushängeschild für den Frauen-Tischtennissport im Werra-Meißner-Kreis. In der vergangenen Saison spielte das Team, das in der Vergangenheit sogar schon in der Oberliga Südwest aktiv war, in der Hessenliga Nord, war damit auch die einzige auf Landesebene spielberechtigte Mannschaft des Tischtenniskreises Werra-Meißner.

In der Saison 2019/20 aufgestiegen, reichte es mit nur 3:19 Punkten aber nur zum letzten Platz. Abstieg? Nein! Weil kein Verein aufsteigen wollte, bot der HTTV den Eschweger Damen an, in der Hessenliga zu bleiben. Petra Körner, Mannschaftsführerin und TT-Abteilungsleiterin des ETSV: „Wenn wir auch nur ein Spiel gewonnen, einmal Unentschieden gespielt haben, uns hat die Hessenliga Spaß gemacht. So haben wir aus sportlichen Gründen die zweite uns gebotene Chance genutzt.“

Doch dann im Spieljahr 2020/21 folgte nach nur zwei Spielen wegen Corona der Abbruch der Saison. Mit 0:4 Punkten zierte der Eschweger TSV wieder das Tabellenende.

Aufhören kein Thema

Der Sportausschuss des Verbandes beschloss, die neue hessische Verbandsrunde 2021/22 mit den Mannschaften der vergangenen Runde zu spielen. Also die Hessenliga Nord auch mit dem Eschweger TSV? Petra Körner: „Bisher hat noch keine meiner Mitspielerinnen signalisiert, keine Lust mehr zu haben oder dass sie aufhören will. Also gehe ich davon aus, dass wir in gleicher Aufstellung wieder in der Hessenliga antreten.“ Dabei imponiert wieder mal die sportliche Einstellung der Eschweger Damen, die wissen, dass sie als Vorjahresletzter erneut nur Außenseiter in dieser Klasse sind, sie aber trotzdem gegen die starke Konkurrenz aus Nord- und Mittelhessen antreten wollen.

Ob man in der Mannschaft nach dem Abbruch der vergangenen Spielzeit 20/21 auch darüber nachgedacht habe, nach so vielen gemeinsamen Jahren vielleicht doch ganz aufzuhören? Petra Körners Antwort: „Nein, das war bisher kein Thema. Und auch wegen Corona werden wir nicht aufhören, dafür spielen wir zu gern Tischtennis. Wir wollen Corona ein Schnippchen schlagen.“

Wie das gelingen soll? Das Team wird sich, solange das gefordert wird, streng an die Bestimmungen des Verbandes und der Behörden halten. So wartet das Team jetzt wie die anderen Vereine und Mannschaften des Kreises auf die Signale, die ihnen Anfang September den Neustart ermöglichen sollen.

Für Petra Körner ist auch klar, dass die kommende keine leichte Saison wird. Denn wegen der starken Belegung der vereinseigenen Halle durch die vielen Abteilungen des Vereins konnte kaum trainiert werden. Aber das ist für das ETSV-Quartett kein Grund, schwarz in die Zukunft zu sehen.

„Noch haben wir über drei Monate Zeit, uns auf die neue Spielzeit vorzubereiten“, bleibt Körner optimistisch. Was ihr sehr fehlt, ist die sportliche Gemeinschaft im Team, die unter dem Abbruch und der langen Pause „sehr gelitten hat“. Deshalb freut sie sich schon jetzt auf das erste Duell und die Schwätzchen mit den Gegnerinnen und Mannschaftskameradinnen.

TTV in der Bezirksoberliga

Auch beim TTV 79 Eschwege ist die Planung für die neue Saison bereits angelaufen. Michael May, der Vorsitzende des seit 32 Jahren bestehenden Klubs in der Kreisstadt, kann allerdings noch keine Ergebnisse präsentieren, man wartet wie die Nachbarn auf die Entscheidungen des Verbandes und der Politik: „Auch wir beraten noch. Erst in den nächsten Tagen wird sich entscheiden, wie unser Mannschafts-Aufgebot aussieht und wo wir spielen.“ Der Vorsitzende hofft, dass der TTV 79 wieder vier Herrenteams und eine Jugendmannschaft ins Rennen schicken kann.

Beim Abbruch der Saison 2019/20 war die 1. Herrenmannschaft des TTV mit 0:8 Punkten Schlusslicht in der Bezirksoberliga, denn einige Verletzungen warfen die Mannschaft zurück. Da es nach dem Abbruch keine Absteiger gibt, könnten die TTVer weiter in dieser Klasse spielen. May hofft, dass es so passiert. In der Pause ist der interne Spielbetrieb weitergelaufen. Nach einem Konzept war Training an drei Platten möglich, „das auch recht gut angenommen wurde. Aber leistungsmäßig müssen die Aktiven nach der langen Pause durch mehr Training natürlich noch aufholen.“ Deshalb hoffen May und die Aktiven, dass sie bald wieder „zu hundert Prozent“ loslegen, trainieren und um Punkte spielen können.

Michael May: „Die Stimmung in unserem Verein ist trotz der Pause recht gut, die Aktiven sehen dem Start erwartungsvoll entgegen.“ Sehr wichtig für den Vorsitzenden ist, neben dem sportlichen Niveau aber auch „das gesellschaftliche Leben im Verein wieder in Schwung zu bringen“. Die Leistungen könne man durch Training verbessern, „eine schlechte Stimmung unter den Mitgliedern ist aber oft der Anfang vom Ende eines Vereins“. Einen Einbruch in dieser Richtung will der Boss aber auf jeden Fall verhindern. (Siegfried Furchert)

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