Heimische Trainer bei Tagung der Talentförderung in Grünberg

André Schürrle und Patrick Herrmann dienen als gute Beispiele

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Fußball-Idol der 1990er-Jahre: Andreas Möller (2. von links), heute bei Eintracht Frankfurt beschäftigt, zählte vor der Jahrtausendwende zu den besten Mittelfeldspielern der Welt. Ihn trafen die heimischen Trainer (von links) Volker Krumbein, Rainer Demus und Matthias Gruber.

Eschwege/Grünberg –Als Andreas Möller im Jahr 1981 aus Grünberg abgereist war, hatte der spätere Mittelfeldregisseur von Juventus Turin, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt und Schalke 04 keinen Grund zur Freude. Nun kehrte Möller als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Frankfurter Eintracht nach Grünberg zurück, um sich an seine Jugendzeit zu erinnern und die Ausbildungskonzeption des Bundesligisten vorzustellen.

Im zarten Alter von 14 Jahren hat der aus Frankfurt am Main kommende Möller mit der Bezirksauswahl nicht den Sprung in die Hessenauswahl geschafft. Das sei extrem traurig für ihn gewesen und er habe dies erst mal verdauen müssen, gab Möller an. Er schöpfte neue Motivation aus der Enttäuschung und spielte sich durch gezielte Förderung in das Blickfeld der Auswahltrainer. Der spätere Welt- und Europameister feilte an seiner Technik und legte an Tempo zu. Zwei Jahre später kamen die Trainer an Möller nicht mehr vorbei und beriefen ihn in die Auswahl. Es war der Beginn einer Weltkarriere.

„Das Beispiel von Andreas Möller zeigt, dass es sich lohnt, nicht aufzugeben und hart zu trainieren“, findet Matthias Gruber. Die DFB-Stützpunkttrainer aus Bad Sooden-Allendorf hörten im Rahmen der Tagung der Talentförderung Nord- und Südhessen bei den Worten Möllers ganz genau hin.

Auch der Stützpunkt hat die Aufgabe, Talente nicht sofort fallen zu lassen, sondern gezielt zu sichten und zu fördern. „Wir haben keine Mannschaft, sondern wollen Talente fördern und entwickeln. Fernab von Erfolgs- und Zeitdruck“, beschreibt Gruber die primäre Aufgabe der DFB-Einrichtung, „dabei müssen wir auch Geduld haben. So, wie es die Trainer von Möller im Jugendbereich der Frankfurter Eintracht hatten.“

Dabei greifen die Trainer zu ganz speziellen Instrumenten in der Trainingssteuerung. Die Trainer feilen gerade daran, ihr Teamcoaching zu verbessern. Insgesamt wurde das Training von Matthias Gruber, Volker Krumbein und Rainer Demus in den letzten Jahren individuell gestaltet, um einerseits die vorhandenen Stärken zu optimieren und andererseits bewusst an Schwächen zu arbeiten. Die Dreierkonstellation bietet optimale Voraussetzungen, um immer wieder zu differenzieren und Kleingruppen zu bilden. Um den nächsten Entwicklungsschritt zu ermöglichen, werden am Stützpunkt in BSA auch immer mal einzelne Spieler im Training gefilmt. Gruber: „Gerade bei den Torhütern macht das Sinn. So werden Fehler in den Bewegungsabläufen deutlich gemacht und Korrekturen mit ihnen erarbeitet.“

Gruber sieht den Stützpunkt als „gute Alternative“ für Kicker, die es nicht in ein Nachwuchsleistungszentrum schaffen: „Flächendeckend soll kein Talent verloren gehen, vielleicht werden auch mal Spätentwickler wie André Schürrle von uns aufgespürt oder wir werden zum Profi-Sprungbrett wie bei Patrick Herrmann.“

Von Marvin Heinz

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