Traum von der Landesebene

Interview: Tennisspieler Matthias Kullik über die Saison 2021 und eigene Ziele

Tennisspieler Matthias Kullik in Aktion.
+
Tennisspieler Matthias Kullik in Aktion.

Noch einige Wochen würde es dauern, bis die Tennissaison startet – wegen der Coronakrise steht aber auch im zweiten Jahr in Folge ein Fragezeichen hinter dem Medenspielbetrieb. Wir haben schon vor der Entscheidung über den Start, die der Hessische Tennis-Verband bei Redaktionsschluss noch nicht gefällt hat, mit dem heimischen Tennisexperten Matthias Kullik gesprochen.

Er spielt für die Herren 55 der MSG Meinhard/Niederhone/Waldkappel in der Gruppenliga und den TSV Waldkappel Herren 40 in der Bezirksliga A.

Matthias, kannst du sechs Wochen vor dem offiziellen Saisonbeginn einen Vergleich zur Saison 2020 anstellen?

Vor Jahresfrist sah es ähnlich aus, der erste Lockdown hatte gegriffen, aber die meisten Vereine haben sich an das von den HTV-Verantwortlichen vorgegebene Hygienekonzept gehalten und die Serie mit relativ vielen Spielen durchgezogen. Ich stufe Tennis als unkritisch ein, weil ich keine Ansteckungsgefahren sehe, wie sie bei anderen Sportarten bestehen. Selbst bei den Doppeln bleiben Körperkontakte außen vor.

Welche Signale kommen denn aus Offenbach?

Ich bin zwar kein Vereinsfunktionär, habe aber dennoch unter der Prämisse, dass sich unsere Waldkappeler Herren-40-Mannschaft wegen steigender Coronazahlen vom Spielbetrieb zurückziehen wollte, um die ab 1. April drohenden Strafgelder zu verhindern, beim Verband angefragt und hinsichtlich des Strafmaßes analog zu 2020 um Kulanz gebeten. Mit der Antwort aus Offenbach, die mir wirklich postwendend zugestellt wurde, bin ich sehr zufrieden.

Wie lautet sie denn?

Es sehe ohnehin nach einer Verschiebung der Medenrunde aus, sodass erneut Strafen für Mannschaftsabmeldungen ausgesetzt werden. Allerdings sorge, so Jan Duut, verantwortlich für Team-Tennis und Öffentlichkeitsarbeit, der damit einhergehende Abstieg, der eventuell ebenfalls ausgesetzt würde, für Diskussionsbedarf. Der HTV empfiehlt uns deshalb abzuwarten, denn ist die Mannschaft einmal zurückgezogen, wird sie bei der neuen Spielplangestaltung keine Berücksichtigung mehr finden. Jan Duut hat mir versprochen, dass flexible Lösungen gesucht werden und niemand bestraft wird, wenn der Grund coronabedingt ist.

Die Entscheidung über den Saisonbeginn sollte schon gefallen sein.

Der erweiterte Sportausschuss des HTV hat bereits getagt, aber wir haben noch keine Nachricht über Entscheidungen bekommen, wann letztlich der Medenspielbetrieb beginnen kann. Wir denken an eine Verschiebung bis in den Juni hinein und nach den Sommerferien wird die Serie fortgesetzt.

Wie sieht es in den Teams aus, für die du aufschlägst? Die MSG ist mit das ranghöchste im Kreis?

Ich habe erst mit 16 Jahren mit dem Tennis begonnen, so sind meine Mittel bis heute technisch begrenzt, aber ich bin ein Kämpfer, der nie aufgibt. Ich bin ein Teamplayer, der alles für die Mannschaft in die Waagschale wirft. Und es war schon immer mein Traum, einmal auf Landesebene zu spielen. Der würde jetzt mit der Herren 55 der MSG Meinhard/Niederhone/Waldkappel in Erfüllung gehen. Auch vor dem Hintergrund, dass die Impfungen schnell voranschreiten, wäre noch ein guter Saisonverlauf möglich. Wie sich der Spielbetrieb bei den Herren 40 in Waldkappel gestaltet, ist einzig und allein von der Corona-Entwicklung abhängig.

Ihr würdet mit der MSG in der Gruppenliga antreten?

Es ist ein glücklicher Zufall, weil es in diesem Jahr keine Bezirksoberliga gibt, können wir mit unserer Sechsermannschaft quasi aus freien Stücken aufsteigen und wollen das auch tun. Gemeldet haben vier Teams, wir aus Nordhessen und noch drei Mannschaften aus Südhessen. Wir hätten dann bei einer Doppelrunde drei Heim- und drei Auswärtspartien und müssten folglich enorme Reisestrapazen in Kauf nehmen, was wir aber gerne tun würden, um auf Landesebene zu agieren.

Was kannst du zur Personalsituation sagen?

Unser Kader hat sich in Absprache mit dem TC 51 Eschwege und dem daraus resultierenden Wechsel von Fred Roth verstärkt, der künftig unsere Spitzenposition einnimmt. An Nummer zwei schlägt Jürgen Köhler auf, gefolgt von Torsten Knapmeyer, Uwe Kümmel, Roger Dietrich, Reinhold Hoßbach, an Platz sieben bin ich gemeldet und Ralf Wiesmann komplettiert unseren Kader. Wo die drei Heimspiele stattfinden werden, ist noch nicht endgültig geklärt, aber nach ersten Gesprächen sollen zwei Partien in Grebendorf ausgetragen werden und einmal könnte Waldkappel der Spielort sein.

Wie sieht es sportlich aus, wo stufst du euch ein?

Dazu kann ich noch gar nichts sagen, aber Fakt ist schon vor Beginn der Medenrunde, dass es in der Gruppenliga keinen Absteiger geben wird, weil es ja, wie bereits erwähnt, keine Bezirksoberliga gibt.

Zur Person

Matthias Kullik (57) wurde in Kassel geboren. Er wuchs in Waldkappel auf, wo er eine Vielzahl von Sportarten ausprobierte. Erst mit 16 Jahren begann er mit dem Tennis und Tischtennis – Hobby bis heute. Der Sozialversicherungsangestellte fährt gerne Rennrad und spielt in der zweiten Handballmannschaft des ETSV. Seit 2008 ist er außerdem Hallensprecher und macht seinem Spitznamen „The Voice“ alle Ehre. Zuvor war er Hallensprecher bei den Kassel Huskies. Kullik ist liiert. 

Von Harald Triller

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare