In Frankfurt - Triathlon-Superstar Jan Frodeno gewinnt

Philipp Mock schafft bei der Ironman-EM den Sprung unter die Top-10

Zieleinlauf: Philipp Mock erreicht nach über achteinhalb Stunden die Ziellinie am Frankfurter Römer. Hinter ihm lagen 3,8 Kilometer Schwimmen, 185 Kilometer Radfahren und ein Marathon. Foto: privat/nh

Frankfurt/Main. Der Eschweger Philipp Mock ist am Sonntag bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt/Main Zehnter geworden. Der 30-Jährige wurde drittbester deutscher Starter über die 3,8 Kilometer Schwimmen, 185 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen.

Wie er seine eigene Leistung bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt/Main einschätzt, dabei muss der Eschweger Triathlon-Profi Philipp Mock nicht lang überlegen: „Das war wohl das beste Rennen meiner Karriere.“ Als drittbester deutscher Starter landete er nur hinter Superstars der Szene wie Jan Frodeno (1.) und Patrick Lange (3.), insgesamt unter den besten zehn der 2300 Teilnehmer. Eine großartige Leistung des 30-Jährigen, der so auch international aufhorchen lässt. Für die drei Disziplinen benötigte er 8:48:42 Stunden. Komplett glücklich war er aber nicht – und spart nicht mit Kritik an einigen wenigen Kollegen.

Die Überraschung

„Wenn mir das vor dem Wettkampf jemand gesagt hätte, dann hätte ich diesen zehnten Platz sofort unterschrieben“, erzählt Mock am Telefon. Er wusste zwar um seine zuletzt sehr guten Leistungen, jedoch „ist diese EM in Frankfurt noch mal etwas ganz anderes“. Dass er am Ende auf Rang zehn landen würde, das hätte Mock nach dem Schwimmen nie gedacht. „Ganz im Gegenteil“, sagt er, „ich habe einen Moment lang sogar überlegt auszusteigen.“ Wie bitte?

Die Schwierigkeiten

Sein Körper habe sich während der fast vier Kilometer schwer angefühlt und er sei völlig kraftlos gewesen. „Es lief echt nicht gut. Warum das so war, das wüsste ich auch gern. Das muss ich mit meinem Trainer analysieren. Aber ich wusste, dass noch ein langer Tag bevorsteht.“ Von allen männlichen Teilnehmern lag er mit seiner Zeit von exakt einer Stunde auf Rang 196 und brauchte gut zwölf Minuten länger als der Bad Wildunger Patrick Lange. Auch im Radfahren wurde es erst nicht besser. „Es gab nur zwei Möglichkeiten: aussteigen oder zusammenreißen. Und nach ein paar Kilometern ging es dann immer besser.“

Die Aufholjagd

Bei seiner Paradedisziplin, dem Radfahren, machte er einige Plätze gut. Von allen Startern legte er die achtbeste Zeit hin (4:35:52) – seine Durchschnittsgeschwindigkeit über die 185 Kilometer: 40,4 Stundenkilometer. „Natürlich habe ich mich während dieser Zeit schon sehr auf die Stimmung an der Laufstrecke gefreut. Das war zu Beginn des Radfahrens auch mein Antrieb, mich richtig zu quälen“, so Mock, der sich beim abschließenden Marathon mit 3:06 Stunden stark präsentierte und seinen zehnten Platz im Gesamtklassement nach einer glänzenden Aufholjagd sicherstellte.

Die Kritik

„Ich hatte einen riesigen Hals auf einige meiner Profi-Kollegen“, schreibt Mock auf seiner Facebook-Seite und erzählte im WR-Gespräch dazu: „Das Fahren im Windschatten ist verboten, aber einige halten sich einfach nicht daran. Es gibt leider einige, die es mit der Fairness nicht so eng nehmen.“ Mock, der beim Radfahren weitestgehend ganz allein unterwegs war, sei laut eigener Aussage „fair gefahren. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob man sich selbst betrügen will.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare