Trotz Eklat: Datterode/Röhrda/Sontra mit bärenstarker Leistung gegen Tabellenführer

Was war denn da los? Trikots und Schuhe der Handballerinnen ins Klo geworfen

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Erlebten einen turbulenten Sonntag: Lorena Larbig (Nr. 11), Ewa Kempka (12) und Steffi Bake (10).

Röhrda - Gemischte Gefühle bei den Spielerinnen der HSG Datterode/Röhrda/Sontra: Trotz der bärenstarken Leistung gegen den Tabellenführer wird sicher nicht gern an diesen Tag zurück gedacht. Wegen eines Eklats kurz vor Spielbeginn. Was war denn da los?

Von der Konzentration auf das Spitzenspiel der Handball-Bezirksoberliga der Frauen am Sonntag ist kurz vor dem Anwurf nichts zu merken gewesen. Es herrschte große Aufregung. Der Grund: Als die Spielerinnen der HSG Datterode/Röhrda/Sontra nach dem Aufwärmen in ihre Kabine gingen, um sich ihre Trikots überzustreifen, trauten sie ihren Augen nicht. 

„Ein Teil der Trikots sowie der Schuhe wurden auf und sogar in der Toilette gefunden“, schrieb der Verein auf seiner Facebook-Seite und machte seinem Ärger deutlich Luft. Die Schuldigen glaubt der Klub auch gefunden zu haben. Im Text heißt es weiter: „Ein unmögliches Verhalten der Mannschaft der männlichen D-Jugend der Spielgemeinschaft aus MT Melsungen und HSG Körle/Guxhagen, die das vorhergehende Spiel bestritt.“

Doch viel Zeit zum Ärgern blieb nicht. Denn der bislang verlustpunktfreie Tabellenführer FSG Fulda/Petersberg wartete auf der Platte. Dass es den Gastgeberinnen nach diesem Eklat gelang, gegen den größtmöglichen Gegner die beste Saisonleistung abzurufen, spricht für die Einstellung der Mannschaft. Nach dem bravourösen Auftritt wurde im HSG-Lager sogar von einem verlorenen Punkt gesprochen – das zeigt, wie gut das Team drauf war und ein Sieg dicht bevorstand.

Als Marion Möhrke sicher ihren vierten Siebenmeter im Kasten des Tabellenführers der FSG Fulda/Petersberg unterbrachte, jubelten rund 150 Zuschauer ausgelassen. Tommy Bake, der Trainer von Datterode/Röhrda/Sontra, ballte die Faust. Sein Team lag eine Minute vor dem Ende mit 21:19 vorn. Die Messe schien gelesen. Eigentlich. Denn postwendend erzielte der Tabellenführer über die schnelle Mitte den Anschlusstreffer.

Den folgenden Angriff gab die HSG leicht her, die Domstädterinnen kamen noch mal in Ballbesitz. Über mehrere Stationen wurde Victoria Wild auf Linksaußen freigestellt – 21:21. Zwölf Sekunden waren noch zu spielen. Ein letzter Angriff blieb. Die starke Szilvia Blackert ließ mit einer Körpertäuschung eine Gegenspielerin stehen, passte auf Stefanie Bake, die die am Kreis eingelaufene Sabrina Zieß suchte. Aber Zieß fehlte eine Handbreite, um den Handball aufs Tor zu werfen. Die Schlusssirene ertönte. Schluss. Unentschieden. Ein Raunen ging kurz durch die Halle. „Es war mehr drin“, so die Meinung vieler Zuschauer. Aber ihre Enttäuschung schwenkte nach einem kurzen Moment in Applaus und Anerkennung um. Datterode/Röhrda/Sontra hatte ihre beste Saisonleistung geboten und dem anfangs übermächtig erscheinenden Titelaspiranten über die volle Spielzeit alles abverlangt.

Anfangs sah es nicht danach aus, die Gastgeberinnen kamen nicht in Tritt und lagen nach elf Minuten 3:6 zurück. Doch dann lief es besser. Auch dank der Ansprachen von Trainer Bake. „Ihr könnt es heute packen“, so sein deutlicher Appell. Bis zur Pause spielten seine Schützlinge dann wie im Rausch, ganz anders lief es nach der Pause. Schlecht vorgetragene Angriffe, zahlreiche Ballverluste. „Das war der Knackpunkt“, sagte Bake nach dem Spiel, der nach 38 Minuten den Ausgleichstreffer (13:13) verdauen musste. Es blieb spannend bis zum Schluss.

Von Nico Beck und Marvin Heinz

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